26. Juli 2016, 09:11
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Es geht nicht um irgendwelche materiellen Produkte, sondern um Menschen”

Roland Roider, Vorstand der Haftpflichtkasse Darmstadt, spricht im zweiten Teil des Interviews mit Cash. über die besonderen Anforderungen der Betriebshaftpflicht im Heilwesen sowie im Pflegebereich und erklärt, was einen guten Haftpflicht-Tarif auszeichnet.

Betriebshaftpflicht: Es geht nicht um irgendwelche materiellen Produkte, sondern um Menschen

“Warteschleifen und endloses Weiterverbinden gibt es bei der Haftpflichtkasse nicht.”

Cash.: Die Gewerbeversicherung erstreckt sich von der Betriebshaftpflicht über die Maschinenversicherung bis hin zur Absicherung von Cyber-Risiken. Welche Schwerpunkte setzt die Haftpflichtkasse Darmstadt in ihrer Produktstrategie?

Roider: Die Haftpflichtkasse Darmstadt ist in Sachen Gewerbeversicherung ein Spezialist am deutschen Markt. Wie es unser Name in diesem Fall treffend suggeriert, sind wir grundsätzlich auf das Thema Betriebshaftpflicht fokussiert – mit Schwerpunkten im Heilwesen sowie im Pflegebereich. Wir bieten zum einen maßgeschneiderte Absicherungen für Gesundheitsfachberufe, Schönheitspflegebetriebe sowie Reha- und Kurkliniken, schützen aber vor allem die Betreiber von Pflege- und Altenheimen vor den besonderen Haftungsrisiken in ihren Einrichtungen. Wir sprechen da gerade bei Letzteren von einem sehr sensiblen und – gerade im Schadenfall – sehr komplexen Umfeld, das auf Seiten des Versicherers sehr große fachliche Expertise und viel Erfahrung erfordert. Als Anbieter, der schon seit Jahrzehnten auf diesem Gebiet unterwegs ist, bringen wir genau das mit – und haben da auch mit Sicherheit einen Wissensvorsprung vor dem ein oder anderen Mitbewerber. Nicht ohne Grund sind wir bei der Haftpflichtversicherung für Alten- und Pflegeheime mit einem Bestand von knapp 15,5 Millionen Euro einer der führenden Anbieter in Deutschland.

Auf was kommt es denn bei der Haftpflichtversicherung in diesem speziellen Umfeld an? Was macht da einen guten Tarif aus?

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, über welche Risiken wir in Alten- und Pflegeheimen eigentlich sprechen. Anders als in anderen Branchen geht es dort ja nicht um irgendwelche materiellen Produkte, sondern um Menschen. Typische Schadenszenarien sind deshalb Personenschäden – vor allem Sturzfälle oder Gesundheitsschäden durch vermeintliche Pflegemängel –, die sich finanziell zumeist in ganz anderen Dimensionen bewegen als ein reiner Sachschaden. Eine hohe Versicherungssumme von fünf oder besser zehn Millionen Euro halte ich deshalb für unbedingt notwendig. Ebenfalls anschauen sollte man sich, ob der Versicherer einem Teilungsabkommen angehört oder nicht. Das kann sich nämlich signifikant auf die Höhe des Beitrags auswirken: Gesellschaften wie die Haftpflichtkasse, die Schadenfälle ausschließlich nach der Sach- und Rechtslage abwickeln und sich die Kosten nicht automatisch mit der Krankenkasse teilen, haben in der Regel geringere Schadenaufwendungen und geben diesen Vorteil an die Versicherungsnehmer weiter. Nicht aus den Augen verlieren sollte man schließlich auch den Versicherungsumfang: Manche Anbieter bieten nur einen sehr eng gefassten, ausschließlich auf das gewerbliche Risiko ausgerichteten Schutz, andere decken auch die allgemeinen Umweltrisiken mit ab.

Seite zwei: Digitalisierung im gewerblichen Geschäft noch kein großes Thema

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Aon zu steigenden Sturmschäden: “Die wirklichen Extreme stehen uns noch bevor”

650 Millionen Euro betragen die Sturmschäden seit Monatsbeginn in Deutschland, so die Schätzung von Rückversicherer AON. 350 Millionen Euro sollen auf Verträge der Sachversicherung entfallen. 300 Millionen Euro sind voraussichtlich an Kaskoschäden in der Kfz-Versicherung auszubezahlen. Im Gespräch erläutert Jan-Oliver Thofern, CEO des Rückversicherungsmaklers bei Aon, dass sowohl das Volumen an Schäden als auch die Höhe der Zahlungen für versicherte Schäden die Branche vor eine neue Herausforderung stellen.

mehr ...

Immobilien

Digitalisierung der Baufinanzierung: Das Ende der Filialbanken?

Die Hausbank, wie wir sie kennen, ist am Straucheln. Ein regionaler Bankberater und der wöchentliche Gang zum Schalter sind Relikte der Vergangenheit. Gastbeitrag von Valentin Drießen, Hausfrage.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi’s Kommentare beeinflussen europäischen High Yield-Markt

Draghi’s Aussagen auf dem EZB-Forum in Sintra, Portugal, stellen einen wichtigen Impuls für den europäischen High Yield-Markt dar. Wenn der EZB-Chef erklärt, dass „weitere Leitzinssenkungen und Maßnahmen zur Eindämmung von Nebenwirkungen Teil unserer Instrumente bleiben“, ist zu erwarten, dass diese der Kreditwirtschaft und insbesondere dem High Yield-Markt zugutekommen. Ein Kommentar von Mark Benbow, Manager des Kames Short-Dated High Yield Bond Fund.

mehr ...
20.06.2019

Powells Balanceakt

Berater

„Das beste Lob, das man als Versicherer bekommen kann“

Daniel Bahr war von 2011 bis Dezember 2013 Bundesgesundheitsminister, gilt als „Vater des Pflege-Bahr“, ist seit 2017 Vorstand der Allianz Krankenversicherung und ein Experte beim Thema Pflege. Cash. sprach mit ihm über das unterschätzte Risiko der Pflegebedürftigkeit, die Zurückhaltung des Vertriebs sowie die Kampagne der Allianz mit Markenbotschafter Dieter Hallervorden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...