3. November 2016, 14:06
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Direktvertriebe wachsen langsam

Während die Lebensversicherer 2015 weniger Neugeschäft gezeichnet haben, ist es der PKV gelungen, den Abwärtstrend der vergangenen Jahre zu stoppen. Die Vertriebswege in beiden Sparten haben sich jedoch nicht wie von der Branche erwartet entwickelt. Dies zeigen die Vertriebswege-Studien zur Personenversicherung 2015 von Willis Towers Watson.

Willis-Towers-Watson Pressefoto Stefan-Bause Director in Studie: Direktvertriebe wachsen langsam

Stefan Bause, Leiter Krankenversicherungsberatung bei Willis Towers Watson

Das Neugeschäftsvolumen in der Lebensversicherung sank 2015 um 6,4 Prozent (Vorjahr: + 8,8 Prozent). Dabei gab das Geschäft gegen laufende Beiträge (- 4,4 Prozent) weniger stark nach als das Einmalbeitragsgeschäft (- 9,0 Prozent).

Mit einem Marktanteil von 30,4 Prozent ist der Bankvertrieb nicht nur weiterhin der führende Vertriebsweg für Lebensversicherungsprodukte. Er konnte seine Position weiter ausbauen. Ihm folgt die Ausschließlichkeitsorganisation (AO) mit 27,5 Prozent. Die AO hat jedoch vergleichsweise signifikante Marktanteile verloren. Der Anteil der unabhängigen Vermittler blieb mit einem Anteil von 26,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Wachstumschancen sehen die Studienteilnehmer – zumindest für ihr eigenes Unternehmen – eindeutig bei Vergleichsportalen und im Direktvertrieb: 97 bzw. 94 Prozent der Teilnehmer erwarten hier eine steigende oder zumindest gleichbleibende Bedeutung. Als stabile Säulen schätzen die Befragten nach wie vor auch die AO und Banken ein. Dagegen sinkt die erwartete Bedeutung der unabhängigen Vermittler seit einigen Jahren stetig: 2012 sahen noch 91 Prozent Wachstumschancen für die Makler, 2015 waren es lediglich 77 Prozent.

Negativer Tend bei PKV gestoppt

Das Neugeschäftsvolumen in der PKV hat sich 2015 auf dem niedrigen Niveau von 2014 stabilisiert. Damit konnte zwar der negative Trend seit 2012 erstmalig gestoppt werden. Das Gesamtvolumen liegt jedoch noch 40 Prozent unter dem Höchstwert von 2011. Die Vertriebswegeanteile im Neugeschäft verschieben sich lediglich geringfügig im Vergleich zum Vorjahr: Weiterhin machen AO mit 48,1 Prozent und unabhängige Vermittler mit 33,5 Prozent den Markt größtenteils unter sich aus.

In der Vollversicherung liegt der AO-Anteil mit 54,7 Prozent noch deutlich höher (unabhängige Vermittler: 36,8 Prozent). In der Zusatzversicherung konnten Direktvertrieb und Internet-Portale (11,2 Prozent) einen vergleichsweise deutlichen Zuwachs verzeichnen.

Digitalisierung als Treiber für Veränderungen

“Die Studienergebnisse belegen, dass Versicherer ihre Bemühungen um attraktive Produkte nach wie vor steigern müssen“, sagte Stefan Bause, Leiter Krankenversicherungsberatung bei Willis Towers Watson. “Denn selbst in der Zusatzversicherung konnte 2015 trotz weiter vorhandenem Bedarf kein Wachstum erzielt werden.” Zudem blieben immer mehr freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung: “Die PKV kämpft nach wie vor gegen den generellen Vertrauensverlust möglicher Neukunden in der Vollversicherung”, so Bause.

Die Digitalisierung schätzen Krankenversicherer als größten Treiber für Veränderungen in der Vertriebswegelandschaft ein. Der Trend in Richtung Direkt- und Internetvertrieb wird nach Einschätzung der Studienteilnehmer wegen der Digitalisierung, einem veränderten Kundenverhalten sowie strategischen Anpassungen auch künftig anhalten. (kb)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

AfW kritisiert Ergebnis der Präsidiumswahl des GDV

Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung bemängelt, dass wie schon in den Vorjahren kein Vertreter der Maklerversicherer in das Präsidium des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gewählt wurde. Beim GDV reagiert man schmallippig auf die Kritik.

mehr ...

Immobilien

Akutes Risiko für Immobilienblase in München und Frankfurt

München und Frankfurt liegen beim Risiko einer Immobilienblase nach Einschätzung der Großbank UBS weltweit vorne. Die Städte zeigten unter 25 betrachteten Metropolen die deutlichsten Zeichen einer Überhitzung, teilte das Schweizer Geldhaus am Mittwoch in Frankfurt mit.

mehr ...

Investmentfonds

Trump vs. Biden – das Ergebnis des ersten TV-Duells

Sie brüllten, sie beleidigten sich, sie fielen sich gegenseitig ins Wort: Das erste TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden hat wohl die Erwartungen vieler US-Amerikaner noch untertroffen. Eine Blitzumfrage von CBS News gemeinsam mit YouGov unter US-Amerikanern, die das TV-Duell verfolgt haben, zeigt nun, dass die Debatte beiden Kandidaten eher geschadet als genützt hat.

mehr ...

Berater

Corona-Effekt: BVR rechnet 2020 und 2021 mit hoher Sparquote

In der Coronakrise werden die Deutschen ihrem Ruf als Nation von Sparern gerecht. Sowohl 2020 als auch 2021 dürfte die Sparquote deutlich steigen, wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) am Mittwoch prognostizierte.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin bestellt Abwickler für Acada-Geschäfte

Die Finanzaufsicht BaFin hat bereits mit Bescheid vom 1. September 2020 zur Abwicklung des durch die mittlerweile insolvente Adcada GmbH, Bentwisch, unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts einen Abwickler bestellt. Das machte die Behörde nun auf ihrer Website bekannt.

mehr ...

Recht

Rente im Ausland: Das müssen sie beachten

Der 1. Oktober ist Tag der Senioren oder einfach Weltseniorentag. Er wurde 1990 durch die UNO initiiert, um die Leistungen der Älteren zu würdigen. Immer mehr deutsche Rentner zieht es zur Rückschau auf die Lebensleistung dauerhaft in andere Länder. Sich zur Ruhe setzen, wo andere Urlaub machen? Was dabei zu beachten ist.

mehr ...