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24. Juni 2016, 18:59
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Indexpolicen: Berechtigter Charme?

Viele Makler und Vermittler sind den Reizen der Indexrente erliegen. Doch das Produkt ist nicht unumstritten. Vier Experten aus der Assekuranz diskutieren das Für und Wider der beliebten Vorsorgeform.

Indexpolicen: Berechtigter Charme?

Klaus-Peter Klapper, Stuttgarter; Andrea Schölermann, Condor; Claus Mischler, Standard Life; Michael Albrecht, Barmenia (von links), diskutierten miteinander in der Cash.-Redaktion.

Cash.: Befürworter von Indexrenten heben hervor, dass diese die Sicherheit einer klassischen Rentenversicherung mit den Chancen auf eine höhere Rendite verbinden. Kritiker merken hingegen an, dass Indexrenten dem Grunde nach ein Deckungsstockprodukt sind, wodurch die Performance leide. Zu welcher Einschätzung tendieren Sie?

Dr. Claus Mischler, Leiter Produktentwicklung und Marketing, Standard Life Deutschland: Dass indexgebunden Versicherungen in der heutigen Zinsphase eine durchaus vernünftige Alternative zu klassischen Lebens- und Rentenversicherungen sind, unterschreibe ich. Nur man muss auch sehen, dass es bei indexgebundenen Versicherungen, welche die Performance durch einen Cap nach oben hin deckeln, zu sehr unschönen Effekten in stark schwankenden Märkten kommen kann. Zweifellos funktionieren sowohl Begrenzungen mittels Cap als auch Partizipationsraten im derzeitigen Kapitalmarktumfeld sehr gut.

Es funktioniert aber nur deshalb sehr gut, weil momentan noch der Zins in der Überschussbeteiligung deutlich oberhalb des risikofreien Zinses liegt. Wie das aber in zwanzig Jahren aussieht, weiß heute keiner. Wenn sich die Zinsverhältnisse irgendwann einmal deutlich annähern, könnten Indexpolicen deutliche Renditeeinbußen verzeichnen. Da stellt sich mir die Frage, ob das dem Kunden so bewusst ist. Daher sehe ich dieses Produktkonzept aus Gründen der Transparenz eher kritisch.

Andrea Schölermann, Leiterin Produktmanagement, Condor Lebensversicherung: Dass die Indexpolice intransparent sei, lieber Herr Dr. Mischler, kann ich so nicht nachvollziehen. Wenn ich mir beispielsweise die Verkaufsunterlagen vor Augen halte, dann erläutern wir darin sehr genau, wie die Produktmechanismen funktionieren. Die entscheidenden Punkte für die Beratung sind allesamt aufgeführt – einschließlich der Kosten, die zur Finanzierung der Indexpartizipation anfallen.

Wir bei Condor verwenden Übersichten, in denen monatlich dargestellt wird, welche Auswirkungen sich etwa bei schwankenden Märkten für das Guthaben des Kunden ergeben können. Und sollte der Index ins Negative fallen, profitiert der Kunde davon, dass der Verlust für ihn abgeschnitten wird und er auf diese Weise auch Sicherheit einkauft. Zudem glaube ich, dass einem Großteil der Kunden auch bewusst ist, dass die Renditeerwartungen bei einer Indexpolice nicht so hoch sein können wie bei einer reinen fondsgebundenen Police, eben aufgrund dieses Garantieelements. Denn natürlich kostet das Abschneiden des Verlusts dem Kunden auch ein Stück Rendite. Deswegen ist das Produkt auch genau in der Mitte angesiedelt – zwischen der klassischen und der rein fondsgebundenen Police. Der Kunde hat hier entweder einen Wertzuwachs oder im schlimmsten Fall eine “Nulllinie”.

Seite zwei: “Das Produkt trifft einfach einen Nerv”

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