Anzeige
10. November 2016, 09:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Unfallversicherung: Modernisierung auf breiter Front

Die Unfallversicherung ist und bleibt der Goldesel der Branche: Mit einer Schadenkostenquote von 77,8 Prozent wurde wieder kräftig Geld verdient. Das führt zu ständig erweiterten Angeboten und Crossover-Deckungen, doch in vielen Fällen springen sie bei Invalidität weiterhin nicht ein.

Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung eignet sich gut für junge Freizeitsportler sowie Berufstätige, die eine BU-Police nicht zu bezahlbarem Preis abschließen könnten.

Aus rund 25,7 Millionen Verträgen nahmen die Unfallversicherer 2015 satte 6,37 Milliarden Euro ein, mussten aber nur 3,24 Milliarden Euro, also die Hälfte der Einnahmen, als Leistung wieder an die Kunden ausschütten, weist das “Statistische Taschenbuch 2016” der Branche aus, das im September 2016 erschienen ist.

Für vier Kundengruppen geeignet

Kein Wunder: In 90 Prozent aller Fälle führen nicht Unfälle zur Invalidität, sondern Krankheiten. Bei dieser Ursache zahlt die Unfallpolice keinen Cent, da finanzielle Hilfe bei Invalidität eben meist nur als Folge eines Unfalls versichert ist.

Generell passt für die Invaliditätsvorsorge eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) besser. Eine private Unfallversicherung dagegen eignet sich gut für vier Kundengruppen: Kinder, Hausfrauen, junge Freizeitsportler sowie Berufstätige, die eine BU-Police nicht zu bezahlbarem Preis abschließen könnten. Daraus leiten Fachleute den Trend ab, dass die Unfallversicherung an Bedeutung verlieren müsste.

Der sogenannte Produkt-Trend-Indikator sieht die Unfallsparte eindeutig in einem negativen Trend. Die Quartalsstudie “Asscompact-Trends III/2016” der BBG Betriebsberatungsgesellschaft und des Instituts für Versicherungsvertrieb, an der rund 410 Makler und Mehrfachvertreter mitwirkten, weist jedoch für das zweite Quartal 2016 hohe Nachfrage aus.

In der Produkthitparade der Makler schaffte es die Unfallversicherung auf Platz 8 unter 29 Sparten. Fast 51 Prozent der Befragten gaben an, in dieser Sparte besonders gute Umsätze gemacht zu haben.

Katalysatoren für das Unfallgeschäft

In den nächsten ein bis fünf Jahren trauen die Makler der Unfallsparte zwar nur noch Platz 16 zu, doch dürfte die Produktlinie weiter davon profitieren, dass Unfallfolgen wie Invalidität zu den biometrischen Risiken neben Berufsunfähigkeit, langwieriger Krankheit, Pflegefall, Langlebigkeit und Tod zählen.

Als zusätzlicher Katalysator für das Unfallgeschäft, in dem Makler derzeit Interrisk, Haftpflichtkasse Darmstadt und VHV die besten Noten geben, wirken bröckelnde Umsätze im Lebensbereich durch Kürzung der Vergütungen nach Einführung des Lebensversicherungs-Reformgesetzes.

Seite zwei: Kombiprodukte im Trend

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Es stellt sich doch gar nicht die Frage “entweder oder” sondern die Unfallversicherung ist die ideale Ergänzung zur BU oder Körperschutzpolice. Langjährige “Praktiker” wissen das, und wenn “Fachleute” das anderes sehen, sei es drum.

    Kommentar von Nils Fischer — 11. November 2016 @ 09:31

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Jeden vierten Tag ein neues Fintech

Die Fintech-Szene in Deutschland wächst weiter – und sammelt so viel Risikokapital ein wie noch nie. 793 Startups aus dem Finanzbereich gibt es aktuell. Mit 778 Millionen Euro haben sie in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 bereits mehr Venture Capital eingesammelt als im gesamten Jahr 2017 mit 713 Millionen Euro. Und das Tempo der Neugründungen hält weiter an, bestätigt eine Fintech-Studie von Comdirect.

mehr ...

Immobilien

Trendwende oder nur ein Ausreißer? Darlehenshöhe wieder rückläufig

Die Nachfrage nach Baufinanzierungen ist anhaltend hoch. Nach den Ergebnissen des Dr. Klein Trendindikators ist die durchschnittliche Kredithöhe im Monat September leicht gesunken. Die Standardrate für ein Darlehen erreichte den niedrigsten Wert seit März 2017. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, kommentiert die Ergebnisse.

mehr ...

Investmentfonds

Zweijährige US-Staatsanleihen erreichen Zehnjahres-Hoch

US-Anleihen haben diese Woche ein neues Rendite-Hoch erreicht. Das hat mindestens zwei Ursachen. Damit gibt es für US-Anleger wieder eine sichere Alternative zu den Aktienmärkten, die kein Verzicht auf Renditen bedeutet. Für deutsche Anleger sind US-Anleihen aber keine lohnende Anlage.

mehr ...
18.10.2018

Aufstieg der ETFs

Berater

JDC bietet Webinare zur neuen DIN-Norm in der Finanzberatung

Die neue DIN 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” ersetzt die bisherige DIN SPEC 77222. Die neue Norm nimmt sich, wie ihr SPEC-Vorläufer, die Basisanalyse der Finanzen von Privathaushalten vor. Jung, DMS & Cie. bietet deshalb Webinare für Vertriebspartner an, um auf die neue DIN-Norm zu schulen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...