18. Dezember 2017, 09:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

CDU will strengere Regeln für Verkauf von Lebensversicherungen

Die CDU will dem Verkauf von Lebensversicherungs-Beständen enge Grenzen setzen. “Wir loten gerade eine Regelung aus, wonach die Versicherten einem Verkauf ihrer Verträge zustimmen müssten”, sagte die CDU-Finanzexpertin Anja Karliczek dem “Spiegel”.

Anja Karliczek 2017 Kampa 02 in CDU will strengere Regeln für Verkauf von Lebensversicherungen

Anja Karliczek warnte die Versicherer vor einem “Vertrauensbruch gegenüber ihren Kunden”.

Vielen Lebensversicherern fällt es wegen der Niedrigzinsen immer schwerer, an den Kapitalmärkten hohe Erträge zu erzielen und so Zusagen zu erfüllen. Einige Versicherer haben das Neugeschäft mit kapitalbildenden Lebensversicherungen inzwischen eingestellt.

Bestehende Verträge müssen weitergeführt werden bis zum Ablauf, Altverträge werden also abgewickelt. Teilweise werden dafür die Bestände an spezialisierte Abwicklungsgesellschaften – sogenannte Run-off-Firmen – verkauft. Da keine neuen Verträge hinzukommen, reduziert sich hier der Bestand allmählich und läuft aus.

Ein Versicherer kann nach Angaben der Zeitschrift “test” den Vertrag verkaufen, ohne Kunden zu fragen. Allerdings sei eine Genehmigung der Finanz- und Versicherungsaufsicht dafür erforderlich.

GDV sieht keinen Bedarf für neue Vorschriften

Nach Darstellung der Versicherungswirtschaft ändert sich für die Kunden nichts. Die Verträge würden unverändert fortgeführt, heißt es beim Branchenverband GDV: “Die Versicherten erhalten auch zukünftig alle garantierten Leistungen, also insbesondere die garantierten Kapital- und Rentenzahlungen.” Darüber hinaus würden Kunden unverändert an den anfallenden Überschüssen beteiligt.

Weitere Regelungen des Gesetzgebers hält der Verband nicht für nötig: “Die Konsolidierung beziehungsweise Übertragung von Lebensversicherungen unterliegt bereits strengen Vorschriften und Kontrollen.”

Karliczek warnte die Versicherer vor einem “Vertrauensbruch gegenüber ihren Kunden”. Der Chef der Versicherungsaufsicht bei der Bafin, Frank Grund, ist laut “Spiegel” überzeugt, “dass viele Investoren, die sich gerade auf dem Run-off-Markt tummeln, das Potenzial dort überschätzen”. (dpa-AFX)

Foto: Rauß Fotografie

1 Kommentar

  1. hätte mich gewundert wenn die Politiker mal was checken. Im LV- Bereich ist man schon zu TODE reguliert. Banken mischen mit Hedgefonds und CUMCUM und CUMEX den Markt auf, nur die Politiker kümmern sich um Kleinkram, da ist auch die CDU nicht besser!

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 19. Dezember 2017 @ 11:08

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Ruhestand: Wohin mit den Rücklagen?

Einer aktuellen Umfrage der Postbank zufolge haben sich 62 Prozent der deutschen Rentner ein finanzielles Polster für den Lebensabend aufgebaut. Wie legt man diesen Vorrat im Alter am besten an und wie verbraucht man ihn sinnvoll?

mehr ...

Immobilien

Baubranche: Boom setzt sich fort – Genehmigungen stagnieren

Im deutschen Bauhauptgewerbe geht die gute Konjunktur weiter. Trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zum Januar registrierten die Betriebe im Februar den höchsten jemals gemessenen Neuauftragswert für diesen Monat.

mehr ...

Investmentfonds

EY: Dax-Konzerne verdienen insgesamt weniger

Die Konjunkturabkühlung hinterlässt Spuren in den Bilanzen der deutschen Börsenschwergewichte. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY.

mehr ...

Berater

“Kaiser ohne Kleider”: Kritik an Scholz nach geplatzter Fusion

Für Olaf Scholz (SPD) ist es eine mehr als unangenehme Nachricht: Die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank ist geplatzt – ein Projekt, für das sich der Finanzminister ungewöhnlich weit aus dem Fenster gelehnt hatte.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin untersagt Direktinvestments in Paraguay

Die Finanzaufsicht BaFin hat drei Angebote von Vermögensanlagen in Deutschland über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Edelholzbäumen untersagt. Anbieter ist die NoblewoodGroup.

mehr ...

Recht

WhatsApp-Party-Einladung kann teuer werden

Bereits zum zweiten Mal hatte ein Jugendlicher per WhatsApp zu einer großen Grillparty aufgerufen. Leider spielte die Polizei da nicht mit und unterband die Veranstaltung auf einem Grillplatz im Landkreis Heilbronn. Zudem kündigte die Beamten an, den finanziellen Aufwand für ihren aufwändigen Einsatz dieses Mal in Rechnung zu stellen. Für die Eltern dürfte der Spaß teuer werden, denn die Privathaftpflicht zahlt nicht.

mehr ...