18. Mai 2017, 12:00
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LV-Provisionsdeckel: Drei Szenarien und ihre Auswirkung auf die Vergütung

Auf welche finanziellen Einbußen müssen sich Vermittler einstellen, wenn der Gesetzgeber eine Obergrenze bei den LV-Abschlussprovisionen einführen sollte? Fabrice Gerdes und Dieter Kipp von der Unternehmensberatung zeb haben drei Szenarien durchgerechnet.

Courtage

Oliver Pradetto vom Maklerpool blau direkt hat kürzlich die Konsequenzen für die Vermittlungsbranche aufgezeigt, wenn eine Obergrenze bei den LV-Abschlussprovisionen von maximal 18 Promille gesetzlich vorgegeben würde.

Bereits vor einem Jahr hat das zeb in einer Veröffentlichung aufgezeigt, wie 33 deutsche Lebensversicherer ihre Vergütungssystematik für Lebensversicherungsprodukte aufgrund des LVRG angepasst haben. Zudem wurde mit einem Modell gezeigt, welche Auswirkung diese Anpassungen auf die Vergütung der Makler hatte.

Obergrenze bei Abschlussprovisionen

Jüngst hat nun Oliver Pradetto, Geschäftsführer des Maklerpools blau direkt, in einem Beitrag auf Cash.Online die Konsequenzen für die Vermittlungsbranche aufgezeigt, wenn eine Obergrenze bei den Abschlussprovisionen für Lebensversicherungen von maximal 18 Promille gesetzlich vorgegeben würde.

Dies stellt alle Vermittler, aber auch Lebensversicherer, Finanzvertriebe sowie Maklerpools vor große Herausforderungen. Die nachfolgenden Analysen sollen den Umfang der Einnahmeeinbußen quantifizieren.

Den Versicherern stehen mit der Abschlusscourtage, der Bestandspflegecourtage, der laufenden Abschlusscourtage und der Stornohaftungszeit vier wesentliche Stellhebel zur Anpassung ihrer Vergütungssysteme zur Verfügung.

Analyse dreier Szenarien

In unserer Analyse gehen wir im ersten Szenario von einer gesetzlichen Deckelung der Abschlusscourtage von 18 Promille und einer Begrenzung der Bestandspflegecourtage von fünf Prozent aus.

Im zweiten Szenario ist die Abschlusscourtage ebenfalls bei 18 Promille gedeckelt, allerdings mit der Möglichkeit die Bestandspflegecourtage auf bis zu sieben Prozent zu erhöhen.

Das dritte Szenario geht von einem kompletten Verbot von Abschlusscourtagen aus, die von den Versicherern aber durch eine deutliche Erhöhung der Bestandspflegecourtage auf zehn Prozent kompensiert werden können.

Courtage

Grafik: zeb

Um die tatsächlichen Auswirkungen auf die Vermittlervergütung zu analysieren, wird ein Simulationsansatz genutzt, der neben den vier Stellhebeln des Vergütungsmodells, noch vier weitere vermittlerindividuelle Faktoren berücksichtigt: die Vertragslaufzeit, die Frühstornoquote, die Spätstornoquote und einen Abzinsungssatz.

Mit dieser Datenbasis können die Wirkungszusammenhänge von Vergütungsanpassungen transparent gemacht werden.

Seite zwei: Ausgangslage für die Simulationen

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3 Kommentare

  1. Es könnte so einfach sein. Abschaffung der Vergütungen von dritter Seite und die Vergütung der Beratung über ein individuell vereinbartes Honorar.

    Der Verbraucher bekommt eine bedarfsgerechte Beratung. Der Berater im Gegenzug eine gerechtfertigte Vergütung.

    Wird eine dauerhafte Betreuung gewünscht, lässt sich das über Servicegebühren regeln.

    Im Gegenzug erhält der Verbraucher Zugang zu Netto-Produkten. Der Vermögensaufbau/Absicherung wird effizienter.

    Hand auf’s Herz. Finanzprodukte stellen doch nicht wirklich einen Mehrwert für den Verbraucher dar. Sie sind der Mittel zum Zweck.

    Einen echten Mehrwert entsteht durch eine unabhängige Beratung, bei dem der Verbraucher Zugang zu, für Ihn geeignete, Produkte bekommt. Hier ist der Profi gefordert, der sein Knowhow und Zeiteinsatz vergütet bekommt.

    Vorteil Berater – Kein Stornoproblem, arbeitet nicht umsonst

    Vorteil Verbraucher – effizenterer Vermögensaufbau, selbst im Fall eines Vertragsabbruches steht ein höheres Guthaben zur Verfügung.

    uva…

    Meiner Meinung nach gibt es bei solchem Szenario zwei Gewinner.

    Michael W. Beyer

    Kommentar von Michael W. Beyer — 23. Mai 2017 @ 15:54

  2. Der schnelle Abverkauf von Geldanlageprodukte ist sowie durch MiFID II, IDD und Kleinanlegerschutzgesetz vorbei, denn hier wäre > 10 Jahreshaftung garantiert.
    Wer seine Beratungszeit nicht mit einer Honorar-Option verkaufen kann, wird keinen Spaß mehr daran haben.
    Wohl dem, der sich bis 2018 darauf eingestellt hat, wie z.B. in eBooks bei mwsbraun beschrieben.

    Kommentar von Frank L. Braun — 19. Mai 2017 @ 09:51

  3. Ja, da hat sich jemand sehr viel Mühe gemacht, aufzuzeigen was für den Vermittler raus kommen könnte.

    ein Vermittler mit Hirn hat den 34f, den dieses Szenarien-Kasperletheater muss man ja nicht mit machen.

    wenn der Gesetzgeber und natürlich der Verbraucherschutz es so regeln will bzw. muss ist das ok für mich.

    Es mach ohnehin nur wenig Sinn einen Kunden von der Wichtigkeit einer Altersvorsorge zu überzeugen und zwei oder drei Jahre später fällt plötzlich auf das man auch Schuhe kaufen könne für das Geld.

    Und für eine Konsumgeilheit “neustes Smartphone ein 2. oder 3. Handyvertrag oder die Lust auf kurzfristiges Geldausgeben” wird so manche Altersvorsorge gekündigt.

    Ja das ist das Recht der Kunden, und selbstverständlich ist der Kunde dann falsch beraten worden 🙂
    Und selbst wenn nicht zahlt der Vermittler einen Teil der Provision zurück….
    Natürlich um den Verbraucher zu schützen.

    Was jedoch in jedem Fall passiert, Kunden werden wegen dieser “Verbraucherschutz-Hysterie weniger mit Angeboten konfrontiert.
    Das Ergebnis ist verlorene Zeit fürs Alter vorzusorgen, was dann die Rentenlücke Lücke sein lässt.

    Wichtig ist das sich Kunden weiter mit Konsum beschäftigen dürfen, keiner prüft, reguliert, bestimmt, was man dem Kunden zumuten kann.

    Aber jeder so wir er will, Toleranzfähigkeit wird täglich auf den Prüfstand gestellt.
    Guten Start in ein angenehmes Wochenende
    wünscht
    PP

    Kommentar von Peter Prunhuber — 19. Mai 2017 @ 08:56

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