18. Mai 2017, 07:02
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

LVRG-Bilanz: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Fast drei Jahre sind seit Inkrafttreten des LVRG vergangen. Grund genug, einige wesentliche Auswirkungen auf Versicherer, Versicherte und Vermittler zu beleuchten. Das Thema wird den Markt sicherlich auch nach der Bundestagswahl weiter beschäftigen – Stichwort “LVRG II”.

Gastbeitrag von Lars Heermann, Assekurata

LVRG-Bilanz

Lars Heermann: “Kunden und Vermittler sind gut beraten, das Niveau und die Entwicklung der Nettobeiträge in der Biometrie genau im Auge zu behalten.”

Der Gesetzgeber hatte mit dem LVRG in vielen Aspekten einschneidend in den Markt eingegriffen, um die Leistungen für Lebensversicherte insgesamt zu stabilisieren.

Diskussionen um Kapitalgarantien

Aus Sicht der Kunden wirkte sich mit dem LVRG in erster Linie die Absenkung des Höchstrechnungszinses zum 1. Januar 2015 von 1,75 auf 1,25 Prozent aus, womit das Garantieniveau von deckungsstockgebundenen Altersvorsorgeprodukten weiter zurückging.

Mit der zu Jahresbeginn 2017 vollzogenen Absenkung auf 0,9 Prozent ist dieser Wert freilich schon wieder Geschichte. Dies gibt den Diskussionen um die Höhe und Notwendigkeit von Kapitalgarantien in Zeiten ultraniedriger Zinsen neue Nahrung.

Kunden partizipieren am Risikoergebnis

Demgegenüber stellt das LVRG die Kunden bei der kollektiven Überschussbeteiligung besser, indem diese nunmehr zu mindestens 90 Prozent (vorher: 75 Prozent) am Risikoergebnis ihres Versicherers partizipieren.

Empirisch ist ein LVRG-Effekt hieraus allerdings kaum nachweisbar, da viele Lebensversicherer schon in Zeiten vor dem LVRG aus Wettbewerbsgründen mehr als 90 Prozent des Risikoergebnisses an ihre Kunden ausgeschüttet haben.

So ist auch bei den Ausschüttungsquoten des Rohüberschusses seit dem LVRG kein nachhaltiger Anstieg für den Gesamtmarkt festzustellen.

Kunden rechtlich bessergestellt

Quintessenz: Kunden sind nun rechtlich bessergestellt, spüren dies aber nicht zwangsläufig bei Preis und Überschuss, da das freie Wirken der Marktakteure bereits vorher zu hohen Ausschüttungen geführt hatte.

Seite zwei: BU- und Risikolebens-Versicherte betroffen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Hanse Merkur und HM Trust unterzeichnen UNPRI

Die HanseMerkur und ihre Asset Management-Tochter HM Trust AG haben die sechs Grundsätze der Vereinten Nationen für verantwortliches Investieren, die UN Principles for Responsible Investment, kurz UNPRI, unterzeichnet. Damit verpflichten sich beide Unternehmen zu einem Investitionsverhalten, das der finanziellen Relevanz ökologischer und sozialer Kriterien sowie Fragen einer guten Unternehmensführung Rechnung trägt und den Weg zu einem nachhaltigeren globalen Finanzsystem ebnet.

mehr ...

Immobilien

Kosten und Gewinnaussichten von Pflegeimmobilien

Sebastian Reccius, Vorstandsmitglied der DI Deutschland.Immobilien AG, über den Alterswohnsitz als Vorsorgeform und Kapitalanlage sowie den Kaufprozess.

mehr ...

Investmentfonds

Amundi bringt neue Nachhaltigkeits-ETF auf Xetra

Amundi, hat auf Xetra acht neue Aktien-ESG-ETFs gelistet und damit das Angebot an nachhaltigen Investments ausgebaut. Alle neuen ETFs werden zu Konditionen ab 0,15 Prozent laufenden Kosten angeboten.

mehr ...

Berater

Neues Zinstief wegen Corona

Die Corona-Krise hat zu einem bisher beispiellosen Einbruch der Wirtschaft in vielen Ländern geführt. Notenbanken haben hierauf mit einer weiteren massiven Lockerung ihrer Geldpolitik reagiert, um die ökonomischen Folgen der Pandemie abzumildern.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corona: Nicht nur Kreuzfahrtschiffe schwer gebeutelt

Wegen der Corona-Krise haben die Reedereien so viele Schiffe stillgelegt wie noch nie. Weltweit seien gegenwärtig 11,3 Prozent der Containerflotte ungenutzt, heißt es in einem internen Bericht des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg.

mehr ...

Recht

“Hate Speech”: Digitalisierung braucht auch Ethik

Hasskommentare, Beleidigungen und kriminelle Drohungen sind im Internet an der Tagesordnung. Mit dem reformierten Netzwerkdurchsetzungsgesetz sollen sich Nutzer nun besser wehren können. Doch der Staat legt die Beurteilung, was tatsächlich “Hate Speech” ist, in die Hände der Netzwerkbetreiber. Gastbeitrag von Rechtsanwalt Sascha Hesse

mehr ...