18. Mai 2017, 12:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

LV-Provisionsdeckel: Drei Szenarien und ihre Auswirkung auf die Vergütung

Wie würde sich nun ein deutlicher Rückgang von Vermittlern auf die Branche auswirken?

Durch das Ausscheiden von Maklern würde die Vertriebsoberfläche der Lebensversicherer, genauso wie auch das Neugeschäft, weiter schrumpfen.

Versicherer mit einer eigenen Ausschließlichkeit hätten noch am ehesten die Möglichkeit, durch eine Anpassung ihrer Vergütungssysteme oder die Beschäftigung von angestellten Vermittlern dieser Entwicklung entgegen zu wirken.

Die Herausforderung hierbei würde allerdings sein, die Vermittlergehälter vorzufinanzieren, deren Rückfluss nach Jahrzehnten vollständig erfolgen würde.

Auch Maklerpools verlieren

Auch wenn Maklerpools durch das LVRG in Form von Maklerzuwächsen profitiert haben, würde der Großteil von ihnen in allen drei vorgestellten Szenarien wohl auch zu den Verlierern zählen und eine Konsolidierungswelle unter den Pools auslösen.

Egal ob sich die Maklerpools über Überprovisionen oder Gebühren finanzieren, sind sie auf produzierende Makler und abschließende Kunden angewiesen. Die durch das Ausscheiden der Makler plötzlich unbetreuten Kunden werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht alle wieder automatisch Kunde eines klassischen Maklers und damit auch nicht wieder mittelbarer Kunde eines Pools.

Teile der Kunden könnten sich beispielsweise künftig durch eines der großen Makler-Insurtechs, ihre Bank, oder auch Ausschließlichkeitsvermittler betreuen lassen und so den Pools verloren gehen.

Ein Maklerpool, der jedoch seinen Maklern Vorfinanzierung der Bestandsprovisionen anbieten kann und so einen Teil der Liquiditätsverluste bei Abschluss des Vertrages auffängt, würde sicherlich profitieren und neue Makler für sich gewinnen können.

Die Autoren sind Fabrice Gerdes, Senior Consultant bei der Unternehmensberatung zeb, und Dieter Kipp, Partner bei zeb.

Foto: Shutterstock / Anne-Lena Cordts


Aktuelle Artikel:

LVRG-Bilanz: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

LVRG und Maklersterben: Schlimmer geht immer

Mifid II: Die sieben wichtigsten Punkte für 34f-ler

Weiter lesen: 1 2 3 4

3 Kommentare

  1. Es könnte so einfach sein. Abschaffung der Vergütungen von dritter Seite und die Vergütung der Beratung über ein individuell vereinbartes Honorar.

    Der Verbraucher bekommt eine bedarfsgerechte Beratung. Der Berater im Gegenzug eine gerechtfertigte Vergütung.

    Wird eine dauerhafte Betreuung gewünscht, lässt sich das über Servicegebühren regeln.

    Im Gegenzug erhält der Verbraucher Zugang zu Netto-Produkten. Der Vermögensaufbau/Absicherung wird effizienter.

    Hand auf’s Herz. Finanzprodukte stellen doch nicht wirklich einen Mehrwert für den Verbraucher dar. Sie sind der Mittel zum Zweck.

    Einen echten Mehrwert entsteht durch eine unabhängige Beratung, bei dem der Verbraucher Zugang zu, für Ihn geeignete, Produkte bekommt. Hier ist der Profi gefordert, der sein Knowhow und Zeiteinsatz vergütet bekommt.

    Vorteil Berater – Kein Stornoproblem, arbeitet nicht umsonst

    Vorteil Verbraucher – effizenterer Vermögensaufbau, selbst im Fall eines Vertragsabbruches steht ein höheres Guthaben zur Verfügung.

    uva…

    Meiner Meinung nach gibt es bei solchem Szenario zwei Gewinner.

    Michael W. Beyer

    Kommentar von Michael W. Beyer — 23. Mai 2017 @ 15:54

  2. Der schnelle Abverkauf von Geldanlageprodukte ist sowie durch MiFID II, IDD und Kleinanlegerschutzgesetz vorbei, denn hier wäre > 10 Jahreshaftung garantiert.
    Wer seine Beratungszeit nicht mit einer Honorar-Option verkaufen kann, wird keinen Spaß mehr daran haben.
    Wohl dem, der sich bis 2018 darauf eingestellt hat, wie z.B. in eBooks bei mwsbraun beschrieben.

    Kommentar von Frank L. Braun — 19. Mai 2017 @ 09:51

  3. Ja, da hat sich jemand sehr viel Mühe gemacht, aufzuzeigen was für den Vermittler raus kommen könnte.

    ein Vermittler mit Hirn hat den 34f, den dieses Szenarien-Kasperletheater muss man ja nicht mit machen.

    wenn der Gesetzgeber und natürlich der Verbraucherschutz es so regeln will bzw. muss ist das ok für mich.

    Es mach ohnehin nur wenig Sinn einen Kunden von der Wichtigkeit einer Altersvorsorge zu überzeugen und zwei oder drei Jahre später fällt plötzlich auf das man auch Schuhe kaufen könne für das Geld.

    Und für eine Konsumgeilheit “neustes Smartphone ein 2. oder 3. Handyvertrag oder die Lust auf kurzfristiges Geldausgeben” wird so manche Altersvorsorge gekündigt.

    Ja das ist das Recht der Kunden, und selbstverständlich ist der Kunde dann falsch beraten worden 🙂
    Und selbst wenn nicht zahlt der Vermittler einen Teil der Provision zurück….
    Natürlich um den Verbraucher zu schützen.

    Was jedoch in jedem Fall passiert, Kunden werden wegen dieser “Verbraucherschutz-Hysterie weniger mit Angeboten konfrontiert.
    Das Ergebnis ist verlorene Zeit fürs Alter vorzusorgen, was dann die Rentenlücke Lücke sein lässt.

    Wichtig ist das sich Kunden weiter mit Konsum beschäftigen dürfen, keiner prüft, reguliert, bestimmt, was man dem Kunden zumuten kann.

    Aber jeder so wir er will, Toleranzfähigkeit wird täglich auf den Prüfstand gestellt.
    Guten Start in ein angenehmes Wochenende
    wünscht
    PP

    Kommentar von Peter Prunhuber — 19. Mai 2017 @ 08:56

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Sozialverband VdK fordert “großen Wurf” für Pflegekräfte

In der Debatte um die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften fordert der Sozialverband VdK einen “großen Wurf”. Es seien bessere Rahmenbedingungen nötig, um Arbeit in der Pflege attraktiver zu machen.

mehr ...

Immobilien

Erbbauzinsen werden trotz Corona überwiegend zuverlässig gezahlt

Rund ein Fünftel der Erbbaurechtsgeber hat aufgrund der Corona-Pandemie Zahlungsausfälle bei den gewerblichen Erbbaurechten zu verzeichnen. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Erbbaurechtsverbands hervor. Im Wohnbereich hingegen werden die Erbbauzinsen bisher zuverlässig gezahlt.

mehr ...

Investmentfonds

Hält die Fed eine weitere Überraschung bereit?

Die US-Notenbank (Fed) hat während der aktuellen Covid-19-Krise beispiellose Maßnahmen ergriffen, aber viele Marktteilnehmer fragen sich derzeit, ob sie noch einen Schritt weiter gehen und sich auf ein Zinskurvenmanagement – neben kurzfristigen sollen auch die längerfristigen Zinsen gesteuert werden – einlassen könnte. Ein Kommentar von Lidia Treiber, Director, Research, WisdomTree

mehr ...

Berater

Frauen in Führung kommunaler Firmen unterrepräsentiert

Frauen kommen in den Topetagen kommunaler Unternehmen einer Studie zufolge vor allem in den Bereichen voran, die in der Corona-Pandemie von Bedeutung sind.

mehr ...

Sachwertanlagen

Wealthcap bringt weiteren Immobilien-Dachfonds

Der Asset Manager Wealthcap erweitert sein Angebot mit dem neuen „Wealthcap Fondsportfolio Immobilien International I“. Es handelt sich um einen Publikums-AIF, mit mindestens 50.000 Euro ist die Einstiegshürde aber recht hoch und der Fonds richtet sich speziell an vermögende Privatanleger.

mehr ...

Recht

Erbrecht: Wann ist eine Testamentsunterschrift gültig?

Für die Unterzeichnung eines notariell errichteten Testaments genügt es, wenn der Erblasser versucht, seinen Familiennamen zu schreiben und die Unterschrift krankheitsbedingt nur aus einem Buchstaben und einer anschließenden geschlängelten Linie besteht, entschied das OLG Köln in seinem Beschluss vom 18. Mai 2020.

mehr ...