Anzeige
19. Juli 2017, 08:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Vermittler mit Berührungsängsten bei Gewerbepolicen”

Cash. sprach mit Jens Steiniger, Produktmanager Nicht-Leben bei den Basler Versicherungen, über Berührungsängste der Vermittler und den Vorwurf, dass die dynamische Risikoeinschätzung immer noch zu wenig verbreitet sei.

Gewerbe-basler in Vermittler mit Berührungsängsten bei Gewerbepolicen

Jens Steiniger: “Viele Vermittler haben allein aufgrund der veränderten Situation in der Lebensversicherung das Gewerbegeschäft für sich entdeckt.”

Cash.: Stimmt der häufig vorgebrachte Vorwurf, dass die dynamische Risikoeinschätzung im Bereich der Gewerbeversicherungen immer noch zu wenig verbreitet sei? Versicherungsnehmer würden meistens in Risikogruppen zusammengefasst, die schnell eine Vielzahl an Betriebsarten umfassen, die sich unter Umständen nur ähnlich sind.

Steiniger: Unser Betriebsartenverzeichnis für Sach-Gewerbe umfasst über 1.000 Betriebsarten. Dass man Betriebsarten zusammenfasst, ist dabei unproblematisch und gängige Praxis. Die Gruppierungen bilden sehr ähnliche Risiken ab, bei denen ähnlicher Versicherungsschutz benötigt wird. So kann ein weitreichender Standardversicherungsschutz zu einer günstigen Prämie angeboten werden. Dies wiederum kommt dem Preisbewusstsein der Kunden entgegen. Zudem stellt diese Eingruppierung die Basis für das individuelle Underwriting dar. Sollte sich ein Betrieb mit seinen speziellen Bedürfnissen nicht wiederfinden, sind natürlich auch individuelle Lösungen möglich. Zum Beispiel können Selbstbehalte abweichend vereinbart oder spezielle Klauseln eingeschlossen werden. Und der versicherte Gefahrenumfang kann von einzelnen Gefahrenkombinationen bis hin zur Allgefahrenversicherung je nach Kundenwunsch gewählt werden.

Lässt sich für Vermittler das rückläufige Geschäft in Sparten wie der klassischen Lebensversicherung durch das Geschäft mit den Gewerbeversicherungen kompensieren?

Viele Vermittler haben allein aufgrund der veränderten Situation in der Lebensversicherung das Gewerbegeschäft für sich entdeckt. Sie müssen flexibel sein in ihrer Verkaufsausrichtung und Strategie. Nur derjenige Vermittler wird langfristig erfolgreich sein, der sich den Markterfordernissen anpasst. Aber der Markt für gewerbliche Versicherungen ist noch lange nicht erschöpft – gerade weil viele Vermittler dort zuvor nicht tätig waren. Die Möglichkeiten der Kompensation sind vorhanden, inwieweit diese ausgeschöpft werden, hängt von jedem Vertriebspartner selbst ab.

Man hat den Eindruck, dass viele Vermittler noch Berührungsängste mit der Sparte haben. Woran liegt das?

Das ist erstmal unabhängig von der Sparte. Viele Vermittler haben oder hatten Berührungsängste mit dem Bereich der Gewerbeversicherungen. Hätte es den Umbruch im Lebensversicherungsgeschäft nicht gegeben, wäre das vermutlich auch weiterhin so geblieben. Es ist ganz klar: Der Sprung aus dem Lebens- und Privatkundenbereich rein ins gewerbliche oder gar industrielle Geschäft ist für viele eine Hürde. Es lohnt sich aber für alle Beteiligten, diese zu meistern – auch für die Kunden.

Interview: Kim Brodtmann

Foto: Basler

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Kommentar. Wir werfen ja nicht Metzger und Bäcker in einen Topf; es kommt dabei schon auf die Granularität an. Im Vergleich zu den alten Gewerbetarifen, bei denen wir Einstufungsklassen kannten (Feuer Klasse 1-8, ED Klasse 1-5, usw…), sind die neuen Tarife und Gruppierungen sehr viel feiner und bedarfsgerechter aufgebaut. Die GDV Empfehlung z.B. geht von 320 Gruppen – für jede Gefahr – aus, wir haben daraus über 1.000 gemacht, so dass sich jeder Kunde erst mal wieder findet. Zudem lassen individuelle Fragen (Standort, Summe, Baujahr, Bauart, Sicherungen, Nachbarschaft, Vorschäden…) eine weiter individuelle Risikoeinschätzung und somit Tarifierung zu. Wenn dann noch zusätzliche Deckungsbedarfe notwendig sind, können diese mit dem Fachvertrieb individuell besprochen werden. Wenn Sie noch Fragen haben, sprechen Sie mich gerne an.

    Kommentar von Jens Steiniger — 21. Juli 2017 @ 15:15

  2. Sorry, aber die Zusammenfassung von betriebsarten ist Nonsens!
    Man merkt das Sie niemals im Vertrieb tätig waren

    Kommentar von SSV Vers. — 19. Juli 2017 @ 10:57

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Werkstattbindung: Für DEVK kein Problem

Mehr als 2,6 Millionen Verkehrsunfälle hat die Polizei 2017 auf deutschen Straßen gezählt. Im Schadenfall wenden sich Autofahrer an die Versicherer. Wer den Unfall verursacht hat, kann sich für die Reparatur des eigenen Fahrzeugs eine Partnerwerkstatt empfehlen lassen – und so Zeit und Geld sparen, argumentiert der Kölner Versicherer DEVK. Und gibt Tipps, wie sich bei Werkstattbindung Ärger vermeiden lässt.

mehr ...

Immobilien

All In: Wohnen mit Energie-Flatrate

Wohnen wird immer teurer, steigende Energiekosten treiben die finanzielle Belastung für Mieter weiter in die Höhe. Wie können sich Mieter und Vermieter neue Gebäudetechniken zunutze machen?

Gastbeitrag von Dieter Wohler und Peter Krupinski, SPAR + BAU

mehr ...

Investmentfonds

Erster Hanf-Fonds

Wer in Hanf und seine Wirkstoffe, zum Beispiel CBD, investieren will, musste bisher die Aktien einzelner Unternehmen kaufen. Schon Anfang Dezember können Anleger, die keine einzelnen Aktien in ihren Portfolios halten wollen, in einen Hanf-Fonds investieren.

mehr ...

Berater

Ringen um Provisionsbegrenzung bei Lebensversicherungen

Verbraucherschützer fordern eine baldige Deckelung der Provisionen bei Lebensversicherungen. “Der Vorschlag des Bundesfinanzministeriums, Provisionen der Vermittler zu begrenzen, muss endlich umgesetzt werden”, sagte Versicherungsexperte Lars Gatschke vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Nur Augenhöhe wird erneut nicht reichen

Der Verband ZIA hat die Vorgaben des früheren BSI für Performanceberichte der Fondsanbieter als Verbandsstandard aufgehoben. Er wiederholt damit womöglich einen Fehler, den die Branche schon bei den Prospekten gemacht hat. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...