Anzeige
20. Juli 2017, 11:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Laufende Bestandsprüfungen keine Maklerpflicht

Makler sind nicht dazu verpflichtet turnusmäßige Gespräche mit ihren Kunden zu führen oder bei der Übernahme laufender Verträge in die Betreuung eine Risikoanalyse durchzuführen. Dies gilt jedenfalls, wenn kein konkreter Anlass vorliegt, so das OLG Frankfurt. Gastbeitrag von Jürgen Evers, Kanzlei Blanke Meier Evers Rechtsanwälte

Laufende Bestandsprüfungen keine Maklerpflicht

Jürgen Evers, Kanzlei Blanke Meier Evers Rechtsanwälte

1996 hatte ein Kunde eine Hausratpolice bei einem Makler abgeschlossen, welche 2003 aufgrund eines Umzugs erweitert worden war. Als der Makler später sein Geschäft aufgab, nahm der beklagte Makler den Vertrag in die Betreuung, ohne den Kunden erneut zu kontaktieren. Als dem Kunden dann 2012 bei einem Einbruchdiebstahl unter anderem Schmuck im Wert von rund 50.000 Euro entwendet wurde, erhielt dieser wegen einer Maximierung der Deckungssumme für Schmuck lediglich 20.000 Euro vom Versicherer.

Vom beklagten Makler forderte der Kunde daraufhin Ersatz der Differenz. Seiner Meinung nach hätte der Makler ihn wegen der größtenteils nach Änderung der Police angeschafften Wertgegenstände darauf hinweisen müssen, dass sein Vertrag angepasst werden müsse. Das Landgericht hat eine Pflichtverletzung des Maklers verneint und die Klage abgewiesen.

Jedenfalls hätte der Makler Hinweispflichten schon durch den Versand eines Newsletters genügt, der in verständlicher Sprache über die Bedeutung von Wertgrenzen und die Notwendigkeit eines Tresors informiert habe. Die Berufung beim OLG blieb erfolglos.

Bestandsübernahme kein Beratungsanlass

Werden bestehende Versicherungen in die Betreuung übernommen, sei der Makler nicht erneut dazu verpflichtet, Kunden darüber zu belehren, dass der Versicherungsschutz auf 20 Prozent der Versicherungssumme für Wertsachen und zusätzlich auf 20.000 Euro für Schmuck begrenzt ist, der außerhalb eines Wertschutzschrankes aufbewahrt wird.

Dies gelte jedenfalls, soweit ein besonderer Beratungsanlass nicht bestehe. Sollte dem Kläger dieser Umstand nicht bekannt sein, sei die Pflichtverletzung dem Ursprungsmakler anzulasten, der die Vertragsänderung vermittelt habe. Dem beklagten Makler sei auch nicht vorzuwerfen, nach Vertragsübernahme weder eine Bestandsaufnahme des Versicherungsschutzes noch eine Bedürfnisprüfung vorgenommen zu haben.

Bei der Übernahme einer Hausratversicherung in die Betreuung sei Makler nicht verpflichtet, von sich aus den Kunden aufzusuchen, um ihn zu fragen, ob sich das Risiko durch nachträgliche Anschaffungen erhöht habe.

Seite zwei: Keine Pflicht zum Tätigwerden

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Mehr Respekt, weniger Rage: Wie Sie Knöllchen vermeiden

Wer morgens gerne trödelt und abends in Feierabend-Euphorie verfällt, drückt gern mal etwas fester aufs Gaspedal. Und hängt dem Vormann fast im Kofferraum. Szenen aus dem deutschen Verkehrsalltag. Leider tappen Drängler viel zu selten in Blitzerfallen. Weitere Verkehrssünden wie Handynutzung, Falschparken, Rotlichtverstöße und zu geringer Sicherheitsabstand gehören ebenfalls zum Alltag auf deutschen Straßen.

mehr ...

Immobilien

vdp-Preisindex: Immobilienpreise wachsen langsamer

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen noch immer, doch nach den Daten des Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) schwächt sich das Wachstum allmählich ab. Zeichnet sich eine Trendwende ab?

mehr ...

Investmentfonds

Ölpreise steigen wieder

Nach den Verlusten der vergangenen Wochen, ziehen die Ölpreise wieder an. Das liegt unter anderem an dem knapperen Angebot. Ob die Opec-Mitglieder ihre Fördermenge in nächster Zeit reduzieren, ist unentschieden. Russland und Saudi-Arabien sind unterschiedlicher Meinung.

mehr ...

Berater

Bafin-Chef: Regulierung der Banken geht nie zu Ende

Felix Hufeld, Chef der Finanzaufsichtsbehörde Bafin, hat Hoffnungen von Banken auf weniger Regulierung eine Absage erteilt. Das tat er am Montag im Zuge eines Bankenkongresses in Frankfurt.

mehr ...

Sachwertanlagen

INP kauft drei weitere Pflegeheime

Die INP-Gruppe aus Hamburg hat drei Pflegeeinrichtungen der Wolf-Gruppe aus Eschwege, Hessen, übernommen. Zwei der drei Immobilien wurden für den offenen Spezial-AIF “INP Deutsche Pflege Invest” erworben, die dritte für einen Publikumsfonds.

mehr ...

Recht

PRIIP und die UCITS-KIID: Fallstricke in der Umstellung?

Das ifa-Ulm sieht bei der Umstellung von UCITS-KIID zu PRIIP-spezifischen Angaben neue Herausforderungen auf die Versicherer zukommen. Denn gerade beim Umgang mit laufenden Jahresbeiträgen liefern die technischen Regulierungsstandards keine klaren Vorgaben.

 

mehr ...