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12. Oktober 2017, 06:00
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Rechtsschutz: Legal-Techs sind berechenbares Risiko

Die Branche der Rechtsschutzversicherer steht aus mehreren Richtungen unter Druck und muss sich weiterentwickeln. Ein relativ neues und heiß diskutiertes Phänomen sind Legal-Techs mit digitalen Geschäftsmodellen. Gastbeitrag von Torben Tietz und Michael Schulte, MSR Insights.

Rechtsschutz: Legal-Techs sind berechenbares Risiko

Legal-Techs können helfen, dem Kostendruck zu begegnen und gefährden so die Anwaltschaft mehr als die Versicherer.

Die Rechtsschutzversicherung in Deutschland befindet sich in einer schwierigen Situation. Über Jahre hinweg konnte kaum Wachstum über die Beitragserhöhung hinaus generiert werden. Dabei besitzt über die Hälfte der Haushalte in Deutschland nach wie vor keine Rechtsschutzversicherung.

Marktdurchdringung stagniert

Der Blick auf einzelne Unternehmen zeigt ein stärker differenziertes Bild: Es gibt Anbieter, die in dieser Situation erfolgreich wachsen.

Zum Beispiel, weil sie es schaffen, sich in die Vertriebsprozesse ihrer Vertriebspartner optimal zu integrieren oder weil sie über Kooperationen und Annexgeschäft neue Zielgruppen erschließen.

Dem stehen schrumpfende Bestände (auch durch Sanierungsmaßnahmen) bei anderen Anbietern gegenüber, sodass die Durchdringung der Haushalte mit Rechtsschutzprodukten insgesamt nahezu stagniert.

Viele Faktoren wirken auf Ertragssituation

Hinzu kommt eine angespannte Ertragssituation. Die Combined Ratio bei Rechtsschutzversicherern hat 2014 erstmals die kritische Marke von 100 Prozent überschritten.

Hier wirken gleich mehrere Faktoren zusammen: die anhaltende Niedrigzinsphase, die Regulatorik mit zunehmenden Anforderungen an die Kapitaldeckung, der Anstieg der Anwaltskosten im Rahmen der Änderungen der Gebührenordnung, immer wieder größere rechtliche Themen (VW-Abgasskandal, Anfechtung von Kreditgebühren bei Baufinanzierungen) und neue Mandats-Aggregatoren im Markt, die online Mandate generieren.

Kunden unzufrieden mit Versicherern

Ein weiterer Aspekt zur Beurteilung der Lage ist die Kundenzufriedenheit – von der Art her ein Faktor, der in die Zukunft gerichtet aufzeigt, wie sich Kundenbindung und durch Empfehlungen generiertes Neugeschäft entwickeln werden.

Die mit der Kostenentwicklung einhergehenden Beitragsanpassungen (BAK) haben die Bindung der Bestandskunden an ihren Rechtsschutzversicherer deutlich geschwächt.

Die Studie „Kubus Rechtsschutz“ misst, dass sowohl Kundenzufriedenheit als auch Kundenbindung im Markt zurückgehen. Die Branche steht also aus mehreren Richtungen unter Druck und muss sich weiterentwickeln.

Seite zwei: Legal-Techs setzen auf Einfachheit

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