19. Mai 2017, 14:43
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Solvenzberichte: Assekuranz überschüttet Anleger mit Infos

Die Versicherungsbranche macht es Kunden nicht leicht: Nachdem die ersten Unternehmen ihre Berichte zur Finanzlage und Krisenfestigkeit vorgelegt haben, sehen Verbraucherschützer in den Veröffentlichungen wenig Gewinn für die Kunden.

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Die Huk Coburg etwa veröffentlichte für jede ihrer Töchter mehr als 100 Seiten. Ähnlich umfassend war das Werk der Ergo Leben, die zum Rückversicherer Munich Re gehört.

“Der direkte Nutzen ist nicht sehr groß”, sagte Versicherungsexperte Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg am Freitag auf Anfrage.

Solvenzberichte im Internet

Europas Versicherer müssen die Öffentlichkeit in diesen Tagen erstmals darüber informieren, ob sie Extremereignissen wie massiven Kursturbulenzen an den Kapitalmärkten oder dramatischen Naturkatastrophen gewachsen sind. Bis spätestens 22. Mai müssen die sogenannten Solvenzberichte im Internet veröffentlicht werden.

Die ersten Unternehmen legten bereits vor dem Wochenende umfangreiches Material vor. Die Huk Coburg etwa veröffentlichte für jede ihrer Töchter mehr als 100 Seiten. Ähnlich umfassend war das Werk der Ergo Leben, die zum Rückversicherer Munich Re gehört. Die LVM Lebensversicherungs-AG kam mit 61 Seiten aus.

Branche kritisiert hohen Aufwand

Die Veröffentlichungen sollen Aufsichtsbehörden, Maklern, Aktionären und Verbrauchern einen besseren Eindruck von der Finanzlage und der Widerstandskraft der Unternehmen verschaffen. “Selbst, wenn ich mich als Verbraucher interessiere, müsste ich für einen Vergleich mehrere Berichte lesen”, sagte Grieble. Das dürfte die wenigsten machen.

Allein in Deutschland müssen rund 350 Assekuranzen, die unter die strengeren europäischen Regeln (Solvency II) fallen, entsprechende Informationen veröffentlichen. Die Branche hat den aus ihrer Sicht hohen Aufwand kritisiert, der mit der Erstellung der künftig jährlichen Berichte verbunden ist. (dpa-Afx)

Foto: Shutterstock

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