Beste Chancen für Produkthaftpflichtversicherung 2.0

Der Versicherungsmakler Aon Risk Solutions hat seine Marktprognose für 2018 veröffentlicht und sieht darin für eine besondere Form der gewerblichen Haftpflichtversicherung ein erhebliches Wachstumspotenzial.

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Hartmuth Kremer-Jensen: „Durch fehlerhafte Software steigt das Risiko von Unternehmen, Vermögensschäden bei den Kunden zu verursachen.“

Unternehmen benötigen danach künftig neue Lösungen, um ihre wirtschaftlichen Risiken abzusichern. „Durch die Digitalisierung werden sich schon bis zum Jahr 2022 in 75 Prozent aller Firmen die Produktions- und Lieferprozesse deutlich verändern. Das führt für die Unternehmen zu neuen Risiken, für die Versicherungsschutz gefunden werden muss“, sagt Hartmuth Kremer-Jensen, Mitglied der Geschäftsführung bei Aon Risk Solutions.

Vermögensschäden nicht per se gedeckt

Laut Aon wächst im Zuge der Digitalisierung das Angebot an softwaregestützten Leistungen und Produkten, das Unternehmen ihren Kunden unterbreiten. „Durch fehlerhafte Software steigt das Risiko dieser Unternehmen, Vermögensschäden bei den Kunden zu verursachen. Und diese Schäden sind nicht durch die Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherungen abgedeckt, die von den Firmen bislang abgeschlossen wurden“, sagt Kremer-Jensen.

Gesamte digitale Wertschöpfungskette

Diese Lücke im Versicherungsschutz werde künftig durch ein neu entwickeltes Produkt geschlossen: die Technology Errors & Omissions Insurance (Tech E&O). „Die Tech E&O basiert auf einer IT-Haftpflichtversicherung, die im Zuge der Digitalisierung weiterentwickelt wurde. Ihr gehört die Zukunft. Sie wird zur Produkthaftpflichtversicherung 2.0, die von den Unternehmen gebraucht wird, um für die gesamte digitale Wertschöpfungskette Versicherungsschutz zu genießen“, so Kremer-Jensen.

Unternehmenskunden haben in Sachen Digitalisierung oft andere Wünsche

Kritische Worte zum Thema Digitalisierung findet der Aon-Experte für seine eigene Kaste. Die Unternehmen der Versicherungswirtschaft hätten zwar ihre Webseiten optimiert, damit sie im Internet besser gefunden würden. Auch hätten sie Apps gestaltet, damit Versicherungen per Smartphone und Tablet abgeschlossen und Schäden gemeldet werden könnten. „Besonders Unternehmenskunden haben in Sachen Digitalisierung aber andere Wünsche. Sie fordern von der Versicherungswirtschaft neben der Tech E&O weitere Absicherungslösungen, um ihre digitalen Herausforderungen zu meistern“, sagt Kremer-Jensen. (fm)

Foto: Aon Risk Solutions

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