29. Januar 2018, 06:00
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“Ein harter Provisionsdeckel provoziert Kompensationslösungen”

Welche Folgen hätte ein Provisionsdeckel in der Lebensversicheurng?

Ich habe da nicht sehr hohe Erwartungen. Der 2012 in der privaten Krankenversicherung eingeführte Provisionsdeckel hat aus meiner Sicht keine durchschlagende Wirkung gehabt.

Jedenfalls hat mir bislang niemand schlüssig erklären können, warum trotz des Deckels die Abschlussaufwendungen der Branche nahezu unverändert hoch geblieben sind, gleichzeitig aber sich der Bruttoneuzugang an Vollversicherten in etwa halbiert hat.

Meine Vermutung ist, dass ein harter Deckel Kompensationslösungen provoziert.

Noch bedenklicher sind die Erfahrungen aus Großbritannien. Nach dem Provisionsverbot für bestimmte Anlagen und anlageförmige Versicherungen 2013 versucht man jetzt mit staatlich finanzierten Robo-Advisors die Beratungslücke zu schließen, die sich aufgetan hat. Altersvorsorge verkauft sich nun einmal nicht von allein.

Kann hier die Honorarberatung helfen?

Die bei uns überhöhend als Honorarberatung bezeichnete Vermittlung gegen vom Kunden zu zahlende Gebühren – in UK nennt man das schlicht “fee-based advice and mediation” – ist keine Lösung.

Denn erst einmal braucht es Kunden, die eigenmotiviert diesen Berater aufsuchen und für eine Botschaft, die viele Menschen in Wahrheit verdrängen, auch noch eine Gebühr zu zahlen bereit sind.

Übrigens haben wir in einer Assekurata-Studie herausgefunden, dass die Menschen in hochgradig provisionsregulierten Ländern wie UK oder den Niederlanden deutlich stärker als bei uns glauben, ganz auf jeglichen Berater verzichten und sich selbst im Internet alle nötigen Informationen beschaffen zu können.

Die Deutschen sind zudem erstaunlicherweise honoraraffiner und -erfahrener als unsere britischen und holländischen Nachbarn, beispielsweise fragen sie häufiger Leistungen von Steuerberatern gegen Honorar nach.

Man muss deshalb auch die These anzweifeln, dass in Deutschland die alternative Honorarberatung noch zu wenig bekannt sei, und mit staatlicher Förderung nun bald zum großen Durchbruch kommen wird.

 

Seite drei: Mit mehr Expertensachverstand regulieren”

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2 Kommentare

  1. Höchste Zeit nen Diätendeckel für ahnungslose Politiker einzuführen.

    Kommentar von stefan meier — 29. Januar 2018 @ 10:50

  2. Beamte und Politiker im Verbund mit den Verbraucherschützern regeln gern bei anderen. Bei eigenen Pfründen (Pensionsansprüche erfordern Rücklagen oft von über 1 Million Euro) höre ich so gut wie gar nichts. Die Medien versagen hier völlig, bei 1,7 Billionen Euro die dem Staat schon heute an Rücklagen dafür fehlen. Erstaunlicherweise kein Thema. Durch Versicherungsbashing wird der Druck auf den Staat, wegen fehlender Alterszusatzvorsorge gewaltig zunehmen. Kein Problem für die aktuelle Regierung. Unsere Kinder und Enkel werden das anders beurteilen….

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 29. Januar 2018 @ 10:30

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