6. März 2017, 07:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Regulierung der Honorarberatung: Desaster oder wichtiger Schritt?

Das Honoraranlageberatungsgesetz war ein erster Schritt, um die alternative Vergütungsform zu stärken. In den Augen vieler Kritiker ist das jedoch nicht gelungen. Die Umsetzung der EU-Richtlinien Mifid II und IDD in deutsches Recht könnte der Honorarberatung neuen Rückenwind verschaffen.

Regulierung der Honorarberatung: Desaster oder wichtiger Schritt?

Das Honoraranlageberatungsgesetz wurde von den Befürwortern der Honorarberatung grundsätzlich als wichtiger Schritt begrüßt – an der konkreten Ausgestaltung wurde jedoch reichlich Kritik geübt.

Im Koalitionsvertrag hatte sich die Große Koalition darauf verständigt, die Honorarberatung als Alternative zur Beratung auf Provisionsbasis zu stärken. Hierzu trat am 1. August 2014 das “Gesetz zur Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente” (Honoraranlageberatungsgesetz) in Kraft.

Die Einführung des Gesetzes wurde zwar grundsätzlich von den Befürwortern der Honorarberatung als wichtiger Schritt begrüßt, Kritik übten sie jedoch an der konkreten Durchführung und Zielerreichung.

“Völlig an der Realität vorbei”

“Das Gesetz ist ein Desaster: Völlig an der Realität vorbei, keine wirkliche Begriffsnormierung, keine Beseitigung steuerlicher Benachteiligungen und nur auf den Themenkreis Geldanlage beschränkt“, sagt Frank Frommholz, geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Finanzberatung Frommholz OHG, der seit fast einem Jahrzehnt als Honorarberater tätig ist.

Etwas weniger streng ist Volker Britt, Geschäftsführer der Göttinger Plattform für Honorarberatung Honorarkonzept: “Indirekt hat die Bundesregierung mit dem Honoraranlageberatungsgesetz die Honorarberatung gestärkt, weil sie das Thema einmal mehr auf die Agenda gebracht hat. Mit dem Gesetz an sich und der neuen Kategorie ‘Honorar-Finanzanlagenberater’ hat das aber wenig zu tun.”

Durch das Honoraranlageberatungsgesetz wurde der Paragraf 34h in die Gewerbeordnung (GewO) eingefügt. Im Register des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK) sind derzeit lediglich 139 Honorar-Finanzanlagenberater gemäß Paragraf 34h GewO erfasst.

Seite zwei: Keine Übergangsregelungen für wechselwillige Berater

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Der Begriff “unabhängige Finanzberatung” macht meiner Meinung nur dann Sinn, wenn dieser geschützt wird.

    Gerne bezeichnen sich “strukturierte Finanzoptimierter” als unabhängig und branchenneutral.

    Ganz unabhängig sind diese jedoch nicht, i.d.R. sind es im Mehrfachagenten und Sachwertvermittler. Daraus resultiert ein eingeschränktes Portfolio an Assets. Teilweise beschränkt auf Produkte und “Marken” der Hauptgesellschaft.

    Auch sollte von Unabhängigkeit nicht gesprochen werden, wenn der Fokus auf Produkte mit hohen Provisionserlösen liegt. Werden Immobilien und AIF’s vermittelt kommen neben Kosten für Maklercourtage und Agio’s noch üppige Innenprovisionen.

    Wünschenswert wäre “unabhängige Finanzberatung” die an ein Provisionsannahmeverbot geknüpft ist. Nur glaube ich nicht, dass sich strukturierte Unternehmen davon beeindrucken lassen. Sie würden eines Ihrer Vorteile gegenüber Banken und Versicherungen aus der Hand geben.

    Kommentar von Michael W. Beyer — 13. März 2017 @ 12:50

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Lebensversicherungen: GDV meldet Zuwachs bei Auszahlungen

Die deutschen Lebensversicherer haben 2019 deutlich mehr an ihre Kunden ausgezahlt als ein Jahr zuvor. Auch das bei Lebensversicherern angesparte Geldvermögen legte zu, meldet der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

mehr ...

Investmentfonds

Coronakrise: HWWI-Chef plädiert für Grundeinkommen

Am 2. April war der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, Professor Dr. Henning Vöpel zu Gast auf dem Roten Sofa in der NDR-Sendung “DAS!”. Dabei sagte er dramatische wirtschaftliche Auswirkungen durch die Corona-Pandemie voraus und erläuterte seine unkonventionelle alternative Lösung zum Hilfspaket der Bundesregierung. 

mehr ...

Berater

Sucht: Aus der Bodenlosigkeit die Kontrolle zurückgewinnen

Suchtproblematik am Arbeitsplatz – klingelt da was bei Ihnen? Dann lesen Sie unbedingt weiter! Die Fürstenberg-Kolumne mit Mareike Fell

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT schließt institutionellen US-Fonds und investiert erneut in Boston

Die BVT Unternehmensgruppe, München, hat über ihre Kapitalverwaltungsgesellschaft Derigo für den von ihr verwalteten geschlossenen Spezialfonds BVT Residential USA 12 die dritte Investition vorgenommen. Ein Nachfolge-Spezialfonds ist geplant.

mehr ...

Recht

Neuer Mieterschutz in Kraft: Wie Sie durch die Krise kommen

Ab heute gilt für Mieterinnen und Mieter, die durch finanzielle Einschnitte in besonderem Maße von der Corona-Krise betroffen sind, ein erweiterter Kündigungsschutz. Es ist aber für Betroffene laut GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen weitere Unterstützung nötig.

mehr ...