Barmer-Pflegereport 2018: „Die Grenze der Belastbarkeit erreicht“

Viele pflegende Angehörige in Deutschland sehen sich an der Grenze der Belastbarkeit. Mittlerweile möchten 185.000 von rund 2,5 Millionen Personen, die heute Angehörige zu Hause pflegen, eigentlich aufhören. 6,6 Prozent, also 164.000 Personen, wollen nur mit mehr Hilfe weiter pflegen. Und 25.000 wollen dies auf keinen Fall länger tun. Das geht aus dem neuen Pflegereport der Barmer Krankenkasse hervor. Droht ein Pflegenotstand?

 

Die Grenze der Belastbarkeit ist erreicht. Zehntausende Angehörige, die Familienmitglieder zu Hause pflegen, benötigen selber Unterstützung. Bei der Bundesregierung sollten die Alarmglocken schrillen. Denn was nutzen 13.000 neue Pflegekräfte, wenn 185.000 pflegende Angehörige den Dienst quittieren.

 

„Ohne pflegende Angehörige geht es nicht. Es ist höchste Zeit, dass sie schon frühzeitig besser unterstützt, umfassend beraten und von überflüssiger Bürokratie entlastet werden. Deshalb wird es in Kürze bei der Barmer möglich sein, den Hauptantrag für Pflegeleistungen auf einfache und unkomplizierte Weise online zu stellen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Prof. Dr. Christoph Straub mit Blick auf die Ergebnisse der repräsentativen Befragung unter mehr als 1.900 pflegenden Angehörigen. Demnach wünschten sich fast 60 Prozent unter ihnen weniger Bürokratie bei der Beantragung von Leistungen.

Belastungsgrenze erreicht

Laut Pflegereport gibt es in Deutschland rund 2,5 Millionen pflegende Angehörige, darunter rund 1,65 Millionen Frauen. Nur ein Drittel aller Betroffenen geht arbeiten, jeder Vierte aber hat seine Arbeit aufgrund der Pflege reduziert oder ganz aufgeben müssen. Das geht aus der Befragung hervor, die repräsentativ für alle pflegenden Angehörigen in Deutschland steht.

 

Seite 2: Hilfsangebote werden nicht genutzt

 

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