Überschüsse für Lebensversicherte dürften weniger stark sinken

Der jahrelange Sinkflug der Überschüsse bei deutschen Lebensversicherungen sollte sich einer Studie zufolge 2019 deutlich abschwächen. Das erklärte Henning Kühl von Policen Direkt am Montag in Frankfurt.

Die Bundesregierung hat vor wenigen Tagen beschlossen, die Regeln für den Aufbau der ZZR bereits ab 2018 deutlich abzumildern.

„Wir erwarten in der Breite keine weiteren starken Kürzungen bei der Überschussdeklaration“, so Kühl, Chefaktuar des Lebensversicherungs-Aufkäufers Policen Direkt.

„Besonders finanzstarken Versicherern trauen wir zu, dass sie ihre Überschüsse konstant halten und auch Schlussüberschüsse zahlen.“ 2017 habe sich die Lage der Branche zwar erneut verschärft. Jetzt aber winkt eine milliardenschwere Erleichterung beim Aufbau von Reserven.

In den kommenden Wochen werden die deutschen Lebensversicherer wieder bekanntgeben, wie viel Zinsen sie ihren Kunden im nächsten Jahr gutschreiben.

Weniger Rendite durch ZZR

Die laufende Verzinsung aus Garantiezins und Überschussbeteiligung der klassischen Lebens- und Rentenversicherungsverträge war in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken, weil die Versicherer wegen der allgemeinen Niedrigzinsen am Finanzmarkt immer geringere Erträge erzielten.

Kunden mit alten Verträgen, die noch Garantiezinsen von bis zu vier Prozent vorsehen, konnten und können zwar damit rechnen, diese auch zu erhalten.

Allerdings mussten die Versicherer für diese hohen Garantieverpflichtungen seit 2011 eine Zinszusatzreserve (ZZR) aufbauen. Diese führte dazu, dass für andere Kunden mit geringeren Garantien im Vertrag noch weniger Rendite blieb als ohnehin.

Seite zwei: Bundesregierung lässt Milde walten

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