WWK: „Wer sagt, Riester lohnt sich nicht, täuscht die Menschen“

Viele Kunden kapitulieren vor dem Zulagenverfahren. Ist Riester zu bürokratisch?

Heß: Es ist in der Tat so. Die Riester-Rente ist zu komplex. Das gilt nicht nur für den Kunden, sondern auch für uns als Versicherer. Wir haben uns aber auf diese Komplexität IT-technisch sehr gut eingestellt. Das hilft uns – auch unter Kostengesichtspunkten. Deshalb sind wir heute in der Lage, das facettenreiche Riester-Geschäft gut zu verarbeiten.

Was müsste sich ändern, damit Riester verständlicher wird?

Eckert: Das Produktinformationsblatt in der aktuellen Form versteht kaum ein Kunde. Dort müsste man deutlich vereinfachen. Ein Beispiel: Die Produktinformationsstelle Altersvorsorge, PIA, arbeitet mit fünf Chance-Risikoklassen. Wir haben aber ansonsten beispielsweise bei den sogenannten Versicherungsanlageprodukten wegen der Vorgaben durch die PRIIP-KIDs sieben. Das gilt auch für die Fonds, die ausgewählt werden. Hier gibt es einen siebenstufigen KIID. Das heißt, die Systeme sind bei gleichen Produkten nicht kongruent. Hinzu kommen noch solche Dinge wie das erwähnte Zulagenverfahren und die Förderberechtigung. Wenn dort nach Jahren die Zahlungen zurückgefordert werden, muss alles rückabgewickelt werden. Das ist wahnsinnig kompliziert. Oder nehmen Sie die Produkteinführung: Erst erhält man von der Zertifizierungsstelle die Zertifizierungsnummer und dann von der PIA seine Chance-Risiko-Klasse. Der gesamte Komplex muss deutlich entschlackt werden. (dr)

Foto: Katrin Stein

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