27. Dezember 2019, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Alexa ist der Weg in den totalen Überwachungsstaat”

Der Bundestag hat in seiner letzten Sitzung vor der Weihnachtspause in der vergangenen Woche über Risiken und Chancen der künstlichen Intelligenz (KI) debattiert. Mitglieder der für das Thema eingesetzten Enquete-Kommission zogen nach eineinhalb Jahren eine erste Zwischenbilanz.

Shutterstock 601257215 in Alexa ist der Weg in den totalen Überwachungsstaat

Die Grünen machten Datenschutzbedenken deutlich. Der Abgeordnete Dieter Janecek verwies auf Amazons Alexa. 

Solche Kommissionen werden zur Vorbereitung von Entscheidungen über große gesellschaftliche Themen eingesetzt und sollen dem Bundestag Empfehlungen vorlegen. Der KI-Kommission gehören 19 Bundestagsabgeordnete und 19 Sachverständige an. Sie soll nach der parlamentarischen Sommerpause 2020 Handlungsempfehlungen abgeben.

In der Bundestagsdebatte ging es vorrangig um intelligente Systeme in Wirtschaft, Staat und im Gesundheitssystem. Die Kommission veröffentlichte dazu auch Zwischenberichte. “Im Bereich der Gesundheit wird künstliche Intelligenz das Leben viel besser machen”, sagte der SPD-Obmann in der Enquete-Kommission, René Röspel. KI dürfe menschliche Zuwendung aber nicht ersetzen, sondern müsse die Freiräume schaffen, damit zum Beispiel Pflege weiterhin menschlich bleibe.

Redner von CDU, AfD und FDP riefen zu mehr Optimismus im Umgang mit künstlicher Intelligenz auf, auch mit Blick auf andere Länder, wie China oder die USA, wo das Thema schon weiter fortgeschritten sei. Es werde schwierig, wenn es Politik und Gesellschaft nicht gelinge, ein positives Bild der Zukunft mit Technologie zu zeichnen und “Bock auf morgen zu haben”, sagte der FDP-Politiker Mario Brandenburg. Gleichzeitig wurde in der Debatte aber auch vor “chinesischen Verhältnissen” gewarnt.

“Rote Linien” gefordert

Die Linke forderte “rote Linien”. “Bei Grundrechtseingriffen, wie beim Einsatz biometrischer Gesichtserkennung im öffentlichen Raum oder beim Einsatz autonomer Waffen, sehe ich diese roten Linien überschritten”, sagte die Linken-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg.

Die Grünen machten Datenschutzbedenken deutlich. Der Abgeordnete Dieter Janecek verwies auf Amazons Alexa: “Da möchte ich ihnen kurz vor Weihnachten sagen, schalten sie es besser aus, weil das ist der Weg in den totalen Überwachungsstaat, der dort stattfindet”. Das sei nicht das Modell, was man wolle. Auch das chinesische Modell sei nicht, was man wolle. “Das europäische Modell muss sein, sozial, ökologisch, nachhaltig und die Freiheitsrechte der Bürger schützend”, sagte Janecek.

Künstliche Intelligenz ist schon heute in vielen Bereichen zu finden: Beispiele sind autonom fahrende oder selbst einparkende Autos, Sprachassistenten und lernfähige Maschinen – aber auch Kaufvorschläge im Online-Shop, die auf Basis des vorherigen Konsumverhaltens vom Maschinen errechnet werden. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GLS lässt Daten künftig von Blau Direkt pflegen

Der Hamburger Gewerbeversicherungsmakler Gossler, Lübbers & Stahl (GLS) nutzt künftig Datenpflegedienste des Lübecker Maklerpools Blau Direkt.

mehr ...

Immobilien

Megatrend Smart Cities: Wie Anleger davon profitieren können

Unsere Städte befinden sich im Wandel. Der Megatrend der Zukunft, die Urbanisierung, hat schon längst eingesetzt. Das stellt uns vor immer mehr neue Herausforderungen, die einen Wandlungsprozess in Richtung intelligenter Städte (Smart Cities) anstoßen. Für Anleger bieten Smart Cities aber auch interessante Chancen – wenn sie auf Unternehmen setzen, die ihre Aktivitäten auf diese Wandlungsprozesse ausgerichtet haben. Die Fürpaß-Peter-Kolumne

mehr ...

Investmentfonds

Finanzmarktexperte: Neue EU-Börsenaufsicht als Lehre aus Wirecard

Eine neue gemeinsame EU-Börsenaufsicht muss nach Ansicht des Frankfurter Finanzmarktexperten Jan Pieter Krahnen die Konsequenz aus dem Wirecard-Bilanzskandal sein.

mehr ...

Berater

Hypoport legt im ersten Halbjahr kräftig zu

Der Finanzdienstleister Hypoport hat im ersten Halbjahr von einer hohen Nachfrage nach Krediten profitiert. So zog das Transaktionsvolumen auf der Plattform Europace, einem Kreditmarktplatz für Immobilienfinanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkredite, um 31 Prozent auf fast 42 Milliarden Euro an.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance konzentriert institutionellen Vertrieb in der Schweiz

Die DF Deutsche Finance Capital Markets GmbH mit Sitz in Zürich verantwortet zukünftig das Capital Raising bei institutionellen Investoren. Kernaufgabe ist die Koordination und Durchführung der internationalen Distribution aller institutionellen Investitionsstrategien der Deutsche Finance Group.

mehr ...

Recht

Insolvenzen: Die Oktober-Welle abschwächen

Die Insolvenz-Zahlen für den April 2020 sagen nichts aus über die tatsächliche Zahlungsfähigkeit der Unternehmen in der Corona-Krise. Im Herbst steigt die Zahl der Insolvenzen voraussichtlich sprunghaft. Sicher kann der Staat nicht alle Firmen retten – und künstlich am Leben gehaltene Zombie-Firmen will niemand. Eine Insolvenzwelle würde aber auch den Bankensektor bedrohen. Anstelle von noch größeren Not-Krediten sollten die rückzahlbaren Liquiditätshilfen unter bestimmten Bedingungen in Zuschüsse umgewandelt werden.

mehr ...