20. April 2019, 04:20
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

High on wheels – Cannabis am Steuer

Der 20. April oder “420 Day” ist  für Cannabis-Fans ein Pflichttermin: Denn 420, 4:20 oder 4/20 (engl.: four-twenty) ist in den USA ein Codewort für den Konsum von Haschisch und Marihuana. Hierzulande können Kranke auf Kassenkosten Cannabis als Medizin erhalten und müssen nicht mit Sanktionen rechnen – wenn sie sich an die Vorgaben des Arztes halten und fahrtüchtig sind. Anders sieht es aus, wer zum privaten Vergnügen kifft.

Shutterstock 1218822067 in High on wheels – Cannabis am Steuer

Ein schmaler Grat: Cannabiskonsum bei Autofahrerern. Aus medizinischer Sicht kann das erlaubt sein. Bei Privatkonsum droht dagegen mächtig Ungemach.

Hände weg vom Steuer – und das nicht nur, bis der erste Rausch verflogen ist! Wenn bei einer Polizeikontrolle festgestellt wurde, dass der Fahrer vorsätzlich oder fahrlässig unter dem Einfluss von Cannabis ein Fahrzeug geführt hat, liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, so die Rechtsexperten der Arag.

Diese wird in der Regel schon beim ersten Vergehen mit einem Monat Fahrverbot und 500 Euro Geldbuße geahndet. Außerdem gibt es zwei Punkte in Flensburg.

Im Wiederholungsfall erhöht sich die Strafe auf bis zu drei Monate Fahrverbot und eine Geldbuße bis 1.500 Euro. Was Autofahrer aber am meisten fürchten dürften: Die Führerscheinbehörde wird von dem Bußgeld- oder Strafverfahren informiert und dann droht immer auch die Entziehung der Fahrerlaubnis.

Die Grenze für eine Ordnungswidrigkeit

Um bei einer Blutprobe den Nachweis für einen vorliegenden Cannabis-Konsum zu führen, wird der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) im Blutserum bestimmt. Ab 1 Nanogramm THC pro ml Blutserum kann allein aufgrund dieser Überschreitung des Grenzwertes von einer fahrlässig begangenen Ordnungswidrigkeit ausgegangen werden.

Das hat der Bundesgerichtshof im vergangenen Jahr klargestellt (Beschluss vom 14.02.2017, Az.: 4 StR 422/15). Diesen Wert unterschreitet ein Gelegenheitskonsument meist sechs bis zwölf Stunden nach dem Gebrauch, ein regelmäßiger Cannabiskonsument unter Umständen aber erst nach zwei bis zehn Tagen Abstinenz.

So lange heißt es also: Hände weg vom Steuer! Das gilt auch, wenn die Fahrtüchtigkeit durch den länger zurückliegenden Gebrauch von Haschisch, Marihuana oder THC-haltigen Extrakten und Medikamenten nicht mehr eingeschränkt ist.

 

Seite 2: Grenzwerte für Fahrerlaubnisentzug

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. So ein Schwachsinn Hände weg vom Steuer. Natürlich sollte keiner berauscht fahren. Aber diese Grenze stellt die unterste Grenze dar, was überhaupt möglich ist nachzuweisen. Keiner kann mir erzählen, dass jemand nach 10 Tagen noch berauscht ist.
    Danke CDU.

    Kommentar von Pseudonym — 20. April 2019 @ 22:43

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Provinzial NordWest: Kerngesund und kraftvoll trotz Orkanschäden

Die Provinzial NordWest hat sich im vergangenen Geschäftsjahr 2018 erneut sehr erfolgreich als wachstums- und ertragsstarker Versicherungskonzern im Markt positioniert. Mit einem Anstieg der gebuchten Beitragseinnahmen um 3,4 % auf 3,46 Mrd. Euro wuchs der zweitgrößte öffentliche Versicherer deutlich über dem Marktdurchschnitt. Der Markt ist in der Schaden-, Unfall- und Lebensversicherung (inkl. Pensionskassen und Pensionsfonds) um 2,3 % gewachsen.

mehr ...

Immobilien

Immobilien: Wann der Käufer Schadensersatz fordern kann

Der vertragliche Haftungsausschluss ist kein Tor zur Narrenfreiheit: In seinem Urteil vom 9. Februar 2018 hat der Bundesgerichtshof geklärt, wann trotz eines vertraglich zugesicherten Haftungsausschlusses des Verkäufers ein Schadenersatzanspruch aufgrund von Sachmängeln bestehen kann (Az.: V ZR 274/16). Ein Beitrag von Philipp Takjas, McMakler

mehr ...

Investmentfonds

“Hoher Investitionsbedarf treibt die Kurse”

Aktien von Infrastrukturunternehmen gelten in Krisenzeiten als deutlich stabiler als der breite Markt. Warum das so ist und welche weitere Vorteile Investments in das Segment Infrastruktur bieten, erklärt Susanne Linhardt, Senior Portfolio Managerin Aktien bei Bantleon, im Gespräch mit Cash.

mehr ...

Berater

Erneut Kritik an der Grundrente durch die Union

Nach Überzeugung von CDU/CSU führt die Grundrente nach dem Konzept der SPD zu einer überproportionalen Besserstellung von Teilzeitbeschäftigten, bevorzugt Partnerschaften nach traditionellem Rollenmodell und sorgt für deutlich höhere Aufwertungen von Renten als im Koalitionsvertrag vorgesehen. Dies geht aus Berechnungen im Auftrag der Union hervor, die der Düsseldorfer “Rheinischen Post” vorliegen.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Insolvenzverwalter holt Immobilien vom Gründer zurück

Im Insolvenzverfahren über das Privatvermögen des Gründers des Container-Anbieters P&R wurde die erste Gläubigerversammlung abgehalten. Der Insolvenzverwalter konnte demnach Vermögenswerte sichern – wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

mehr ...

Recht

BVK: Provisionsdeckel frühestens ab März 2020

Der von der Großen Koalition geplante Provisionsdeckel in der Lebensversicherung wird in diesem Jahr nicht mehr in Gesetzesform gegossen. Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands deutscher Versicherungskaufleute (BVK), geht davon aus, dass das Gesetzesvorhaben nicht vor März 2020 umgesetzt wird. Das teilte er in einer Pressekonferenz des BVK in Kassel mit.

mehr ...