29. Juni 2019, 13:14
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Hoffnung, dass der Deckel nicht kommt

Zusätzlich sind wir gerade dabei, unsere Maklerbetreuer zu zertifizierten Ruhestandsplanern auszubilden. Die Ruhestandsplanung wird für unabhängige Berater in den kommenden Jahren ein zentrales Wachstumsfeld sein. Wir bieten unseren Vertriebspartnern bereits jetzt besonders gute Unterstützung sowie Beratungsansätze.

Versicherungen und Vertriebe befinden sich in einem enormen Veränderungsprozess. Welche Services und Unterstützungen bieten Sie Ihren Partnern?

Nuschele: Standard Life steht fest zum unabhängigen Vertrieb, weil wir der festen Überzeugung sind, dass unabhängige Beratung das beste Ergebnis für den Kunden bringt und dadurch auch eine wichtige Verbraucherschutzfunktion wahrnimmt. In der komplexer werdenden Vorsorgewelt sehen wir große Chancen für Makler und wir wollen unsere Vertriebspartner dabei unterstützen, diese Chancen zu nutzen.

Dazu haben wir beispielsweise das Weiterbildungsprogramm „Future Ready“ in Deutschland gestartet. Es soll den Maklern helfen, sich professioneller aufzustellen, den Kunden den Mehrwert ihrer Leistungen aufzuzeigen und den Unternehmenswert durch ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu stabilisieren oder zu steigern. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor wird der noch stärkere Fokus auf die kontinuierliche Betreuung des Kunden und laufende Vergütung sein.

Denn laufende Vergütung sichert regelmäßige Einnahmen, steigert den Wert des Maklerunternehmens und macht unabhängiger von regulatorischen Eingreifen. Auch hier bieten wir Maklern mit flexiblen Vergütungsmodellen wie dem Tarif V attraktive, zukunftsorientierte Lösungen.

Der Provisionsdeckel steht vor der Verabschiedung. Wie beurteilen Sie die Deckelung der Abschlussprovision auf 2,5 Prozent? Welche Konsequenzen dürfte dies Ihrer Einschätzung nach für Ihr Neugeschäft und den Vertrieb haben?

Nuschele: Aus meiner Sicht besteht nach wie vor Hoffnung, dass die Pläne doch nicht umgesetzt werden. Grundsätzlich halte ich die Einführung eines Provisionsdeckels für falsch und angesichts eines funktionierenden und sich selbst regulierenden Vermittlermarkts für absolut unnötig. Die immer wieder angesprochenen Marktverwerfungen kann ich nicht erkennen.

Falls es dennoch zu einer Einführung des Provisionsdeckels kommt, muss der Gesetzgeber für eine gerechte Behandlung aller Vertriebswege sorgen. Im Moment habe ich große Sorgen, dass gerade die unabhängigen Vermittler gegenüber gebundenen Versicherungsvertretern benachteiligt werden. Versicherungsmakler sind auf die Courtagen angewiesen. Für sie ist es die einzige Einnahmequelle ist.

Ausschließlichkeitsvertreter hingegen haben noch andere finanzielle Unterstützungen und erhalten Zuschüsse von der Konzernzentrale. Versicherungsvermittler, die vom Versicherer materielle und finanzielle Unterstützung erhalten, können mit einer niedrigeren Abschlussvergütung Gewinne erzielen. Versicherungsmakler hingegen auf eine höhere Abschlussvergütung angewiesen sind, um wettbewerbsfähig zu bleiben und notwendige Investitionen in Infrastruktur oder die eigene Weiterbildung zu tätigen.

Der Provisionsdeckel berücksichtigt diese grundlegenden Einkommensunterschiede allerdings nicht und würde daher zu Lasten der Versicherungsmakler gehen. Wir werden alles dafür tun, dass es nicht zu einer Benachteiligung der unabhängigen Vermittler kommt.

 

Das Interview führte Jörg Droste.

Foto: Standard Life

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