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16. November 2005, 00:00
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Gewinneinbruch bei AWD

Der Finanzdienstleister AWD, Hannover, hat im dritten Quartal einen drastischen Gewinnrückgang verzeichnet und damit die zunächst genannten vorläufigen Zahlen bestätigt. In den ersten neun Monaten 2005 verringerte sich der Gewinn um 24 Prozent auf 25,7 Millionen Euro. Der Umsatz sank im gleichen Zeitraum um knapp sechs Prozent auf 448,2 Millionen Euro Zudem sei der Überschuss im Jahresvergleich um 98,3 Prozent auf 200.000 Euro eingebrochen. Im Gesamtjahr will AWD jedoch nach wie vor mindestens 600 Millionen Euro Umsatz erreichen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einen Umsatz von 691 Millionen Euro ausgewiesen.

Die Gründe sieht AWD in der gestiegene Komplexität, den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen für die private Altersvorsorge sowie der schwachen Binnenkonjunktur, die sich negativ auf das Nachfrageverhalten der Kunden in Deutschland auswirke. Zudem sei die vorgezogene Bundestagswahl mitursächlich. ?Der vorgezogene Bundestagswahlkampf mit den negativ und völlig kontrovers diskutierten Themen, wie Rente und Steuern hat die Bundesbürger verunsichert und zunächst dazu bewogen, ihr Geld kurzfristig auf niedrig verzinsten Sichteinlagen zu parken, anstatt es hoch rentierlich langfristig und in die private Altersvorsorge zu investieren?, so Carsten Maschmeyer, Vorstandsvorsitzender der AWD Holding AG.

Belastend wirkten sich zudem auch die Vorzieheffekte aus dem vergangenen Jahr aus. Seit Jahresbeginn werden Kapital-Lebensversicherung nach dem Alterseinkünftegesetz anders besteuert. Viele Verbraucher haben deshalb noch Ende 2004 eine Lebensversicherung abgeschlossen, um von der günstigeren Besteuerung zu profitieren. Als Reaktion auf die schwache Nachfrage hat der Vorstand der AWD Gruppe bereits im dritten Quartal umfassende Optimierungs- und Effizienzverbesserungsmaßnahmen eingeleitet. Zielsetzung ist die nachhaltige Steigerung der Produktivität und der Ergebnisqualität.

Laut Unternehmensangaben baute AWD im bisherigen Jahresverlauf seinen Marktanteil auf 1,55 Millionen Privatkunden aus, 146.900 Neukunden wurden in den ersten drei Quartalen gewonnen. Zudem schlossen 163.900 Stammkunden erneut Verträge ab; ein Plus von 8,4 Prozent. Dies führt AWD auf erfolgreiches Cross Selling zurück: Mit 5,5 Verträgen pro Kunde erreicht die Cross Selling Quote einen neuen Höchststand. Insgesamt verfügt AWD derzeit über 6.002 Berater, das entspricht einem Zuwachs von 4,7 Prozent.

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