Anzeige
Anzeige
8. Januar 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BGH stärkt Anlegerrechte

Die Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe haben in einem jetzt veröffentlichten Urteil vom 09.11.2007 (Az.:V ZR 25/07) klargestellt, dass bei mehreren Falschberatungen eines Anlageberaters, die zu einem Gesamtschaden beitragen, jede einzelne Handlung verjährungsrechtlich eine neue selbständige Schädigung darstellt.
Damit beginnt die Verjährung für jede einzelne Falschberatung gesondert zu laufen, so dass der Anleger den Gesamtschaden auch erst drei Jahre nach Kenntnis der letzten Falschberatung geltend machen kann.

Rechtsanwältin Sarah Mahler von der Münchener Kanzlei Mattil & Kollegen misst der Entscheidung eine erhebliche Bedeutung in der Praxis bei: Zeichner eines geschlossenen Fonds beispielsweise, denen im Beratungsgespräch jährliche Ausschüttungen versprochen wurden und die weder auf das Totalverlustrisiko oder noch auf den fehlenden Zweitmarkt für einen Fondsanteil hingewiesen wurden, bedeute dies: Bleiben also schon nach kurzer Zeit die Ausschüttungen aus, wird dem Anleger aber erst nach vielen Jahren die fehlende Handelbarkeit des Fondsanteils bekannt, so beginnt die Verjährung für diesen Beratungsfehler nicht bereits mit dem Ausbleiben der Ausschüttungen.

?Viele Geschädigte nehmen das Ausbleiben von Ausschüttungen oft zu lange hin und laufen dann Gefahr, vor den Gerichten an der Verjährungsfrage zu scheitern. Das aktuelle Urteil gibt vielen Anlegern eine ?zweite Chance?, später entdeckte Fehler noch gerichtlich geltend zu machen?, erläutert Mahler. Die Gerichte müssten nun die Verjährung für jeden einzelnen Beratungsfehler gesondert feststellen. (af)

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

“Schäden aus Arzt- oder Produkthaftung sind kostenintensiv”

Cash. sprach mit Roland Roider, Vorstand der Haftpflichtkasse Darmstadt, über die Sensibilisierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen für die Notwendigkeit einer Gewerbehaftpflichtversicherung und die Erfolgsquote vor Gericht beim passiven Rechtsschutz.

mehr ...

Immobilien

Crowdinvesting: “Gutes Rendite-Risiko-Profil”

Welche Vorteile bietet Crowdinvesting gegenüber anderen Anlageformen in Immobilien? Cash. sprach mit Lasse Kammer, Geschäftsführer bei Reabiz Crowd Capital.

mehr ...

Investmentfonds

Hans-Werner Sinn: “USA soll sich an die eigene Nase fassen”

Bereits seit Wochen übt US-Präsident Donald Trump harsche Kritik am deutschen Handelsbilanzüberschuss und wirft der Bundesrepublik “Währungsmanipulation” vor. Der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn stellt in einem aktuellen Kommentar eine völlig andere Diagnose.

mehr ...

Berater

Fonds Finanz: “Maklern mehr Heimat bieten”

Am 28. März nahmen mehr als 4.800 Besucher an der elften Auflage der Makler- und Mehrfachagentenmesse (MMM-Messe) der Münchener Fonds Finanz teil. Der Maklerpool stellte im Rahmen der Veranstaltung die vorläufigen Geschäftszahlen für 2016 vor und startete gleich zwei neue Projekte zur Bindung von Vermittlern.

mehr ...

Sachwertanlagen

Offshore-Strom legt deutlich zu

Lange fehlten oft die Verkabelungen, um den aus See produzierten Strom an Land zu bringen. Doch jetzt scheinen die Offshore-Windparks ihren Beitrag zur Stromerzeugung in einem deutlich größeren Umfang zu leisten.

mehr ...

Recht

Makler oder Mehrfach-Agent? Versicherungsnehmer ist beweisbelastet

Für die Behauptung, ein Versicherungsvermittler, der die Antragsfragen aufgenommen hat, sei als Mehrfach-Agent tätig geworden, ist der Versicherungsnehmer beweisbelastet. Dies entschied das Oberlandesgericht Dresden in einem aktuellen Urteil.

mehr ...