Anzeige
22. Juni 2012, 11:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Honorarberatung: BMELV und SPD im Detail

Sowohl das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als auch die SPD-Fraktion haben jeweils einen Vorschlag zur Ausgestaltung der Honorarberatung erarbeitet. Welche Unterschiede ergeben sich in der Praxis?

Gastkommentar von Dieter Rauch, Geschäftsführer der VDH GmbH Verbund Deutscher Honorarberater.

Dieter Rauch, Honorarberatung

Dieter Rauch, Geschäftsführer der VDH GmbH Verbund Deutscher Honorarberater

Mitte des vergangenen Jahres legte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sein 10 Punkte-Papier zur gesetzlichen Regulierung der Honorarberatung vor.

Im Januar 2012 brachte die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag medienwirksam ihren „eigenen“ Vorschlag „Honorarberatung fördern – Verbraucherschutz stärken“ ein. Im Wesentlichen unterscheiden sich die Standpunkte der Parteien (auch der übrigen) nicht fundamental vom Thesenpapier des BMELV. Dennoch gibt es aus Praxisgesichtspunkten einige Punkte, die für die tägliche Arbeit eines Honorarberaters bedeutsam sind.

Honorarberatung: BMELV- und SPD-Entwürfe auf einen Blick

pdf-Download, 4,5 MB

Wie aus der Gegenüberstellung der wesentlichen Punkte beider Papiere hervorgeht, sind sich die Parteien im Grunde nach einig. Jedoch ergeben sich in der praktischen Umsetzung Fallstricke, die in der Praxis dazu führen, dass der Honorarberater nicht vollständig im Sinne des Verbrauchers handeln bzw. eine echte Alternative werden kann.

Insbesondere sollte man nicht die gleichen Fehler wiederholen, wie sie schon beim Versicherungsberater dazu geführt haben, dass dieser ein Nischendasein fristet.

Segmentierung der Qualifikation?

Zu begrüßen sind die Bestrebungen, eine gesetzliche klar definierte Grundlage für Honorarberater zu schaffen. Während das BMELV die Regelungen in Teilbereiche untergliedert (Anlageberater, Versicherungsberater und Darlehensberater), will die SPD den Honorarberater als in allen drei Teilbereichen qualifizierten Berater etablieren. Das ist zu begrüßen.

Ansonsten besteht nämlich die Gefahr, dass eine isolierte Beratung z.B. nur im Bereich der Anlagen erfolgt, jedoch der Bereich der Versicherungen ausgespart bleibt und auch umkehrt. In der Praxis könnte dies zu Lücken bei der Erreichung der Vermögensziele und Risikovorsorge von Verbrauchern führen.

Es nützt nicht eine hervorragende Anlageberatung zu genießen, wenn gleichzeitig z.B. im Fall der Berufsunfähigkeit die Anlageziele nicht mehr erreicht werden können. Insofern ist dem Vorschlag einen formalisierten Sachkundenachweis sowie eine laufende Fortbildungs-Verpflichtung einzuführen, der die Ausbildung für alle Bereiche (Anlageberatung, Versicherungsberatung und Darlehensberatung) gleichermaßen beinhaltet, der Vorzug zu geben.

Vergütung ausschließlich auf Stundenbasis: praxisfremd

Auch bei den Thesen zur Vergütung des Honorarberaters sind auf den ersten Blick keine Unterscheide erkennbar. Für Honorarberater und auch für deren Kunden ist es jedoch von großer Bedeutung, wie die Gestaltung von Honorarmodellen erfolgen muss.

Seite zwei: Provisionsbehandlung: pro & contra

Weiter lesen: 1 2 3 4

Anzeige

3 Kommentare

  1. Warum läßt man nicht den Kunden entscheiden?
    Meine Kunden würden bei der jetzigen Situation bleiben….

    Kommentar von Vogt — 25. Juni 2012 @ 13:20

  2. Sehr geehrter Herr Clemens, ich kann in Ihrem Leserbrief viel Wahrheit und viele richtige Dinge erkennen. Doch das Banken und Versicherungen die Provision zahlen und fertig ist nur die eine Seite der Medaille. Denn genau dieses Geld fehlt Ihnen beim Vermögensaufbau. Unterm Strich kann es billiger sein den Berater zu bezahlen und dafür einen Nettotarif (also Provisionsfreien) zu erhalten. Gleicher Schutz, Bedingungen…. vorausgesetzt. Einfach fallweise nachrechnen.

    Kommentar von Jan Poschmann — 25. Juni 2012 @ 10:15

  3. Herr Rauch ist Geschäftsführer einer GmbH, die massive Gewinnsteigerungen erwartet, wenn die Honorarberatung “von oben” dem Bürger nahe gelegt wird. Wie soll den ein junger Student/Berufsstarter, der mit Bafög-Schulden gerade sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, eine ausführliche Beratung zu allen sinnvollen Themen erhalten, wenn er nicht in der Lage ist, die 120,- bis 190,- EUR pro Stunde zu bezahlen? Vermögenden Leuten wird ein Honorar nichts ausmachen. Mit einer Provision bezahlt die Bank oder Versicherung den Vermittler. Die Provision ist offen zu legen, die Qualität des Produkts und die Qualität des Vermittlers sind permanent zu prüfen. Fertig! Es bedarf keines bürokratischen Honorarmonsters für eine vermögende Schicht, sondern Transparenz und Qualität gerade auch für die Leute, die qualifizierte Beratung am notwendigsten haben und nicht das Geld haben.

    Kommentar von Philipp Clemens — 23. Juni 2012 @ 18:10

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...