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7. Juli 2009, 00:00
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BFW: Immobilienwirtschaft in der Kreditklemme

Laut dem BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen steht die deutsche Immobilienwirtschaft vermehrt vor Finanzierungsproblemen.

“Für rund 35 Prozent unserer Unternehmen haben sich die Zinskonditionen merklich verschlechtert. 30 Prozent berichten sogar von massiven Problemen, überhaupt Projektfinanzierungen zu erhalten. Eine Kreditklemme herrscht bei Projektvolumina ab 15 Millionen Euro”, berichtet Verbandspräsident Walter Rasch.

Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft müsse sich in der aktuellen Situation aufgrund ihres strukturbedingten hohen Fremdfinanzierungsanteils darauf verlassen können, dass Finanzierungen auch in Zukunft möglich bleiben. Sie seien Voraussetzung für Investitionen und Arbeitsplätze. “Wir halten es für dringend notwendig, weitere Lösungen für das Kreditgeschäft zu schaffen. Es kann nicht sein, dass die Banken Kreditmittel nicht an den Markt weitergeben. Der Leitzins liegt mit aktuell einem Prozent auf einem Rekordtief und gewährt damit den Banken die Möglichkeiten Kredite günstig zu vergeben. Die Banken verweigern der Wirtschaft aber aktuell Kredite zu guten Konditionen”, moniert Rasch.

Neben den erhöhten Zinskonditionen stiegen die Kreditvergabekriterien von Monat zu Monat, sodass Unternehmen kaum in der Lage sind, sich den Änderungen entsprechend zügig anzupassen. Kredite für Immobilienprojekte, wenn Sie unter 15 Millionen Euro liegen, benötigten eine Eigenkapitalunterlegung von 40 bis 50 Prozent, wo bisher zehn Prozent ausreichten, Vorverkaufsauflagen von 50 Prozent sowie unrealistische Renditen von 15 Prozent. Investitionen in den Wohnungsbau würden damit deutlich erschwert. “Zunehmende Meldungen unserer Mitgliedsunternehmen zeigen, dass allein in den letzten Wochen Wohnprojekte von insgesamt 450 Millionen Euro aufgrund restriktiver Kreditvergabekriterien nicht umgesetzt werden konnten, obwohl der Bedarf und damit der Absatzmarkt für die Projekte eigentlich vorhanden wäre”, kritisiert Rasch.

Für Projekte die mit mehr als 15 Millionen Euro arbeiten, herrsche aktuell eine Kreditklemme. Kredite würden gar nicht mehr vergeben. Diese Effekte werden bei den bereits niedrigen Baufertigstellungen und damit einer Wohnraumknappheit in Ballungsgebieten weitere nachhaltige Einbrüche auslösen.

In der Einführung von Bad-Banks, wie auch der befristeten Lockerung der Basel-II-Regelung sieht Rasch wichtige Bausteine, um die Versorgung der Wirtschaft mit Krediten zu generieren.

Hintergrund: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hatte am vergangenen Wochenende die Banken angesichts der eingeschränkten Kreditvergabe vehement kritisiert und Zwangsmaßnahmen angekündigt, wenn es in der zweiten Jahreshälfte zu einer echten Kreditklemme kommen sollte. Steinbrück will beim heutigen Treffen der EU-Finanzminister einen Beschluss zum Basel II Regelwerk erreichen. (te)

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