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19. Juli 2011, 11:55
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Positive Energiebilanz verkauft sich

Eine positive Energiebilanz wird von Käufern und Mietern zunehmend vorausgesetzt. Der Energieausweis ist am Markt vielfach irrelevant. Das sind zentrale Ergebnisse des zweiten “Marktmonitors Immobilien” von Hochschulprofessor Dr. Stephan Kippes in Kooperation mit dem Portal Immowelt.de.

Energiehaus-127x150 in Positive Energiebilanz verkauft sichWie wichtig ist Energieeffizienz für eine erfolgreiche Immobilienvermarktung? Das ist eine der Fragen mit denen sich der Professor für Immobilienmarketing und Maklerwesen an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) im Rahmen des zweiten Marktmonitors beschäftigt hat. Die ermittelte Antwort: ein positiver energetischer Sanierungszustand wird von vielen Immobilienkäufern und Mietern inzwischen vorausgesetzt, daher lässt die preissteigernde Wirkung der Energieeffizienz deutlich nach. Bei der Befragung 2010 bewerteten noch 60 Prozent der Makler einen hohen energetischen Standard als preissteigernden Faktor für Kauf- und Mietpreis, 2011 stimmten dieser Einschätzung nur noch 44 Prozent zu. Besteht bei Interessenten allerdings der Eindruck eines Sanierungsstaus, wirkt sich das nach Ansicht von 48 Prozent der befragten Makler zunehmend negativ auf den Verkaufspreis aus (2010: 29 Prozent).

Dass eine positive Energiebilanz als selbstverständlich angesehen wird, wird laut den Autoren des Marktmonitors Immobilien außerdem an der Tatsache deutlich, dass bei Besichtigungen seltener Fragen zur Energieeffizienz gestellt werden: 2011 fragten nur noch 48 Prozent (2010: 55 Prozent) der Kaufinteressenten und 33 Prozent (2010: 39 Prozent) der Mietinteressenten nach dem Energiestandard der Immobilie.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: der seit Juli 2008 verbindliche Energieausweis spielt bei der Immobilienvermarktung lange nicht die Rolle, die ihm der Gesetzgeber zugedacht hatte: Weniger als die Hälfte der Kaufinteressenten und nicht mal ein Drittel der Mietinteressenten fragen nach dem Energieausweis.

Die Energieeffizienz beeinflusst der Untersuchung zufolge nicht nur den erzielbaren Preis einer Immobilie sondern auch die Dauer und den Aufwand ihrer Vermarktung. Daher raten die Experten, Immobilien vor einem geplanten Verkauf oder einer Neuvermietung zumindest teilzusanieren. Bei Kaufobjekten empfehlen sie erneut vor allem zu Dach- (71 Prozent) und Fassadendämmungsmaßnahmen (60 Prozent). Bei Objekten, die vermietet werden sollen raten zum Einbau einer Wärmeschutzverglasung (63 Prozent) und der Dämmung der Fassade (60 Prozent).

Im Rahmen der repräsentativen Studie Marktmonitor Immobilien 2011 wurden 397 zufällig ausgewählte Makler aus ganz Deutschland befragt. (te)

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