Family Offices setzen verstärkt auf Immobilien

Die Family Office Consulting Tochter von Blackrock befragte Manager deutscher Family Offices nach ihren Zielrenditen – der Brutto-Zielrendite (die Ertragserwartung nach Kosten vor Steuern) – und Anlageschwerpunkten bereits in 2010. Das durchschnittliche Renditeziel deutscher Family Offices lag in 2010 bei 7,4 Prozent. Die Studie stützt sich auf Angaben von 130 Entscheidungsträgern bei deutschen Family Offices. 2009 erwirtschafteten Family Offices sogar durchschnittliche 7,8 Prozent.

Signifikante Immobilienquoten und Inflationsschutz im Fokus

Studien zeigen, dass Family Offices ihr betreutes Vermögen diversifiziert über alle Anlageklassen und weltweit anlegen. Immobilieninvestments sind fester Bestandteil dieser Anlagestrategie. Quoten unter 10 Prozent für direkt oder indirekt gehaltene Immobilien dürften selten sein, im Vergleich zu beispielsweise deutschen Versicherungen mit einer Immobilienquote von circa 5 Prozent, wobei direkte Immobilieninvestments eindeutig überwiegen. Im Einzelfall kann diese Quote bis zu maximal 30 Prozent des Gesamtportfolios betragen. Höchste Priorität hat in aller Regel eine langfristige Vermögenssicherung gegen Inflation.

Laut einer aktuellen Erhebung der Famos Immobilien GmbH, einem Multi Family Office, unter 103 deutschen Family Offices steht der Inflationsschutz klar im Fokus der Anlagestrategie. Daneben sind die Themen „Nachhaltigkeit“ (Green Building, Zertifizierung), „Unabhängigkeit von Banken“ und „Generierung laufender Cashflows” vorrangige Ziele ihrer Immobilienanlage. Die Studie geht auch der Frage nach, wie und mit welchem Investmentfokus sich Family Offices in Deutschland positionieren. Dazu wurden Family Offices zu ihrem Investitionsverhalten befragt. Teilgenommen haben Single Family Offices, Multi Family Offices und Offices mit Bankenbezug. Das durchschnittlich verwaltete Vermögen lag bei 1,1 Milliarden Euro, wovon ein Drittel – so ein Ergebnis der Studie – in Immobilien investiert ist, der größte Teil, mit 80 Prozent, davon in direkten Immobilienanlagen. Dabei sind zwei Drittel des betreuten Immobilienvermögens aktuell in Wohn- und Büroimmobilien investiert. Das spiegelt sich auch in den Investmentzahlen wider. Nach Angaben von Savills Research belief sich das Transaktionsvolumen von Wohnimmobilien 2011 auf etwas mehr als 4,8 Milliarden Euro, dabei zeichneten private Investoren und Family Offices für etwa 15 Prozent aller Transaktionen verantwortlich, die Pakete mit durchschnittlich weniger als 70 Einheiten erwarben. Dieser Trend wird sich vermutlich 2012 verstärken.

Blick auf den heimischen Investmentmarkt

Die Studie hat auch den künftigen Investmentfokus untersucht. Deutlich wird dass die Attraktivität von Wohnimmobilien in den kommenden zwei Jahren weiter steigen wird, wie dies bereits bei vielen institutionellen Investoren in den letzten Jahren zu verzeichnen war. Der geografische Fokus liegt bei Family Offices auf dem deutschen Investmentmarkt, 69 Prozent wollen im Heimatmarkt investieren, Investitionen in EU-Ländern planen lediglich 13 Prozent, und nur 10 Prozent haben Länder außerhalb der EU im Fokus. Eine konservative Risikobetrachtung zeigt sich bei der Finanzierung. Family Offices gehen mit einer hohen Eigenkapitalquote an ihre Immobilieninvestments heran und zeigen eine geringe Bereitschaft zur Fremdfinanzierung. Im Durchschnitt, so dass Ergebnis der Studie, können sich Family Offices eine Fremdfinanzierung bis zu maximal 56% vorstellen.

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