18. November 2014, 09:16

Privates Immobilienmanagement: Potenzial für Finanzdienstleister

Die Immobilie gehört zu den Deutschen liebsten Kindern. Und nicht erst seit der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise legen Anleger einen substanziellen Anteil Ihres Gesamtvermögens in Immobilien an. Professionelles privates Immobilienmanagement wird dennoch bisher kaum angeboten.

Gastbeitrag von Prof. Dr. Rolf Tilmes, PFI Private Finance Institute

Notwendigkeit eines Private Real Estate Management

“Es bedarf eines ganzheitlichen Private Real Estate Managements.”

Je nach Kundensegment dominiert die Anlageklasse Immobilie weite Teile des Lebens sogar jede andere Anlageform. So ist bei Kleinanlegern, welche ihre Immobilien oft mit einem hohen Fremdkapitalanteil finanzieren und die Darlehen bis zum Renteneintritt tilgen, die Immobilie häufig die größte Vermögensposition. Aber auch bei High Net Worth Individuals liegt der Anteil der Anlageklasse in den letzten sieben Jahren relativ konstant zwischen 14 Prozent und 24 Prozent und in 2014 bei 19 Prozent und damit häufig gleichauf mit den Assetklassen Aktien oder Renten.

Geringes Know-how

Trotz eines sich auf geschätzte 9,5 Billionen Euro belaufenden Immobilienvermögens der Deutschen kommt der Anlageklasse Immobilien im Private Wealth Management jedoch häufig eine nur stark untergeordnete Bedeutung zu. Dabei ist gerade dieses aufgrund der immobilienspezifischen Besonderheiten, wie einem gegenüber einer Wertpapieranlage typischerweise deutlich längeren Anlagehorizont, hohen und häufig auch fremdfinanzierten Anlagevolumen, standortspezifischer Faktoren und Heterogenität mehr als geboten.

Weiterhin ist auch das Wissen und Know-how um Immobilienanlagen im Privatvermögen gegenüber liquiden Wertpapieranlagen nicht nur bei Privatanlegern, sondern auch bei Banken und Finanzdienstleistern vergleichsweise gering ausgeprägt.

Zwar bestehen im Bereich der Immobilienvermittlung oder -finanzierung einzelne Anknüpfungspunkte, es fehlt jedoch vielfach eine ganzheitliche Betrachtung und die Integration in eine ganzheitliche Asset Allocation, finanzplanerische Liquiditäts-, Rendite- und Risikoaspekte sowie die einkommen- und erbschaftsteuerliche Optimierung und rechtliche und steuerliche Aspekte. Es bedarf daher eines ganzheitlichen Private Real Estate Managements.

 

Seite zwei: Kaum professionalisiertes Immobilienmanagement

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