26. Mai 2014, 10:44

Baufinanzierung: Tilgungssatz erreicht zweithöchsten Wert seit 2009

In der aktuellen Auswertung des Dr. Klein-Trendindikators Baufinanzierung zeigt sich, dass der durchschnittliche Tilgungssatz im April des laufenden Jahres den Aufwärtstrend der Vormonate fortsetzt. Die Standardrate geht leicht zurück. 

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Viele Menschen setzen in Deutschland auf den Bau eines Eigenheims als Altersvorsorge.

Nach Angaben von Dr. Klein zieht der durchschnittliche Tilgungssatz im April von 2,39 Prozent auf 2,43 Prozent an und erreicht damit den zweithöchsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2009. Die Analysten gehen davon aus, dass sich Erwerber wegen des gesunkenen Zinsniveaus eine höhere Tilgung leisten können.

Darlehensrate fällt weiter

Wie in den Vormonaten geht die durchschnittliche Standardrate aufgrund der rückläufigen Baufinanzierungszinsen im April leicht zurück, so Dr. Klein weiter. Die Monatsrate für ein Standarddarlehen von 150.000 Euro, das mit einer zehnjährigen Sollzinsbindung, 80 Prozent Beleihung und zwei Prozent Tilgung ausgestattet ist, sinkt von 585 Euro auf 579 Euro und nähert sich damit dem Vorjahreswert von 566 Euro.

Die in München ansässige Interhyp AG macht darauf aufmerksam, dass das aktuelle Zinstief in Kombination mit niedrigen Monatsraten den Schuldenabbau der Kreditnehmer um Jahre verlängern kann. “So erfreulich das aktuelle Zinstief für Bauherren und Hauskäufer auch ist: In Kombination mit geringen Tilgungsraten kann sich die Kreditlaufzeit auf mehr als 50 Jahre verlängern”, warnt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG.

Darlehenshöhe sinkt leicht

Die durchschnittliche Darlehenshöhe liegt laut Dr. Klein im April 2014 mit 159.000 Euro etwas unter ihrem Vormonatswert von 161.000 Euro. Erwerber interessieren sich Dr. Klein zufolge zunehmend für Bestandsimmobilien, da sie in der Regel günstiger als Neubauten sind.

Eigenkapitalanteil im Abwärtstrend

Im April geht der Eigenkapitalanteil für eine Baufinanzierung von 22,42 Prozent auf 22,07 Prozent zurück. Entsprechend steigt der durchschnittliche Beleihungsauslauf von 77,58 Prozent auf 77,93 Prozent. Relativ konstant ist die durchschnittliche Sollzinsbindung mit elf Jahren und vier Monaten (Vormonat: elf Jahre und fünf Monate).

Stark nachgefragt: Darlehen mit festem Zinssatz

Erwerber legten letzten Monat bei ihrer Baufinanzierung noch mehr Wert auf Sicherheit als in den Vormonaten, so Dr. Klein. Dies zeige sich nicht allein in der höheren Tilgungsrate, sondern ebenso im Anstieg des Anteils von Annuitätendarlehen mit einem festen Zinssatz auf 70,87 Prozent. Im Vorjahresmonat lag er noch bei 68,15 Prozent. Entsprechend sinkt der Anteil von Annuitätendarlehen mit variablem Zinssatz von 2,67 Prozent auf 2,55 Prozent.

Kunden, die eine Anschlussfinanzierung benötigen, nutzen im April das günstige Zinsumfeld, so Dr. Klein. Dies zeige sich unter anderem im wachsenden Anteil der Forwardfinanzierung, deren Anteil von 10,39 Prozent auf 10,55 Prozent ansteigt. (st)

Foto: Shutterstock.com


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