Anzeige
7. April 2015, 08:59
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anschlussfinanzierung: Gefahr der Überschuldung

Wer mit dem Kauf einer Immobilie liebäugelt, sollte sich bereits frühzeitig über die Länge der Zinsbindung und die Anschlussfinanzierung informieren. Denn eines sollten Immobilienkäufer nicht vergessen: Die Tiefstzinsphase stellt eine absolute Ausnahme dar und wird sich nicht unbegrenzt fortsetzen.

Überschuldung

Der Gefahr einer Überschuldung lässt sich mit einem geeigneten Finanzierungskonzept begegnen.

Marktbeobachter warnen, dass viele Immobilienkäufer ihre finanzielle Leistungskraft überschätzen und in deutliche Schwierigkeiten geraten könnten, sofern das Zinsniveau höher liegt, wenn ihr Darlehen zur Verlängerung ansteht.

Zum Vergleich: Wer derzeit eine Summe von 200.000 Euro zu einem Zins von 1,4 Prozent aufnimmt, zahlt bei einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent eine monatliche Rate von 567 Euro.

Liegt dieser Satz zum Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung zwei Prozentpunkte höher, so klettert die monatliche Rate auf 900 Euro. Bei einem Anstieg um drei Prozentpunkte sind es 1.067 Euro.

Kreditsumme um 35 Prozent erhöht

Tatsächlich sind deutsche Immobilienkäufer nach Auskunft von Immobilienscout24 bereit, sich deutlich höher zu verschulden als noch vor einigen Jahren. Demnach liegt die durchschnittliche gewünschte Kreditsumme aktuell bei 166.000 Euro und habe sich seit Anfang 2010 um 35 Prozent erhöht.

Viele Großstädter benötigten deutlich über 200.000 Euro und damit zum Teil doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. Die Preise für Eigentumswohnungen seien in diesem Zeitraum nach den Ergebnissen des Angebotsindexes IMX in Berlin um 60 Prozent, in München um 54 Prozent und in Hamburg und Köln um 44 Prozent gestiegen.

“Aufgrund der niedrigen Zinsen trauen sich viele Menschen zu, größere Kreditsummen zu schultern, um sich insbesondere in den Großstädten die steigenden Immobilienpreise leisten zu können”, beobachtet Ralf Weitz, Leiter Baufinanzierung bei Immobilienscout24.

“Durch die längere Verschuldungszeit verteuert sich jedoch das Darlehen erheblich und es steigt das Risiko, dass unerwartete Umstände wie Arbeitslosigkeit oder Scheidung die Finanzierung gefährden.”

Seite zwei: “Gefahr einer Überschuldung nicht von der Hand weisen”

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

1 Kommentar

  1. Wer sich für nur 10 Jahre Zinsbindung entscheidet sollte das schon gut begründen können. Ich finde die Zinsbindung für die wenigsten Käufer geeignet, lieber 15 oder 20 Jahre abschließen. Die Gefahr von steigenden Zinsen ist damit fast gebannt.

    Kommentar von Jan Lanc — 9. April 2015 @ 11:36

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Münchener Verein baut Eigenkapitalbasis aus

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe konnte im Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 99,6 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einer Steigerung von 5,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Bausparen – zurück zu den Wurzeln

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat unlängst entschieden, dass die Kündigung alter Bausparverträge mit hohen Zinsen rechtens ist. Vor diesem Hintergrund wird das Bausparen seinem ursprünglichen Ziel wieder gerechter. Für Bausparer ist das eine gute Nachricht.

Die Wald-Kolumne

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Postbank meldet starken Gewinneinbruch

Die anhaltenden Niedrigzinsen halten die Postbank unter Druck. Im vergangenen Geschäftsjahr schrumpfte das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern um gut zehn Prozent auf 468 Millionen Euro teilte, die Deutsche-Bank-Tochter in Bonn mit.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...