2. März 2016, 13:44
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Spaniens Immobilienmarkt wächst weiter

Nach Einschätzung von Catella hat Spanien die Talsohle der wirtschaftlichen Entwicklung seit 2008 durchschritten. Analog haben sich auch die Immobilienmärkte erholt, die erneut Investitionschancen aufweisen.

Cuatro-Torres-Madrid in Spaniens Immobilienmarkt wächst weiter

Von der wirtschaftlichen Erholung Spaniens profitiert auch der Immobilienmarkt.

Die Reformprogramme der letzten Jahre hätten sich insgesamt positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung Spaniens ausgewirkt. So überrasche es nicht, dass das Land seit 2014 wieder das Interesse von Immobilieninvestoren auf sich ziehe. Zunächst seien es primär spanische Family Offices gewesen, später folgten Investoren aus Europa und Übersee.

Vielversprechender Investitionsstandort

Für Spanien als Investitionsstandort sprechen nach Angaben von Catella zurzeit insbesondere folgende Faktoren: eine dynamische Exportquote und ein stabiler Inlandskonsum, ein sich von den Folgen der Finanzkrise erholender Arbeitsmarkt, eine hohe Verbraucherzufriedenheit, eine konstant sinkende Arbeitslosenquote bei steigendem Bruttoinlandsprodukt (BIP) und ein schwacher Euro, der die Wettbewerbsfähigkeit verbessert.

Die Rechercheergebnisse von Catella weisen ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes für 2015 von 3,2 Prozent aus, für 2016 liegt die Prognose bei 2,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote falle von 22,1 Prozent (2015) auf 19,8 Prozent (2016). Spanien werde 2016 voraussichtlich der verhaltenen globalen Wirtschaftsentwicklung standhalten und in den Bereichen Exportleistungen und BIP-Wachstum viele Länder der Eurozone übertreffen.

Wachsende Nachfrage nach Einzelhandelsimmobilien

Der stetig wachsende Einzelhandelsumsatz sei ein Indiz für den wirtschaftlichen Aufschwung. Der spanische Verbraucher verfüge zumindest kurzfristig über eine erhöhte Kaufkraft, wovon der gesamte Einzelhandelssektor profitiere. Die Verbraucherausgaben hätten 2014 2,4 Prozent betragen und seien 2015 auf 3,4 Prozent gestiegen. Die guten Bedingungen steigern das Interesse der Investoren. Besonders stark sei die Nachfrage von neuen und bestehenden Mode- und Restaurantbetreibern.

Vor allem das Flächenangebot in Kernlagen sei bereits begrenzt, vor allem in den A-Städten wie Madrid oder Barcelona. Der große Wettbewerb unter den Interessenten treibe die Renditen nach unten. Ebenfalls steige die Nachfrage nach Toplagen an B-Standorten und B-Lagen in A-Städten, wodurch sich die Rendite-Lücke weiter verkleinere. Die Mieten in Einkaufsstraßen schätzt Catella für 2016 auf 255 Euro pro Quadratmeter. Die Spitzenrenditen auf vier Prozent.

Büroimmobilienmarkt: sinkende Renditen

Die Innenstadt sei die beliebteste Lage für die Ansiedlung von Büroräumen. Jedoch herrsche hier ein entsprechend knappes Angebot mit steigenden Mieten, die das Spitzenniveau von 2008 noch nicht erreicht haben. Catella schätzt die Spitzenmiete in Madrid für 2016 auf 33 Euro pro Quadratmeter. Spekulative Entwicklungen seien in Madrid und Barcelona vorauszusehen.

Der Bürosektor habe sich von einem Käufer- zu einem Verkäufermarkt entwickelt. Investoren hätten es schwer, qualitativ hochwertige und preisgünstige Flächen zu finden. Bei einem Vergleich der Immobilienrendite mit der zehnjährigen Staatsanleihe erwarte Catella einen Rückgang der Differenz von aktuell 200 auf rund 150 Basispunkte bis 2018. Die Spitzenrendite in Madrid werde nach Einschätzung von Catella 2016 4,25 Prozent betragen.

Onlinekonsum beflügelt Logistiksektor

Der Verbraucherkonsum, besonders im Online-Bereich, wachse stetig, was sich deutlich auf die Nachfrage nach Distributionsflächen auswirke. Hohe Investitionstätigkeit komme vor allem von ausländischen Investoren, welche die verbesserten Kernlagen nachfragen. Die Nachfrage wachse auch für größere Logistik- und Lagerflächen in der Nähe der Hauptballungszentren.

Das knappe Angebot in den Kernlagen werde sich kurfristig wahrscheinlich nicht lockern. Hingegen werde erwartet, dass die Nachfrage an B-Standorten und dezentralen Orten mit einem besseren Rendite-Risiko-Profil steigen werde. Das Primesegment werde in nächster Zeit weitere Einbußen verzeichnen. Mietpreise in den Kernlagen Madrids liegen 2016 nach Einschätzung von Catella bei fünf Euro pro Quadratmeter. Die Spitzenrenditen würden in Madrid sieben Prozent betragen. (kl)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Dieser Bericht ist wohl nicht aktuell !
    Tatsache ist das die Spanische Regierung weder private noch Institutionele Investitionen in den Immobilienmarkt legitimiert weil Sie nicht dazu in der Lage /willens ist das Private oder Institutionelle Eigentum zu schützen.
    (Eine Grundvorraussetzung für eine Investition wird nicht gewährleistet)
    Im Fall des Kaufs einer Immobilie wird die Eigentumübertragung durch die Regierung verzögert bis das Mafia-Gitano-Netzwerk der Ocupas entschieden hat ob Sie einsteigen , die Immobilie besetzen , um dann Freigabe-Zahlungen vom Neuen Besitzer zu erpressen oder die Immobilie lieber für Ihre Zwecke : Grass-anbau etc zu nutzen.
    Auch wenn Sie Ihre Immobilie selber bewohnen und als Einwohner gemeldet sind steht Ihr Anspruch am Nutzungsrecht
    Ihrer Immobilie dem Anspruch des ” Wohnberechtigten Spanischen Besetzers “entgegen !
    Offensichtlich der Grund für den massiven Verfall der Immobilienpreise der letzten Monate.

    Kommentar von Thomas Ruhrmann — 5. Februar 2017 @ 17:57

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Gothaer: “Keine Reduzierung bei der Beratungskapazität”

Die Gothaer hat gegenüber Cash.Online bestätigt, dass der Konzern bis zum Jahr 2020 voraussichtlich 700 bis 800 Stellen streichen wird. Dem stehe allerdings eine “natürliche Fluktuation” insbesondere durch anstehende Ruhestandsübergänge gegenüber. Diese Fluktuation liege nach aktueller Schätzung bei über 500 Mitarbeitern.

mehr ...

Immobilien

Immobilienboom: Bauindustrie erreicht neue Bestmarken

Die Niedrigzinsen und der Immobilienboom haben das Neugeschäft in der deutschen Bauindustrie auf den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten getrieben. Vor allem der Wohnungsbau treibt das Volumen in die Höhe.

mehr ...

Investmentfonds

Inflationsraten driften in Industriestaaten auseinander

In den entwickelten Ländern dürften sich die Inflationstrends im Jahr 2017 unterschiedlich entwicklen. Dies sagt Arif Husain, Portfoliomanager und Head of International Fixed Income bei T. Rowe Price.

mehr ...

Berater

Vema: Sommerer verlässt Vorstand

Wie die Vema Versicherungs-Makler-Genossenschaft mitteilt, ist der bisherige Vorstand Stefan Sommerer auf eigenen Wunsch zum 31. Januar 2017 aus dem Gremium ausgeschieden. Er hatte die Bereiche IT und Öffentlichkeitsarbeit verantwortet.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL platziert 930 Millionen Euro bei Institutionellen

Die KGAL Gruppe aus Grünwald hat im Geschäftsjahr 2016 fast 930 Millionen Euro an institutionellem Kapital eingeworben und damit das neu gezeichnete Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent gesteigert.

mehr ...

Recht

BAG-Urteil: Witwenrente nicht nur für “jetzige” Ehefrau

Eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltene Klausel, mit der nur der “jetzigen” Ehefrau des Arbeitnehmers eine Hinterbliebenenversorgung zugesagt ist, benachteiligt ihn unangemessen, so das Bundesarbeitsgericht.

mehr ...