Anzeige
11. Februar 2011, 15:11
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Allianz GI: Merger pushen 2011 den Aktienmarkt

Fusionen und Übernahmen stehen langsam aber sicher wieder auf der Agenda. Davon soll nach Meinung von Stefan Scheurer, Senior Analyst Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors, Frankfurt, insbesondere das Marktsegment der kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die sogenannten Small und Mid Caps, profitieren können.

Schweinchen-auf-Tablett-online-127x150 in Allianz GI: Merger pushen 2011 den Aktienmarkt Scheurer sieht in dieser Entwicklung das Wiederaufleben eines Trends, der bereits in vergangenen Zyklen beobachtbar war: „Gerade nach Krisen steigt die Übernahme-Euphorie bei den Unternehmen auf der Suche nach weiterem Wachstum.”

Cash fördert Kauflaune

Grund ist der Konjunkturverlauf: Im Zuge der Finanzmarktkrise hatten die Unternehmen, beispielsweise in den USA, Kosten und Investitionen kräftig reduziert. Die Gesamtkosten der US-Unternehmen außerhalb des Finanzsektors lagen im zweiten Quartal 2010 um fünf Prozent unter ihrem Vorjahresniveau.

Scheurer erklärt: „Dies war das stärkste Kostensenkungsprogramm seit Aufzeichnungsbeginn 1959. Die im Zuge der konjunkturellen Erholung wieder steigenden Umsätze führten dann zu einer deutlichen Ausweitung der Margen und einem Anstieg der Cash-Bestände. Die US-Unternehmen sitzen auf fast 1,5 Billionen US-Dollar an liquiden Mitteln. Vor diesem Hintergrund ist es fast logisch, dass nicht nur die Investitionen wieder anspringen, sondern dass sich die Konzernlenker auch wieder verstärkt Gedanken über Übernahmen machen.“

Das globale Transaktionsvolumen bei Fusionen und Übernahmen lag 2010 mit rund 2,2 Billionen US-Dollar immer noch deutlich unter dem Rekordniveau aus dem Jahr 2007 mit über vier Billionen US-Dollar. „Vor dem Hintergrund der attraktiven Bewertungen vieler Unternehmen und den hohen Cash-Beständen ist für 2011 jedoch eine Fortsetzung des jüngst ansteigenden Trends zu erwarten. Organisches Wachstum ist bei den Unternehmen in den Industrieländern ein knappes Gut geworden. So halten sie zunehmend nach externen Expansionsmöglichkeiten beziehhungsweise attraktiven Nischen Ausschau”, sagt Scheurer.

Wachstum lassen sich Unternehmen etwas kosten

Auch für Europa Allianz GI 2011 einen Anstieg der Fusions- und Übernahmetätigkeit. Die aktuellen Gespräche zwischen der Deutschen Börse und Nyse Euronext sollen nur der Auftakt sein. In der Vergangenheit profitierten von einer verstärkten Übernahmetätigkeit die Aktienmärkte insgesamt, hierbei aber vor allem das Marktsegment der kleinen und mittelgroßen Unternehmen. So wurden laut Allianz GI in den USA in den Jahren 2001 bis 2010 in der Summe circa 650 börsennotierte Small und Mid Caps aufgekauft, aber nur knapp 50 große Unternehmen.

Scheurer: „Auch die im Zuge derartiger Übernahmen gezahlte Prämie auf den Aktienkurs der übernommenen Firmen war im Falle kleiner und mittelgroßer Unternehmen deutlich höher als bei Großunternehmen. In den USA wurde in der letzten Dekade für Small und Mid Caps eine Prämie von 24 Prozent beziehungsweise 27 Prozent gezahlt, für Large Caps dagegen nur knapp acht Prozent.“ Für das knappe Gut Wachstum werde von Seiten der Käufer gerne auch eine Prämie auf den Tisch gelegt. (mr)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...