Anzeige
21. Februar 2013, 15:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Union Investment: Honorarberatung darf nicht alleiniges Modell sein

Im Rahmen der Jahrespressekonferenz heute in Frankfurt äußerte sich Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, ablehnend zur Honorarberatung.

Honorarberatung

Hans Joachim Reinke: “Nach der Vermögensschere würde die Beratungsschere aufgehen. Daher ist unsere klare Position: Eine alleinige, obligatorische Honorarberatung ist sozial ungerecht.”

Im Zuge der Diskussion um die Finanzmarktrichtlinie MiFID II sei es beinahe zu einem Verbot der Provisionsberatung in Deutschland gekommen. Die deutsche Politik habe zwar zunächst gegengesteuert, die Diskussion dauere aber auf deutscher und auf europäischer Ebene noch an.

“Nicht grundsätzlich gegen Honorarberatung”

„Um nicht missverstanden zu werden: Wir sind nicht grundsätzlich gegen Honorarberatung und wollen auch keine Diskussion darüber führen, welches Modell besser ist. Wir plädieren vielmehr für eine parallele Existenz beider Modelle“, erklärte Reinke. Denn niemand wisse, welche Form der Beratung vorteilhafter sei. Es gebe dazu keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.

“Am Ende entscheidet die Qualität der Beratung über das Ergebnis und nicht die Entlohnung des Beraters. Die genossenschaftliche FinanzGruppe ist in Sachen Beratungsqualität gut aufgestellt und genießt mit der regionalen Verankerung der Banken großes Vertrauen bei ihren Kunden“, erläuterte Reinke.

Honorar macht Beratung unerschwinglich

Man müsse die Frage stellen, ob und für wen eine Honorarberatung überhaupt sinnvoll sei. Eine reine Honorarberatung würde vielen Menschen den Weg zu einer qualifizierten Beratung erschweren, da sie in Deutschland mit Kosten von durchschnittlich 128 Euro pro Stunde für viele nicht erschwinglich sei. In der Konsequenz würden diese Kunden nicht beraten. Sie blieben vom Kapitalmarkt weitgehend ausgeschlossen.

In Großbritannien, wo diese Regelung eingeführt wurde, seien solche Tendenzen heute schon zu erkennen. So zögen sich breite Bevölkerungskreise aus der Beratung zurück, weil sie sich diese nicht leisten wollten oder könnten. Dieser Effekt könne in Deutschland auch eintreten – mit allen volkswirtschaftlichen Folgen.

„Nach der Vermögensschere würde die Beratungsschere aufgehen. Daher ist unsere klare Position: Eine alleinige, obligatorische Honorarberatung ist sozial ungerecht“, resümierte Reinke. (fm)

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Bericht: Höheres Rentenniveau beseitigt Altersarmut nicht

In der Debatte um die Bekämpfung von Altersarmut hat die Rentenversicherung vor falschen Strategien gewarnt. Dies melden die Zeitungen der Funke Mediengruppe.

mehr ...

Immobilien

Positionswechsel im Vorstand von Commerz Real

Sandra Scholz (45) wird zum 1. März 2017 in den Vorstand der Commerz Real aufrücken. Die bisherige Leiterin Human Ressources und Communications wird im Vorstand neben diesem Bereich auch für Marketing und Direktvertrieb, Compliance, Recht sowie das Investoren- und Anlegermanagement verantwortlich zeichnen.

mehr ...

Investmentfonds

Regimewechsel an den Märkten möglich

Nach dem Amtsantritt von Donald Trump schauen die Märkte gebannt auf die Wall Street. Gastkommentar von Werner Kolitsch, M&G Investments

mehr ...

Berater

Testament unauffindbar? Auch die Kopie ist gültig

Die Kopie eines Testaments kann zur Bestimmung der Erbfolge ausreichen, wenn die formgerechte Errichtung des Originaltestaments bewiesen werden kann. Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Köln in einem aktuellen Urteil.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Finanzchef bei Dr. Peters

Markus Koch ist mit sofortiger Wirkung in die Geschäftsführung der Dr. Peters Group berufen worden. Er wird dort künftig die Bereiche Finanzen, Controlling, Rechnungswesen, Steuern, Unternehmensplanung, Personal und IT verantworten.

mehr ...

Recht

Brexit hat Folgen für britische Fondsbranche

Auf die britischen Investmenthäuser kommen möglicherweise unruhige Zeiten zu. Der Brexit könnte dazu führen, dass Großbritannien künftig den Status eines so genannten “Drittstaates” hat. Für die britische Fondsbranche hätte dieses Szenario Folgen.

mehr ...