1. Juli 2013, 13:57

Wohlstand ohne alle?

Die Naumer-Kolumne: Es ist schon paradox: Während der Wohlstand für alle ohne unternehmerisches Risiko und Engagement nicht vorstellbar war und ist – wohlhabend wird man eben nicht im gut abgefederten Schlafwagen – …

Naumer-Kolumne

Naumer-Kolumne

Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors

 

… haben sich die Deutschen mit dem unternehmerischen Aktien-Risiko nie wirklich dauerhaft angefreundet.

Nach einer jüngeren GfK-Umfrage erscheinen Aktien als die „nicht attraktivste“ Anlageform, die (als Anlage in Einzelaktien) am gesamten Geldvermögen wenig mehr als fünf Prozent ausmacht, wie das Geldvermögen nach den Berechnungen der Deutschen Bundesbank belegt. Werden die Investmentfonds, bei denen allerdings nur ein Teil zu den Aktienfonds gehört, mit einem Anteil von 12 Prozent am Geldvermögen dazu gerechnet, wird deutlich: Selbst dann stechen Spar- und Sichteinlagen mit einem Anteil von 40 Prozent deutlich hervor. Gefolgt von den Geldanlagen bei den Versicherern mit circa 30 Prozent.

Aber nicht nur im Depot sind Aktien in der Minderheit. Auch die Aktionäre selbst haben Minderheitenstatus. Nach jüngsten Zahlen des Deutschen Aktieninstituts kommen Fonds- und Aktienbesitzer auf 8,8 Millionen in Deutschland und das bei einer Bevölkerung von 80,2 Millionen.

Dabei haben deutsche Aktien durchaus Wohlstand geschaffen. Nehmen wir aus Anlass seines Geburtstages den Dax als Beispiel: Immerhin hat er sich seit seinem fast 25-jährigen Bestehen mehr als verachtfacht. Anders ausgedrückt: Wer Juli 1988 1000 Euro (oder annährend 2.000 D-Mark) investierte, bekam Anfang Juli 2013 ca. 8.000 Euro zurück. Er war damit trotz aller Höhen und Tiefen eine gute Kapitalanlage. Interessant: Gut 46 Prozent der Performance kamen aus Dividendenausschüttungen. Dividenden sorgen zwar für einen insgesamt ruhigeren Performanceverlauf, werden aber beim Blick ins Depot kaum wahrgenommen, da sie ja abfließen, während die Kurse schwanken.

Immerhin: Wird die Performance bis 1955 zurück gerechnet, war die Performance in der überwiegenden Zahl der Jahre positiv. In 39 Fällen kam es zu einer positiven Jahresperformance, in 19 Fällen zu einer negativen.

Natürlich lässt sich Aktien vorwerfen, dass die Zitterprämie in der Rendite hart verdient war. Aber halt: Ist die über 30-Jahre wirkende Anleihenrallye nicht zu ihrem natürlichen Ende gekommen?

Bewegen sich die Industriestaaten nicht in Zeiten der finanziellen Repression?

Es ist an der Zeit für „Wohlstand für alle“ mit deutschen Aktien.

 

Hans-Jörg Naumer schreibt als Kolumnist im Cash.-Magazin über aktuelle Themen der Kapitalmärkte. Naumer ist seit dem Jahr 2000 Leiter Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors (AGI), Frankfurt.

 

Foto: Allianz GI


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3 Kommentare

  1. Hey Karl, jag tror inte att du ökar på risken att dina barn blir mobbade genom att publicera fina minnen på en blogg, du kan inte orsaka eller skydda ditt barn från mobbning på det viset, hur välvilligt du så klart än menar.
    sammy dress http://www.sammydress.cc

    Kommentar von sammy dress — 31. Januar 2015 @ 08:35

  2. Jaja…die Einsteigertarife waren an allem schuld :) Es war doch schon vor Jahren abzusehen, dass das Prinzip Leute billig in die PKV zu locken, damit sie später bessere Tarife wählen, einfach nicht funktionieren kann. Ich kenne selbst einige “Selbstständige”, die ohne zu überlegen sofort in die PKV gegangen sind, weils da “nur” 120 Euro gekostet hat….Die Marktbereinigung tut der Branche gut aber ich bezweifle, ob die Vollversicherungen auf Dauer noch tragbar sind…das Geschäft liegt ganz klar in den Zusatzpolicen.

    Kommentar von Hr. Meier — 31. Januar 2015 @ 03:03

  3. Da dreht sich bei mir der Magen um, wenn ich das lese “Herr Franken von der DVAG”…die Fehlverhalte und Exzesse einzelener Marktteilnehmer”..bitte an der Stelle mal Selbstkritik üben…vielen Dank.
    Was dieser Artikel verschweigt.. die Generation “Y”, wünscht sich Sicherheit und eine finanzielle Basis nach dem Studium…das bietet eine selbständige Tätigkeit nicht. Nach dem Studium fängt man in der Regel bei “null”auf dem Konto an zu arbeiten. Und woher also das erste Geld verdienen? Richtig VERKAUFEN!!! Ein Null auf dem Konto zwingt zum Verkaufen, “Beratung” wird da Nebensache, und das hilft der Branche leider nicht, ihr Image zu verbessern… wenn man nur das kurzfristige Wachstum im Blick hat, blockiert das beim Umdenken.

    Kommentar von Tom Bein — 30. Januar 2015 @ 15:17

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