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2. Januar 2013, 08:02
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„Am Wachstum orientieren“

Eine aktuelle Studie belegt, wie unsicher Anleger sind. Markus Weis, Co-Leiter des Drittvertriebs für Deutschland und Österreich bei Goldman Sachs Asset Management in Frankfurt, nennt Lösungen, die Scheu zu überwinden.

Schwellenländer

Markus Weis, Goldman Sachs AM

Cash.: Was haben Sie mit Ihrer Umfrage unter deutschen Anlegern herausgefunden?

Weis: Jeder Zweite geht zurzeit davon aus, dass die Volatilität an den Märkten mindestens fünf weitere Jahre anhalten wird. Trotz dieser Einschätzung ist die Mehrheit (55 Prozent) mit den Renditen auf ihre derzeitigen Geldanlagen zufrieden.

Die von TNS Emnid durchgeführte Umfrage befasste sich mit dem Verhalten in verschiedenen Asset-Klassen und den dafür maßgeblichen Faktoren. Deutschland gilt in den Augen der Befragten als sicherste Volkswirtschaft der Welt (33,3 Prozent), dicht gefolgt von der Schweiz (31,7 Prozent).

Der Trend zu Schwellenlandmärkten geht komplett an den Kunden vorbei?

Es gibt durchaus Fortschritte. So sind beispielsweise 12,1 Prozent der Umfrageteilnehmer der Meinung, dass China eine sicherere Volkswirtschaft sei als die USA. Lediglich 4,4 Prozent sind der gegenteiligen Auffassung.

Trotz des kräftigen Wirtschaftswachstums in den Schwellenländern sind die deutschen Umfrageteilnehmer allerdings mehrheitlich der Meinung, dass die etablierten Industrieländer über bessere makroökonomische Voraussetzungen (68,2 Prozent), einen stärkeren Binnenkonsum (56,9 Prozent) und stärkere Währungen (74,2 Prozent) verfügen.

Welche Folgen zeigt das seit Jahren andauernde Krisenszenario?

Die Marktvolatilität der letzten Jahre hat sich auf die Risikobereitschaft deutscher Anleger ausgewirkt. Sie rechnen damit, dass die Schwankungen anhalten und sämtliche Anlageklassen betreffen: 66 Prozent sehen inzwischen bei Aktien, 60 Prozent bei Anleihen höhere Risiken als in der Vergangenheit.

In den letzten vier Jahren hat es an den Finanzmärkten die heftigsten Verwerfungen seit einer Generation gegeben, und in dieser Zeit hat man sich von der Vorstellung, dass es einen sicheren Hafen für Kapitalanlagen gibt, völlig verabschiedet.

Die Umfrageergebnisse weisen aber darauf hin, dass sich viel deutsche Anleger der Chancen in den Schwellenländern dieser Welt erst noch in vollem Umfang bewusst werden müssen. Laut Umfrage halten 53 Prozent diese immer noch für riskantere Anlageregionen als die Industrieländer Europas.

Zu Unrecht?

Wir sehen bessere Perspektiven in den Wachstumsmärkten. Als solche definieren wir diejenigen Schwellenländer, die mindestens ein Prozent oder mehr zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt beitragen.

Gegenwärtig gibt es acht solcher Wachstumsmärkte: Brasilien, Russland, Indien, China, Mexiko, Südkorea, die Türkei und Indonesien. Diese Schwellenländer sind eine leistungsstarke Investitions- und Wachstumsmaschine, die immer mehr an Kraft gewinnt.

Dieser Trend ist vor allem deshalb so stabil und nachhaltig, weil er von drei großen strukturellen Entwicklungen getrieben wird: steigender privater Verbrauch, wachsende Ausgaben für Infrastruktur und eine anziehende Produktivität.

Mit welchen Offerten wollen Sie Investoren unter diesen Umständen überzeugen?

Vor diesem Hintergrund gewinnen global ausgerichtete Anleiheportfolios an Attraktivität. Beispielsweise investiert unser Rentenfonds Growth & Emerging Markets Debt Local Portfolio breit gestreut in Staatsanleihen aus Schwellenländern, die in lokaler Währung denominiert sind.

Unser neu lancierter Liberty Harbor Opportunistic Corporate Bond Portfolio legt dagegen in Unternehmensanleihen an und verzichtet auf eine Benchmark.

Zu seinem Anlageuniversum gehören Investment-Grade- und High-Yield-Unternehmensanleihen sowie Wandelanleihen. Das Management übernimmt die US-Fonds-Boutique Liberty Harbor, die mit Corporate-Bond-Strategien rund fünf Milliarden Euro verwaltet.

Welche Rolle spielen Aktienfonds?

Die Aktienmärkte sind hochattraktiv, insbesondere in den aufstrebenden Volkswirtschaften. Dennoch sind aufgrund der gestiegenen Risikoaversion der Kunden Anleihefonds leichter zu vermitteln.

Renteninvestments können für hiesige Anleger einen ersten Schritt darstellen, wachstumsstarke Regionen in die individuelle Anlagestrategie aufzunehmen.

Die größten Lücken haben Anleger bei mittelfristigen Investments. Dazu gehören Zeiträume zwischen drei und fünf Jahren, die eher für Rentenportfolios sprechen, sowie zwischen fünf bis zehn Jahren, die sich für ein Aktienfonds anbieten.

Wer sich am weltweiten Aktienmarkt engagieren will, kann dies zum Beispiel breit gestreut mit dem Goldman Sachs Givi Global Equity Growth Markets Tilt machen.

Die Investmentstrategie meidet insbesondere riskante Aktien und setzt auf das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern, indem diese einen großen Raum im Portfolio einnehmen.

Interview: Marc Radke

Foto: Anna-Lena Cordts

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