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22. Oktober 2014, 15:50
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F&C: Stresstest kann Kreditvergabe Flügel verleihen

Die Kreditvergabe in der Eurozone kann nach dem Bankenstresstest anziehen. So lautet die Einschätzung der Fondsgesellschaft F&C. Dadurch könnte sich auch die Konjunktur in der Währungsunion stabilisieren.

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Deutschlands Bankenmetropole Frankfurt am Main

“Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des Bankenstresstests der Europäischen Zentralbank (EZB) am kommenden Sonntag kann auch die Kreditvergabe in der Eurozone wieder anziehen”, sagt David Moss, Head of European Equities bei F&C Investments.

Experten optimistisch

Und weiter: „Viele Banken sind bei der Kreditvergabe restriktiver geworden, da dies der einfachste Weg ist, die Eigenkapitalquote zu stärken.” Daher dürfte mit dem Ende des EZB-Programms zur Aktiva-Prüfung (Asset Quality Review) auch eines der Haupthindernisse für die Vergabe von Bankkrediten in der Eurozone überwunden sein.

Zum Hintergrund: Ziel des Stresstests ist es, alle potenziellen Risiken im Bankensektor der Eurozone zu verstehen, bevor die Europäische Zentralbank die Aufsichtspflicht für die 130 größten Banken der Eurozone übernimmt. Zu diesem Zweck hatten die Banken für mehrere Monate an einem Programm zur Überprüfung ihrer Aktiva teilgenommen, das die EZB mit Hilfe der Zentralbanken durchgeführt hat. Dabei wurden für jede Bank rund 12.000 Datenpunkte überprüft.

Angebot und Nachfrage von Krediten auf gutem Weg

Moss verweist zudem auf jüngste Studien der EZB, die belegen, dass sowohl die Nachfrage nach Krediten als auch die Bereitschaft, diese zu vergeben, inzwischen wieder ansteigt. Seine Schlussfolgerung: „Damit könnte auch einer der wichtigsten Faktoren wegfallen, der die Wirtschaftstätigkeit in der Eurozone derzeit hemmt.”

Moss hält dagegen die unter Investoren weit verbreitete Sorge für übertrieben, dass die Banken in der Region infolge des Stresstests umfangreiche Kapitalerhöhungen vornehmen werden: „Zweifellos werden einige Banken von der EZB zu Kapitalerhöhungen gezwungen werden. Aber das ist positiv zu sehen, da so das Bankensystem insgesamt gestärkt wird.“

Nach Meinung des Experten sei ein Großteil der Kapitalerhöhungen nun bereits erfolgt. So habe die Zentralbank etwa die Erste Bank aus Österreich gezwungen, ihre Methode der Risikokalkulation für das Osteuropageschäft anzupassen, oder die Nationalisierung der Bank Espirito Santo in Portugal veranlasst.

Bankenunion kann Finanzsektor und Wirtschaft stärken

„Mit dem Stresstest stellt die EZB sicher, dass notwendige Kapitalerhöhungen stattfinden, bevor sie die Verantwortung für die Bankenaufsicht für die größten Banken der Eurozone übernimmt“, erklärt Moss. Damit werde die Unabhängigkeit der Regulierungsbehörde sichergestellt, die Transparenz erhöht und das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der Banken in der Eurozone insgesamt gestärkt. Dies sei Teil des langfristigen Plans, die europäischen Institutionen zu harmonisieren und den Sektor in Richtung Bankenunion weiterzuentwickeln. Der Experte erwartet, dass sich die Entwicklung einer solchen Union auf lange Sicht sowohl für die Banken als auch für die Volkswirtschaften als positiv erweisen wird.

„Wenn die Aktien- und Anleiheinvestoren Vertrauen in die Unabhängigkeit und Qualität der Bankenaufsicht haben, dürften sich damit auch die Kapitalflüsse und die gegenseitige Finanzierung zwischen den europäischen Banken wieder beleben“, so Moss. Damit sollten auch die Risikoprämien im Bankensektor sinken. (mr)

Foto: Shutterstock

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