Anzeige
12. September 2014, 11:19
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Union Investment fürchtet Schottlands Referendum

Fundamentale Unsicherheit erwartet Dr. Frank Engels, Leiter Portfoliomanagement Renten bei Union Investment, falls Schottland sich von Großbritannien trennt. Und sorgt sich um den Wahlerfolg der Konservativen in England.

Union Investment

Engels sagt: „Ein Erfolg der schottischen Unabhängigkeitsbefürworter würde vor allem für eines sorgen: Grundlegende Frage sind völlig ungeklärt, etwa die der künftigen Währung Schottlands, einer EU-Mitgliedschaft – oder die der Aufteilung bestehender Staatsschulden. Unsicherheit aber ist Gift für die Kapitalmärkte!“

“Gift für die Märkte”

Für die Kapitalmärkte bringe die Möglichkeit einer schottischen Unabhängigkeit keine Chancen, sondern nur Risiken: “Und diese Risiken sind nach unserer Einschätzung weder bei Anleihen noch bei Aktien wirklich eingepreist.“

Volkswirtschaftlich rechnet Engels bei einer Unabhängigkeit mit signifikant negativen Konsequenzen, sowohl für Schottland als auch für England. Die Wachstumsraten werden seiner Meinung nach deutlich geringer ausfallen: “Niemand wird dort investieren, solange fundamentale Fragen ungeklärt sind. Die meisten Einzelunternehmen würden mit einer Unabhängigkeit Schottlands wohl klarkommen – aber gewinnen können sie dabei natürlich auch nicht. Oder sie verlegen – wie RBS und Lloyds das bereits angekündigt haben – ihren Firmensitz gleich nach London. Für Anleger ist in jedem Fall Vorsicht angebracht. Wir reduzieren aktuell unser Exposure in britischen Aktien und Unternehmensanleihen oder haben das bereits getan.“

Camaron könnte abgewählt werden

Laut Engels liegt das wohl größte Risiko gar nicht in Schottland, sondern in England: “Dort dürfte es im Fall der Fälle Neuwahlen geben – von der mit großer Wahrscheinlichkeit die Tories profitieren würden. Damit werden politisch die EU-kritischen Kräfte gestärkt – das Risiko eines EU-Austritts Englands dürfte damit deutlich steigen.”

Auch bei einem Erfolg der Unabhängigkeitsbefürworter erwartet Engels “keinen Sezessions-Flächenbrand” in Europa, etwa in Spanien oder Italien: “Der Unterschied ist nämlich: Dort sind Unabhängigkeitserklärungen verfassungsrechtlich nicht möglich und haben keine parlamentarische Mehrheit. In Falle Schottland hingegen ist das zulässig – das britische Parlament hat dem Referendum sogar zugestimmt.“ (mr)

Foto: Shutterstock

Anzeige

1 Kommentar

  1. Bei aller Sorge um die “Märkte”, wäre es nicht eher ein Segen, wenn sich England mittelfristig aus der EU verabschiedete ? Abgesehen davon ist die Entwicklung sowieso nicht aufzuhalten, stellen wir uns also einfach darauf ein, und sparen uns unnötige Panik !

    Kommentar von Nils Fischer — 17. September 2014 @ 11:37

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Krankenkassen kritisieren Gröhe für Eingriffe in die Selbstverwaltung

Die gesetzlichen Krankenkassen haben die von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geplanten Eingriffe in das Selbstverwaltungsrecht im Gesundheitswesen scharf kritisiert.

mehr ...

Immobilien

Interhyp: Immobilienkäufer können aufatmen

Die EZB behält ihre Geldpolitik vorerst bei, das legte sie auf ihrer geldpolitischen Sitzung am Donnerstag fest. Daher erwarten Immobilienexperten, dass die Baugeldzinsen zunächst niedrig bleiben, wie aus dem Interhyp-Bauzins-Trendbarometer hervorgeht.

mehr ...

Investmentfonds

Moventum sieht Chancen dank Trumponomics

Viele Investmentexperten sehen die Amtseinführung von Trump mittlerweile skeptisch. Moventum sieht hingegen verstärkt die positiven Aspekte.

mehr ...

Berater

IDD: AfW kritisiert Regierungsentwurf

Der Gesetzesentwurf zur Umsetzung der europäischen Vertriebsrichtlinie (IDD) in deutsches Recht hat gestern das Bundeskabinett passiert. Nach Ansicht des AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. hat es die Regierung versäumt, wichtige Änderungen vorzunehmen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...