Anzeige
27. Oktober 2015, 07:19
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GAM: Zaudern der Notenbanken bringt Chancen am Geldmarkt

Wann werden die Federal Reserve (Fed) und die Bank of England (BoE) die Leitzinsen erhöhen? Zuletzt haben die Akteure an den Finanzmärkten ihre Erwartungen in dieser Hinsicht deutlich zurückgeschraubt. Dies hat nicht zuletzt am Geldmarkt spürbare Folgen und stellt Investoren vor Herausforderungen, so Adrian Owens, Währungsexperte beim Vermögensverwalter GAM.

Owens in GAM: Zaudern der Notenbanken bringt Chancen am Geldmarkt

Adrian Owens, Währungsexperte bei GAM: “Investoren erwarten keine Zinserhöhung vor 2017.”

Besonders im Fall des geldpolitischen Kurses der BoE ist die Marktmeinung sehr zurückhaltend. “Die Investoren erwarten inzwischen, dass es vor Februar 2017 keine Zinserhöhung gibt. Bis Ende 2017 preist der Markt aktuell lediglich eine Erhöhung um 44 Basispunkte ein. Das sind weniger als zwei Zinsschritte.” Diesen Pessimismus hält Owens für eine Überreaktion der Märkte – ungeachtet der Unklarheit über die Konjunkturlage in China und der Korrektur an den Aktienmärkten im zurückliegenden dritten Quartal.

Ermutigende Daten aus Großbritannien

“Die Konjunkturdaten aus Großbritannien waren eher gemischt, aber insgesamt halten wir sie für recht ermutigend”, erklärt der Experte. „Die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich, und die Unternehmensgewinne steigen.“ Auch der Markt für Wohnimmobilien befinde sich in gutem Zustand. “Dass an den Börsen nur eine so geringe Zinserhöhung eingepreist ist, stellt daher aus Investorensicht eine hervorragende Gelegenheit dar”, so Owens weiter.

“Im vergangenen Monat war es möglich, einen Call auf die Zinssätze in Großbritannien zu verkaufen und nur in dem Fall Geld zu verlieren, dass die BoE die Zinsen noch weiter senkt.” Dies allerdings hält Owens angesichts der wirtschaftlichen Lage für hochgradig unwahrscheinlich.

Brasilien kämpft mit wirtschaftlichen Problemen

Gänzlich anders stellt sich die Lage in Brasilien dar. Das Land kämpft weiterhin mit wirtschaftlichen Problemen und einer politischen Krise. Der Leitzins liegt bei 14,25 Prozent, und viele Marktteilnehmer rechnen mit weiteren Zinsschritten. “Dies erklärt zum größten Teil, warum annähernd 200 Basispunkte an Zinserhöhungen eingepreist sind und die Kosten für Credit Default Swaps auf dem Niveau von Junkbonds liegen”, erläutert Owens.

“Brasilien benötigt Zeit”

Er ist dennoch optimistisch für die Zukunft des Landes: “Die gegenwärtige Situation ist untragbar. Aber die Dinge werden sich verändern. Die dunkelste Stunde könnte nun kurz bevorstehen.” Zwar werde Brasilien möglicherweise für einige Jahre mit einem Primärdefizit leben müssen, und die Staatsverschuldung könnte auf fast 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen. Dies sei aber nicht notwendigerweise eine Katastrophe. “Brasilien benötigt etwas Zeit, um seine Probleme anzugehen”, erklärt Owens. “Die übertriebene Aufregung dürfte sich wieder legen.”

Sinkende Inflation am Zuckerhut erwartet

Er hält es für sehr wahrscheinlich, dass die Inflationsrate in Brasilien in den kommenden Monaten sinkt. “Das könnte der Zentralbank Spielraum geben, um an einem gewissen Punkt die Zinsen zu senken”, so der Währungsexperte. Dies würde das Wirtschaftswachstum stützen, mit positiven Folgen für die Verfassung des Staatshaushalts. “Gegenwärtig werden Investoren aber weiterhin üppig dafür belohnt, in Brasilien Risiken einzugehen.” (fm)

Foto: GAM

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Ab dem 17. November im Handel!

Special 4/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Regulierung – betriebliche Altersversorgung – Unfallversicherung – Privathaftpflicht – Gewerbehaftpflichtpolicen

Ab dem 25. Oktober im Handel!

Versicherungen

Übergangsregelung für Lebensversicherer wird verlängert

Die wegen der Niedrigzinsen eingeführten steuerlichen Entlastungen für Lebensversicherer werden um ein Jahr verlängert. Ohne die Verlängerung hätten vermutlich große Teile der freien Rückstellung auf Beitragsrückerstattungen aufgelöst und versteuert werden müssen.

mehr ...

Immobilien

Vonovia-Chef hofft auf Fusion mit Deutsche Wohnen

Der Chef des Wohnungskonzerns Vonovia hofft weiterhin auf eine Fusion mit seinem Konkurrenten Deutsche Wohnen. Im Februar scheiterte sein Versuch einer feindlichen Übernahme.

mehr ...

Investmentfonds

Anleger sorgen sich um “Renzirendum” und Österreich-Wahl

Die Anleger sollten sich zu Beginn der neuen Woche auf starke Schwankungen am deutschen Aktienmarkt einstellen.

mehr ...

Berater

Pflege: Studie offenbart großen Informationsbedarf

Ein Großteil der Deutschen ist der Ansicht, dass es notwendig ist, eine private Pflegeversicherung abzuschließen. Das geht aus einer aktuellen Online-Befragung hervor. Die große Mehrheit fühlt sich derzeit zudem beim Thema private Pflegevorsorge nur mittelmäßig bis gar nicht informiert.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric erwirbt erste Maschine für Flugzeugportfolio

Der Asset Manager Doric hat mit einem Airbus A330-200 das erste Flugzeug für das “Floreat Aviation Portfolio” erworben. Leasingnehmer des Flugzeuges ist die Fluggesellschaft Virgin Australia.

mehr ...

Recht

Todesfall in der Familie: Die zehn wichtigsten Schritte

Stirbt ein naher Verwandter oder gar der Ehepartner, ist es für die Betroffenen schwer, klare Gedanken zu fassen. Leider haben Gesetzgeber und Versicherungsgesellschaften bei Todesfällen oftmals sehr knapp bemessene Fristen gesetzt, die unbedingt beachtet werden sollten.

mehr ...