Anzeige
Anzeige
21. Oktober 2015, 07:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Türkei: Unsicherheit belastet Wirtschaft und Börse

Erdinç Benli, Fondsmanager und Co-Head Emerging Markets Equities bei GAM, mit seinen Einschätzungen zum Wahlausgang in der Türkei am 1. November und den Auswirkungen auf Börse und Wirtschaft des Landes.

Istanbul750 in Türkei: Unsicherheit belastet Wirtschaft und Börse

Istanbul: Der Wahlausgang in der Türkei ist entscheidend für die Entwicklung der Konjunktur.

Der Bombenanschlag in Ankara hat die Stimmung in der Türkei vor der Wahl am 1. November weiter aufgeheizt: Alle Parteien schieben sich gegenseitig die Schuld für das Attentat zu. Der Anschlag erhöht die Gefahr eines heimischen Dauerkonflikts und sorgt für zusätzliche politische Unsicherheit. Überraschenderweise reagierte die türkische Börse kaum, und auch die türkische Lira verlor gegenüber dem US-Dollar nur wenig an Wert. Dies zeigt, wie sehr schlechte Nachrichten bereits eingepreist sind und dass sich die Anleger defensiv aufgestellt haben. Der öffentliche Erwartungsdruck zur Bildung einer Regierungskoalition ist bei den bevorstehenden Wahlen viel höher als bei denjenigen im Juni. Je nach Ausgang der Wahlen sind die Auswirkungen für die türkische Wirtschaft und den Aktienmarkt unterschiedlich.

Einparteien-Regierung könnte für Erholungsphase sorgen

Sollte die AKP ausreichend Stimmen erhalten um eine Einparteien-Regierung bilden zu können, ist eine Erholungsphase wahrscheinlich. Es besteht jedoch das Risiko, dass Erdogan weiterhin in politische Entscheidungen eingreift. Dies dürfte sich langfristig negativ auf die Anlegerstimmung auswirken.

Koalitionsregierung: Folgen für die Wirtschaft hängen stark von der Stabilität ab

Ausgehend von den jüngsten Meinungsumfragen wird das Wahlergebnis höchstwahrscheinlich auf eine Regierungskoalition hinauslaufen, was die marktfreundlichste Option wäre. Die Stabilität dieser Koalition ist jedoch längerfristig fraglich. Politische Differenzen werden von Zeit zu Zeit zu Rückschlägen im Markt führen. Die AKP ist für Ansichten anderer Parteien nicht hinreichend offen. Dabei wird entscheidend sein, welche Regierungsvertreter an für die Wirtschaft entscheidenden Schaltstellen sitzen werden.

Erneutes Scheitern der Regierungsbildung könnte Konjunkturschwäche andauern lassen

Sollte es nicht zur Bildung einer dauerhaften Regierung kommen, kann von einer weiter anhaltenden Konjunkturschwäche ausgegangen werden, womit die zunehmende Gefahr besteht, dass Ratingagenturen die Türkei herabstufen werden.

Derzeitige Unsicherheit am Markt bietet Kaufgelegenheiten für türkische Aktien

Die politische Unsicherheit bereitet Anlegern weiterhin Sorge: Türkische Aktien werden derzeit, in US-Dollar gerechnet, auf langjährigen Tiefstständen gehandelt, womit der türkische Aktienmarkt dieses Jahr zu den verlustreichsten gehört und um rund 15 Prozent hinter den Erwartungen der gesamten Marktentwicklung der Emerging Markets zurückbleibt. Unserer Ansicht nach sind nun aber die negativen Nachrichten über sehr weite Strecken eingepreist. Der türkische Aktienmarkt handelt mit einem der größten Abschläge der letzten fünf Jahre gegenüber den anderen Schwellenländern. Sollte sich die politische Lage beruhigen, so dürfte sich dies auch positiv auf den türkischen Aktienmarkt auswirken. Wie uns die Geschichte lehrt, können solche Situationen für Anleger durchaus gute Kaufgelegenheiten bieten.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Viele Bundesbürger befürchten Geldprobleme im Alter

Mehr als ein Drittel der Bundesbürger zwischen 40 und 55 Jahren geht von einer schlechten eigenen Finanzlage im Alter von 75 Jahren aus, wie aus einer Studie des Sinus-Institutes im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

mehr ...

Immobilien

Wohnungsbau in Berlin zieht deutlich an

Der Wohnungsbau in Berlin kommt weiter in Schwung. Im vergangenen Jahr genehmigten die Behörden 25.063 neue Wohnungen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag mitteilte. Das ist die höchste Zahl seit 1997.

mehr ...

Investmentfonds

Modis Politik birgt Chancen für indische Aktien

Der Aktienmarkt Indiens hatte Ende 2016 mit zwei Herausforderungen zu kämpfen. Die Bargeldreform der Regierung und die protektionistischen Töne aus Washington sorgten für Unruhe unter den Anlegern an den indischen Märkten. 

mehr ...

Berater

Indexpolicen: Einstieg in die “Kapitalmarkt-Denke”?

Seit geraumer Zeit wird in der Assekuranz die Frage diskutiert, ob Kunden über den Zwischenschritt Indexpolicen eher bereit sind, den Schritt in die Welt der rein fondsgebundenen Lösungen zu wagen. Doch viele Versicherer sind skeptisch, ob dies der richtige Weg ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Sachwertbranche lebt noch

Zwei Veranstaltungen in der vergangenen Woche belegen eine Belebung der Sachwertbranche, ließen aber auch Fragen offen. Antworten gibt es vielleicht auf einem weiteren Event an diesem Mittwoch. Der Löwer-Kommentar

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

Elternunterhalt: Betreuungsleistung nicht einkommensmindernd

Im Rahmen einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit für den Elternunterhalt ist die vom Unterhaltsschuldner an sein minderjähriges Kind geleistete Betreuung nicht zu monetarisieren und kann somit nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, so der BGH.

mehr ...