28. Januar 2016, 13:21

Inflation: BVR mahnt zur geldpolitischen Zurückhaltung

Trotz weiter gesunkener Ölpreise und der sehr niedrigen Inflation im Euroraum sieht der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) aktuell keinen geldpolitischen Handlungsbedarf.

Dr -MartinBVR750 in Inflation: BVR mahnt zur geldpolitischen Zurückhaltung

Dr. Andreas Martin, BVR, sieht die Konjunktur in Euroland auch ohne weitere geldpolitische Maßnahmen auf Kurs.

“Die Europäische Zentralbank sollte gelassen bleiben und das temporäre Unterschreiten des Inflationsziels hinnehmen”, sagt BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin. Wichtiger als eine schnelle Normalisierung der Inflation sei, dass die Konjunktur im Euroraum wieder Tritt fasse und die Arbeitslosigkeit zurückgeführt werde. Die Inflation werde dann von selbst wieder zunehmen.

Wirtschaftsindikatoren zeigen in richtige Richtung

Die Verbraucherpreisinflation liegt im Euroraum seit Herbst 2013 unter der Marke von einem Prozent, während die Europäische Zentralbank den mittelfristigen Zielwert als unter, aber nahe zwei Prozent festgelegt hat. Im Dezember lag die Teuerungsrate bei 0,2 Prozent. Die Wirtschaftsindikatoren zeigten in die richtige Richtung, so der BVR in seinem aktuellen Konjunkturbericht. Das Wirtschaftsklima habe sich im Euroraum aufgehellt, die Arbeitslosigkeit gehe zurück und im kommenden Jahr werde die Wirtschaft wieder eine normale Auslastung erreichen.

Billiges Öl beschleunigt Auftrieb

Der wirtschaftliche Auftrieb beschleunige sich durch das billige Öl, insbesondere profitiere der private Verbrauch von der zusätzlichen Kaufkraft durch die niedrigeren Ausgaben für Energie. Neben dem niedrigen Ölpreis wird die Teuerung auch durch strukturelle Trends gedämpft. So sei in Deutschland die Arbeitslosigkeit seit dem Millennium stark zurückgegangen, ohne dass dies zu einem verstärkten Lohndruck geführt habe. Dies sei vor allem auf die Arbeitsmarktreformen des vergangenen Jahrzehnts, zum anderen auf eine flexiblere und dezentralere Lohnfindung in der Industrie zurückzuführen.

Steigender Lohndruck möglich

Es sei allerdings möglich, dass dieser Trend allmählich auslaufe und der Lohndruck wieder zunähme. Hierfür seien die kräftigeren Lohnzuwächse der vergangenen Jahre ein Vorzeichen. Zuletzt sind die Tariflöhne pro Arbeitsstunde um 2,5 Prozent gestiegen, dies sei angesichts eines Produktivitätsanstiegs von 0,5 Prozent und einer Teuerung nahe Null ein kräftiger Zuwachs. (fm)

Foto: BVR


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Märkte


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ab dem 16. Juni im Handel.

Cash. 06/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Aktiv versus passiv  –Versicherungen für Immobilien –Luftfahrtmarkt – Marktreport Anlageimmobilien

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Brexit: Blau direkt rechnet mit großen Folgen bei angelsächsischen Versicherern

Der Brexit wird auch für die Versicherungswirtschaft weitreichende Konsequenzen haben. Nicht nur, dass zahlreiche Versicherer wie Standard Life oder Clerical Medical in Frage gestellt sind, auch zahlreiche deutsche Fondspolicenanbieter haben Ihr Fondsmanagement teils über London durchführen lassen, so der Lübecker Maklerpool Blau direkt. 

mehr ...

Immobilien

Deutlich mehr Bauaufträge als im Vorjahr

Der Boom auf dem Bau hält dank extrem niedriger Zinsen an. Im April verzeichnete das Bauhauptgewerbe in Deutschland preisbereinigt 18,2 Prozent mehr neue Aufträge als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche AM: EU verliert marktfreundlichstes großes Mitglied

Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer der Deutschen Asset Management, sieht lange Liste potenzieller Auswirkungen durch den Brexit.

mehr ...

Berater

Deutsche Bank dünnt Filialnetz aus und streicht 3.000 Stellen

Weniger Standorte, trotzdem mehr Beratung – so verkauft die Deutsche Bank die Einschnitte in ihrem Filialnetz. Nach langen Verhandlungen stehen erste Zahlen fest. Das Management hält den Sparkurs für alternativlos.

mehr ...

Sachwertanlagen

Praxistag Digitalisierung: Information und Austausch

Talonec Business Solutions und Xpecto laden zum Praxistag Digitalisierung am 6. Juli nach München ein. Vom wissenschaftlichen Ansatz bis zur digitalen Zeichnung sollen Möglichkeiten und Auswirkungen der Digitalisierung aufgezeigt und diskutiert werden.

mehr ...

Recht

BVG billigt EZB-Krisenkurs unter Auflagen

Mitten in der Eurokrise beruhigte die EZB mit einem weitreichenden Versprechen die Märkte. Nach jahrelangem Streit billigt Karlsruhe den riskanten Alleingang der Notenbank – aber nicht bedingungslos.

mehr ...