Anzeige
17. August 2015, 10:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kleinanlegerschutz: Das Wort “Fonds” ist nun tabu

Der erste Vermögensanlagen-Prospekt nach Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes hat nicht lange auf sich warten lassen. Was ist neu?

Der Löwer-Kommentar

Kleinanlegerschutz: Das Wort Fonds ist nun tabu

“Die “Warnhinweise” können für den Vertrieb durchaus auch ein Vorteil sein.”

Vergangene Woche hat Neitzel & Cie. den Vertrieb des Angebots Zukunftsenergie Deutschland 4 gestartet, mit dem Anleger in den Erwerb und Betrieb von Solaranlagen und Blockheizkraftwerken investieren können.

Obwohl der 154 Seiten starke Prospekt fast danach aussieht, handelt es sich nicht um einen alternativen Investmentfonds (AIF), sondern um ein Beteiligungsangebot nach dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) – und zwar in der Fassung, die erst am 10. Juli durch das Kleinanlegerschutzgesetz geändert wurde.

Das Gesetz erweiterte den Kreis der prospektpflichtigen Kapitalanlagen und brachte auch für Angebotsformen, die schon bisher unter das VermAnlG fielen, zusätzliche Informations- und Dokumentationspflichten. Spätestens jetzt kann dieses Segment nicht mehr als unreguliert oder gar “grau” bezeichnet werden.

Anleger müssen das VIB nun unterschreiben 

Die augenscheinlichste Neuerung betrifft das Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB), das weiterhin die wesentlichen Merkmale des Angebots auf höchstens drei Seiten zusammenfasst. Dieses müssen die Anleger nun unterschreiben.

Damit bestätigen sie, dass sie zur Kenntnis genommen haben, was laut Gesetz “deutlich hervorgehoben” in jeder Werbeunterlage und schon auf der ersten Seite des VIB stehen muss: “Warnhinweis: Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.”

Auch bei Renditeangaben ist nun stets ein genereller Hinweis vom Gesetzgeber wörtlich vorgegeben: “Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen.” Da fehlt eigentlich nur noch der Zusatz “Du kleines Dummerchen”.

Hinweise mit immer gleichem Wortlaut

Jedenfalls grenzen die gesetzlich vorgeschriebenen Hinweise, die unabhängig von der tatsächlichen Ausprägung der Risiken immer im gleichen Wortlaut erfolgen müssen, an eine Beleidigung des Anleger-Intellekts. Schließlich reden wir von erwachsenen und voll geschäftsfähigen Menschen, die im Fall des Neitzel-Angebots wenigstens 20.000 Euro plus fünf Prozent Agio investieren sollen.

Aber, sei’s drum. Groß behindern werden die Warnhinweise den Vertrieb wohl nicht. Wahrscheinlich wird es sein wie bei Zigaretten: Selbst “Rauchen kann tödlich sein” oder ähnlich unerfreuliche Ankündigungen auf den Schachteln halten die wenigsten von der Qualmerei ab.

 

Seite zwei: Warnhinweise als Vorteil für den Vertrieb

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Viele Bundesbürger befürchten Geldprobleme im Alter

Mehr als ein Drittel der Bundesbürger zwischen 40 und 55 Jahren geht von einer schlechten eigenen Finanzlage im Alter von 75 Jahren aus, wie aus einer Studie des Sinus-Institutes im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

mehr ...

Immobilien

Wohnungsbau in Berlin zieht deutlich an

Der Wohnungsbau in Berlin kommt weiter in Schwung. Im vergangenen Jahr genehmigten die Behörden 25.063 neue Wohnungen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag mitteilte. Das ist die höchste Zahl seit 1997.

mehr ...

Investmentfonds

Brasilien bietet ausgezeichnete Reformdynamik

In den vergangenen Jahren war das Image von Brasilien bei Anlegern deutlich angekratzt. Allerdings hat sich in dem bevölkerungsreichsten Land viel bewegt, so dass die Situation neu bewertet werden muss. Gastkommentar von Maarten-Jan Bakkum, NN Investment Partners

mehr ...

Berater

Indexpolicen: Einstieg in die “Kapitalmarkt-Denke”?

Seit geraumer Zeit wird in der Assekuranz die Frage diskutiert, ob Kunden über den Zwischenschritt Indexpolicen eher bereit sind, den Schritt in die Welt der rein fondsgebundenen Lösungen zu wagen. Doch viele Versicherer sind skeptisch, ob dies der richtige Weg ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Sachwertbranche lebt noch

Zwei Veranstaltungen in der vergangenen Woche belegen eine Belebung der Sachwertbranche, ließen aber auch Fragen offen. Antworten gibt es vielleicht auf einem weiteren Event an diesem Mittwoch. Der Löwer-Kommentar

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

Elternunterhalt: Betreuungsleistung nicht einkommensmindernd

Im Rahmen einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit für den Elternunterhalt ist die vom Unterhaltsschuldner an sein minderjähriges Kind geleistete Betreuung nicht zu monetarisieren und kann somit nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, so der BGH.

mehr ...