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18. Oktober 2010, 14:21
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Basis-Rente: Jüngere Zielgruppe deutlich aufgeklärter

Rund die Hälfte aller Selbstständigen und Freiberufler kann die Frage, ob die Riester- oder die Basis-Rente die geeignete Form der Altersvorsorge für sie darstellt, nicht beantworten. Die 18- bis 34-Jährigen sind diesbezüglich deutlich informierter und aktiver als ältere Selbstständige. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Condor Lebensversicherung unter 500 Teilnehmern.

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Claus Scharfenberg, Condor

“Die diesjährige Umfrage zum Thema Basis-Rente unterstreicht einmal mehr, welche Bedeutung Information und Wissensstand für die Abschlussbereitschaft der Befragten haben”, weist Claus Scharfenberg, Vorstandsmitglied der Condor Lebensversicherung, auf ein zentrales Ergebnis hin.

Demnach nutzt nur etwa jeder zehnte Selbstständige und Freiberufler die Vorteile der steuerlich geförderten Basis-Rente. Weitere 13 Prozent aller Befragten (2009: 15 Prozent) planen nach eigenen Angaben einen entsprechenden Vertragsabschluss. In beiden Fällen fallen die Ergebnisse ähnlich wie im Vorjahr aus. Eine positive Veränderung zeigt die Betrachtung der Befragten nach Altersgruppen: Die 18- bis 34-Jährigen haben mit 19 Prozent ihre Abschlusstätigkeit gegenüber dem Vorjahr (8 Prozent) mehr als verdoppelt. Etwa ein Viertel (24 Prozent) plant nach eigenen Angaben einen entsprechenden Vertragsabschluss (2009: 13 Prozent).

Dazu passt, dass die jüngeren Jahrgänge auch beim Wissensstand vorn liegen. Ein Drittel (33 Prozent) gibt an, den Unterschied zwischen Basis- und Riester-Rente erklären zu können. Im vergangenen Jahr war es nur knapp ein Viertel (24 Prozent). In der Altersgruppe der über 35-Jährigen dagegen hat sich der Forsa-Studie zufolge das Bild gewandelt: Während im vergangenen Jahr noch 39 Prozent der Befragten zwischen 35 und 44 Jahren einen Basis-Renten-Vertrag abgeschlossen hatten oder dies zu tun planten, trifft dies in diesem Jahr nur noch auf jeden Fünften dieser Altersgruppe (20 Prozent) zu.

Drei Viertel der Befragten fühlen sich schlecht informiert

Nahezu unverändert fällt das Urteil der befragten Selbstständigen und Freiberufler hinsichtlich der Information zu ihrer privaten Altersvorsorge aus. 73 Prozent (2009: 74 Prozent) der Befragten fühlen sich zu diesem Thema schlecht oder gar nicht informiert. Fast die Hälfte der Befragten sieh sich zudem außerstande einzuschätzen, ob eine Riester- oder Rürup-Rente die für sie sinnvollere Form der Altersvorsorge ist. Nur ein Viertel aller Selbstständigen weiß, dass die Basis-Rente die richtige Wahl ist.

Mit Folgen: Ähnlich wie im Vorjahr entscheiden 61 Prozent aller Befragten (2009: 59 Prozent) – auch aus Unwissenheit –, dass für sie der Abschluss einer Basis-Rente nicht infrage kommt. Umgekehrt haben in der Gruppe der Befragten, die sich gut oder sehr gut informiert sieht (23 Prozent), bereits drei Viertel einen Vertrag abgeschlossen, ein Drittel plant einen Abschluss in der Zukunft.

“Die Umfrage offenbart, dass die Information zu den Vorteilen einer Basis-Rente die Mehrheit der Selbstständigen, die ihren Ruhestand ausschließlich eigenverantwortlich absichern müssen, noch nicht erreicht hat. Wir werden zukünftig den Fokus noch intensiver auf den individuellen Beratungs- und Informationsbedarf dieser Zielgruppe legen müssen”, sieht Scharfenberg die Versicherer zum Handeln aufgefordert. (te)

Foto: Condor

2 Kommentare

  1. Walter Riester hat im Focus-Magazin die Riester-Rente auch für Freiberufler und Selbstständige angeregt. Er sieht viele Kleingewerbetreibende und Freiberufler im Alter ebenfalls vor große finanzielle Sorgen gestellt. Deshalb hält er die Überlegung, dieser Berufsgruppe mit Zulagen, wie sie der Staat beim Riester-Modell gewährt, für durchaus sinnvoll. Zitat aus Focus vom 1.11.2010: „Die Hereinnahme der Selbstständigen kostet den Staat auf lange Sicht nichts. Wer jetzt nicht spart und im Alter nichts hat, wird Grundsicherung bekommen. Wenn dort nicht vorgesorgt wird, werden wir mittelfristig ein Altersarmutspotential aus diesen Bereichen bekommen. Dem kann der Steuerzahler nicht ausweichen, weil er die Grundsicherung finanzieren muss.“

    Kommentar von Baron Rürup — 12. November 2010 @ 12:42

  2. Zitat: „In der Altersgruppe der über 35-Jährigen dagegen hat sich der Forsa-Studie zufolge das Bild gewandelt: Während im vergangenen Jahr noch 39 Prozent der Befragten zwischen 35 und 44 Jahren einen Basis-Renten-Vertrag abgeschlossen hatten oder dies zu tun planten, trifft dies in diesem Jahr nur noch auf jeden Fünften dieser Altersgruppe (20 Prozent) zu.“

    Was die Gründe auch sein mögen, die Forsa-Studie korrespondiert mit der Studie des Allensbach Instituts im Auftrag der Postbank, dass jeder 5. Arbeitnehmer seine privaten Investitionen in die Altersvorsorge bereits gekappt hat. Reduzierungen und Kündigungen nehmen zu. Bleibt den Arbeitnehmern noch die Zusage auf eine Altersrente aus der gesetzlichen RV, sind Selbstständige und Freiberufler für ihre Altersvorsorge eigenverantwortlich. Die Rürup-Rente, die auch Basis-Rente bezeichnet wird, ist eine Möglichkeit.

    Ob nun die Finanzkrise, die für Arbeitnehmer, wie für Selbstständige und Freiberufler unsichere wirtschaftliche Entwicklung Grund für die Zurückhaltung von privaten Investitionen in die eigene Altersvorsorge ist, die Folge: die Aussicht auf ein bescheidenes Leben am Existenzminimum ist realistisch – wenn man im Berufsleben nicht überaus erfolgreich war und anderweitig vorgesorgt hat.

    Kommentar von Hans — 20. Oktober 2010 @ 11:37

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