Anzeige
Anzeige
23. Februar 2010, 16:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Folgen der Abwrackprämie belasten Kfz-Versicherer

Keine Konjunkturmaßnahme wurde im vergangenen Jahr so kontrovers diskutiert wie die Abwrackprämie. Wie von vielen Experten prognostiziert, zeichnet sich nach dem Rekordhoch inzwischen ein Rekordtief bei den Neuzulassungen ab. Mit dem Kater nach dem Verkaufsrausch kämpfen unter anderem auch die Kfz-Versicherer, wie eine Studie des Beratungshauses Simon-Kucher & Partners zeigt.

Abwrack1 in Folgen der Abwrackprämie belasten Kfz-Versicherer

Die Trendforscher haben sich in den Führungsetagen der deutschen Versicherer umgehört. „So viel ist klar, nicht nur deutsche Autobauer sondern auch die Versicherungswirtschaft zahlt die Zeche dieses Konjunkturprogramms“, fasst Dr. Dirk Schmidt-Gallas, Partner und weltweiter Leiter der Versicherungsaktivitäten bei Simon-Kucher, die Ergebnisse zusammen.

„Chancen auf margenstarkes Geschäft vertan“

Aufgrund vermehrter Kasko-Abschlüsse beobachteten drei Viertel der Versicherungsmanager eine positive Portfolioverschiebung hin zu höherwertigen Produkten. Gleichzeitig melden aber fast alle Versicherer (96 Prozent) sinkende Durchschnittsprämien, da im Zuge der Abwrackprämie verstärkt kleinere und sparsamere Autos gekauft wurden. „Wenn man dann noch berücksichtigt, dass der Großteil der Befragten von steigenden Verwaltungskosten bei teilweisem Bestandsrückgang berichtet, fällt der Gesamteffekt für 2009 klar negativ aus“, resümiert Studienautorin Verena Beeck.

Fast alle Versicherer intensivierten ihre bisherigen Vertriebsaktivitäten (83 Prozent), um vom Sondereffekt Abwrackprämie zu profitieren. Zwei Drittel setzten auf die Allzweckwaffe der verstärkten Rabattvergabe (67Prozent). Kreative Maßnahmen wie der Aufbau neuer Vertriebskanäle oder die Optimierung des Produktportfolios wurden dagegen nur selten umgesetzt. „Die Kfz-Versicherer haben leider wieder einmal ihre Chance vertan, margenstarkes Geschäft zu schreiben“, moniert Schmidt-Gallas.

Branche erwartet Einbruch im Neugeschäft

Diese ungenutzte Chance lasse sich in 2010 nicht wieder gut machen. Im Gegenteil werde der Druck auf die Kfz-Versicherer weiter zunehmen. Fast alle befragten Versicherer erwarten einen Einbruch des Neugeschäfts für Kfz-Versicherungen, ein Drittel sogar einen sehr starken. Die Zahlen für neu zugelassene Pkw im Januar 2010 bestätigen diese Prognose. Ersatzkäufe wurden schon im letzten Jahr getätigt, um von der Abwrackprämie zu profitieren.

Was das für die Kfz-Versicherer bedeutet, ist nach Ansicht von Simon-Kucher offensichtlich. Weil das Ersatzgeschäft während des Jahres einbricht, können Neukunden hauptsächlich während der Abwerberunde zum Jahresende gewonnen werden. Da bisher noch kein Versicherer eine Abkehr vom reinen Kampf um Verträge verkündet habe, werde der Preiskampf doppelt so hart ausgefochten werden wie bisher.

Preiskampf doppelt so hart wie bisher

Sofern die Versicherer auch im laufenden Jahr nach der Devise „Geschäft zu jedem Preis“ agieren, wird die Schaden-Kostenquote (Combined Ratio) auch ohne den Effekt des harten Winters deutlich über die 100 Prozent rutschen, so das Fazit der Analyse. Damit würden auch Gewinne im operativen Kfz-Geschäft in weite Ferne rücken. (hb)

Foto: Shutterstock

Hintergrundbericht: Kfz-Versicherung: Eine Branche am Limit

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

BGH stärkt prozessualen Rechtsschutz von Versicherungsnehmern

Klagt ein Versicherungsnehmer gegen einen Versicherer mit Sitz im Ausland, gilt die für den Versicherungsnehmer vorteilhafte Regelung des Gerichtsstandes in dessen Bezirk – auch wenn es sich um Ansprüche aus “Altverträgen” handelt, die vor Inkrafttreten des reformierten VVG geschlossen wurden.

mehr ...

Immobilien

BGH stärkt Mieterrechte: Kündigung aus Eigenbedarf abgelehnt

Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil vom 29. März Leitlinien zum Umgang mit Wohnraumkündigungen wegen Berufs- oder Geschäftsbedarfs formuliert. Im vorliegenden Urteil klagte eine Vermieterin, deren Ehemann die Wohnung des Beklagten gewerblich nutzen wollte.

mehr ...

Investmentfonds

Hans-Werner Sinn: “USA soll sich an die eigene Nase fassen”

Bereits seit Wochen übt US-Präsident Donald Trump harsche Kritik am deutschen Handelsbilanzüberschuss und wirft der Bundesrepublik “Währungsmanipulation” vor. Der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn stellt in einem aktuellen Kommentar eine völlig andere Diagnose.

mehr ...

Berater

Fonds Finanz und Finanzchef24 kooperieren im Gewerbeversicherungsbereich

Der Münchener Maklerpool Fonds Finanz und das Münchener Fintech Finanzchef24 haben eine Kooperation im Gewerbeversicherungsbereich vereinbart. Vermittlern, die mit Fonds Finanz zusammenarbeiten, steht ab sofort ein Online-Beratungstool zur Verfügung.

mehr ...

Sachwertanlagen

Offshore-Strom legt deutlich zu

Lange fehlten oft die Verkabelungen, um den aus See produzierten Strom an Land zu bringen. Doch jetzt scheinen die Offshore-Windparks ihren Beitrag zur Stromerzeugung in einem deutlich größeren Umfang zu leisten.

mehr ...

Recht

Versicherungsnehmer als Vermittler: Steuerbelastung für Versicherer

Vermittelt ein Versicherungsnehmer für den Versicherer Policen an Dritte, die als Versicherte gelten, muss der Versicherer die Versicherungssteuer auf den gesamten Policenverkaufspreis zahlen, selbst wenn er von dem Versicherungsnehmer nur die Nettoprämie erhält.

mehr ...