15. Januar 2014, 08:40
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Berufsunfähigkeitsschutz für Junge: “Bei Starterpolicen ist Vorsicht geboten”

Rüdiger R. Burchardi, Sprecher des Vorstands der Dialog Lebensversicherung, sagt, warum ein möglichst frühzeitiger Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) wichtig ist und worauf dabei zu achten ist. Zudem spricht er über aktuelle Trends und Herausforderungen in der BU.

Rüdiger R. Burchardi, Sprecher des Vorstands der Dialog Lebensversicherung

“Eine Erhöhung der Zahl der Berufsgruppen bringt keinerlei Fortschritt.”

Cash.: In der Maklerschaft gibt es die Forderung, die BU vor allem für junge Leute möglichst attraktiv zu gestalten. Was spricht für einen frühzeitigen Abschluss?

Burchardi: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte unbedingt in jungen Jahren abgeschlossen werden. Dafür sind zwei Gründe ausschlaggebend: Zum einen fehlen jungen Leuten in aller Regel die finanziellen Reserven, um diese existenzielle Notsituation durchstehen zu können. Dazu kommt, dass erst nach 60 Monaten Anwartschaftszeit ein Anspruch auf eine – gänzlich unzureichende – Erwerbsminderungsrente besteht. Zum anderen ist die Gesundheitsprüfung für junge Leute fast immer unproblematisch.

Ihr Haus sowie weitere Anbieter haben spezielle BU-Tarife auf den Markt gebracht, bei denen die Beiträge zunächst sehr gering sind und mit zunehmendem Alter steigen – auch über den Normalbeitrag hinaus. Stößt dieses Modell bei den jungen Kunden auf Akzeptanz oder fürchten sie einen späteren “Kostenschock”?

Die Erfahrung zeigt, dass gerade junge Leute nicht über ausreichende Liquidität verfügen, um die regelmäßigen Beiträge für eine BU-Versicherung aufzubringen. Die altersabhängige und damit stets risikoadäquate Kalkulation der Beiträge stellt somit den Königsweg dar, um Berufsanfängern, Existenzgründern und jungen Familien Sicherheit vor dem Risiko Berufsunfähigkeit zu geben. Vorsicht ist aber bei den sogenannten Starterpolicen geboten: Hier wird der günstige Beitrag durch beschränkte Laufzeiten, Karenzzeiten und Leistungsbeschränkungen erkauft.

Die Dialog ist mit ihrem risikoadäquaten Tarif “SBU-Solution” einen anderen Weg gegangen: Hier besteht der volle Versicherungsschutz von Anfang an, und er ist in seinem Bedingungswerk genauso hochwertig wie der Tarif mit konstantem Beitrag. Im Laufe der Jahre steigen die Beiträge in der Tat risikoabhängig moderat an, doch entspricht es der Lebenserfahrung, dass mit den Jahren auch die Einkommen wachsen. Einen “Kostenschock” aber braucht bei der Dialog kein Versicherungsnehmer zu fürchten, da jederzeit ein Wechsel in den Tarif mit konstant kalkuliertem Beitrag möglich ist.

Die Ausweitung der Berufsgruppen hat der Branche viel Kritik eingebracht. Täte dem BU-Markt etwas weniger Dynamik gut?

Weniger Dynamik im Markt wäre für den Verbraucher schlecht. Berufsunfähigkeit und Pflege stellen in unserer Gesellschaft große Herausforderungen dar, auf die viele Antworten noch fehlen. Gerade die Berufsunfähigkeitsabsicherung krankt daran, dass die Angehörigen der Berufsgruppen mit teils schwerer körperlicher Tätigkeit kaum bezahlbare Beiträge aufbringen müssen oder gar keinen Versicherungsschutz erhalten. Hier muss nach Wegen gesucht werden, um dieses sozialpolitisch brisante Problem einer Lösung zuzuführen. Eine Erhöhung der Zahl der Berufsgruppen bringt nach Ansicht der Dialog, die sich derzeit auf fünf Berufsgruppen beschränkt, keinerlei Fortschritt.

Sind von der Dialog in diesem Jahr BU-Innovationen zu erwarten?

In diesem Jahr bereitet die Dialog die Einführung einer selbständigen Pflegerentenversicherung vor, denn in der Pflegeabsicherung ist das Angebot derzeit noch ganz unzureichend. Wie alle unsere Tarife wird sie bedarfs- und marktgerecht sein. Einzelheiten können wir heute noch nicht verraten – lassen Sie sich überraschen!

Interview: Lorenz Klein

Foto: Dialog

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