Anzeige
19. Februar 2016, 11:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Hochverrat – Maklerpools paktieren mit Fintechs

Die Zusammenarbeit von Maklerpools mit Fintechs wird von vielen Maklern kritisch gesehen. Die Frage ist, wer verliert oder gewinnt “was” wohlmöglich auf “wessen Kosten”. Wer paktiert mit wem?

Die Pradetto-Kolumne

Hochverrat – Maklerpools paktieren mit Fintechs

Oliver Pradetto: “Angesichts der Fintechs dominiert die Angst, verdrängt oder zumindest geschädigt zu werden.”

Viele Marktteilnehmer haben den Kern der aktuellen Entwicklung und deren Hintergründe offenkundig noch gar nicht verstanden. Angesichts der Fintechs dominiert die Angst, verdrängt oder zumindest geschädigt zu werden. Dadurch kommt es dann zu Feindschaft gegenüber Fintech-Maklern, die scheinbar den Makler bedrohen oder – noch abstruser – Pools, die ihren Maklern wohlmöglich in den Rücken fallen.

Acht Punkte was von dem angeblichen “Poolverrat” zu halten ist:

1.) Überraschung was ein Fintech ist

Die erste Überraschung für manche Kollegen ist: Fintechs sind im Regelfall Makler. Sie unterliegen den gleichen Spielregeln für Beratungspflichten, Haftung, Vergütung und Dokumentation wie ein traditionell arbeitender Makler. Von Einzelfällen abgesehen sind sich dessen auch alle bewusst und setzen dies – wenn auch ungewohnt und innovativ – um.

2.) Unangenehm: Glaube ist nicht Gesetz

Die zweite Festelllung mag manchen etwas unangenehm sein: Nur weil ein ewig gestriger Makler ein fixes Dogma hat, wie seiner Meinung nach eine Kundenberatung abzulaufen habe, bedeutet dies noch lange nicht, dass er damit richtig liegt.

Tatsächlich gibt es keinen Anlaß zu glauben, dass die Aufgabenerfüllung eines Maklers nur in der von ihm favorisierten Form möglich ist. Der Gesetzgeber lässt tatsächlich auch digitale Wege zur Kundenbetreuung oder Beratung zu – und zwar ausdrücklich!

3.) Pools sind Dienstleister für Makler – für ALLE Makler!

Das Kerngeschäft eines Maklerpools ist es Geschäfte für den Makler zu verarbeiten und einzudecken – also zu poolen. Oft werden noch weitere Dienstleistungen erbracht, etwa Bestände verwaltet, Software bereitgestellt etc.pp. Für einen Pool gibt es keinen Grund einige Makler zu bedienen und andere – etwa Fintech-Makler – zu boykottieren.

4.) Vorschriften willst Du nicht von Deinem Dienstleisters

Bei Blau direkt sind wir der Auffassung, dass es uns nicht zusteht unseren Kunden vorzuschreiben, wie diese ihr Geschäft zu absolvieren haben – so lange dieses gesetzeskonform ist. Natürlich könntest Du jetzt einwenden: “Moment Mal. Diese Fintechs schaden vielen Maklern. Wenn Du mit denen arbeitest, schadest Du also Deinen (anderen) Kunden.”

Durchdenken wir das mal: Wenn wir heute einem Makler vorschreiben, er dürfe kein Fintech sein, was hieße denn das? Ich müsste dann einem Makler untersagen, eine eigene App zu betreiben – zumindest, wenn er beabsichtigt, mit dieser App Kunden zu gewinnen – nicht wahr? Doch auch gute Webseiten gewinnen Kunden. Dürfen Makler keine gute Webseite haben?

Seien wir ehrlich: Einen Pool, der Dir vorschreibt, wie Du Deine Kunden zu betreuen oder zu gewinnen hast, würdest Du als Makler nicht akzeptieren.

 

Seite zwei: Kunden wollen digitalen Service

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...