Der Baupreisindex 2026 bestätigt einen deutlichen Trend: Bauen in Deutschland wird wieder spürbar teurer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen die Preise für den Neubau herkömmlicher Wohngebäude im August rund 5,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Eine derart kräftige Jahresteuerung gab es zuletzt vor drei Jahren. Innerhalb von drei Monaten (Mai bis August 2026) zogen die Preise dabei um ein Prozent an.
Dach- und Holzbauarbeiten treiben die Kosten
Besonders stark verteuerten sich einzelne Gewerke am Wohnungsneubau. Dacharbeiten kosteten binnen eines Jahres 7,6 Prozent mehr, Zimmer- und Holzbauarbeiten legten um 7,2 Prozent zu. Etwas moderater, aber ebenfalls deutlich oberhalb der allgemeinen Teuerung, entwickelten sich Mauerarbeiten und Betonarbeiten. Beim Innenausbau trieben vor allem Elektro- und Heizungsanlagen die Preise nach oben. Zudem mussten Eigentümer für die Instandhaltung bestehender Wohngebäude 6,0 Prozent mehr aufwenden als im August 2025.
| Gewerk | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|
| Dacharbeiten | +7,6 Prozent |
| Zimmer- und Holzbauarbeiten | +7,2 Prozent |
| Instandhaltung Wohngebäude | +6,0 Prozent |
| Betonarbeiten | +4,3 Prozent |
| Mauerarbeiten | +4,2 Prozent |
Auch Straßenbau und Bürogebäude verteuern sich
Der im Baupreisindex 2026 erfasste Preisschub bleibt nicht auf den Wohnungsbau beschränkt. Im Straßenbau zogen die Preise um 6,9 Prozent an, während Bürogebäude 5,7 Prozent teurer wurden als vor einem Jahr. Zum Vergleich: Die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum lediglich um 2,9 Prozent. Das Bauen verteuert sich damit erheblich schneller als der Rest der Wirtschaft.
| Bereich | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|
| Neubau Wohngebäude | +5,5 Prozent |
| Bürogebäude | +5,7 Prozent |
| Straßenbau | +6,9 Prozent |
| Verbraucherpreise (gesamt) | +2,9 Prozent |
Was der Baupreisindex 2026 für Baufinanzierung und Wohnungsmarkt bedeutet
Für Berater in der Baufinanzierung gewinnt die Kostenseite an Gewicht. Wer einen Neubau plant, muss die höheren Kosten aus dem Baupreisindex 2026 in die Budgetplanung einrechnen. Das betrifft auch die Beleihungswertermittlung. Höhere Baukosten können sich unmittelbar auf die Konditionen auswirken, insbesondere wenn der Beleihungsauslauf dadurch steigt – ein Aspekt, der auch in der Analyse Baufinanzierung 2026: Der Bestand rückt in den Fokus aufgegriffen wird.
Auch bei der Anschlussfinanzierung bestehender Immobilien lohnt ein Blick auf die Zahlen. Steigende Instandhaltungs- und Sanierungskosten, etwa bei Heizungsanlagen, gehören daher in die Anschlussberatung, zumal die Refinanzierungslücke die Branche zunehmend unter Druck setzt.
Am ohnehin angespannten Wohnungsmarkt dürften die höheren Baupreise den Neubau zusätzlich bremsen. Dadurch kann sich die Angebotsknappheit in vielen Regionen weiter verschärfen, wie auch die Colliers-Prognose zum Wohnungsmarkt mit weniger Neubau und mehr Haushalten zeigt. (auf Basis dpa)














