Das waren die wichtigsten Aussagen auf der diesjährigen „Kick-off-Tagung“ des Finanzvertriebs Bit Treuhand in Frankfurt am Main. Dort trafen sich Anbieter von Sachwertanlagen mit Vertriebspartnern sowie externen Experten.
So betonte der bekannte Volkswirt Volker Hellmeyer die wirtschaftliche Stärke und Stabilität der USA. Der Fokus der öffentlichen Berichterstattung in Deutschland sei fast ausschließlich auf das erratische und unberechenbare Verhalten von US-Präsident Trump gerichtet und damit durchweg negativ. Der wirtschaftlichen Dynamik des Landes werde hingegen kaum Aufmerksamkeit geschenkt.
Europa, vor allem Deutschland und Frankreich, haben dem wenig entgegenzusetzen. Die hohen Energiepreise und die schlechten Rahmenbedingungen in Deutschland würden zu einer Belastung und Abwanderung von Unternehmen führen, die die Wirtschaft nicht mehr lange aushalte, so Hellmeyer. Entsprechende Reformen und Anpassungen sind demnach unbedingt erforderlich.
Die Prinzipien von „rot, grün, woke“ würden „auf den Prüfstand gestellt“, sagte Hellmeyer. „Um es vorsichtig auszudrücken“, fügte er hinzu. Gemeint ist damit anscheinend, dass sie durch Eigenschaften wie Rücksichtslosigkeit, Egoismus, das Recht des Stärkeren und Verantwortungslosigkeit gegenüber der Umwelt abgelöst werden müssen, um mit den USA und dem Rest der Welt mithalten zu können.
Für Zinssenkungen im Jahr 2026 sieht Hellmeyer sowohl in den USA als auch in Europa weniger Potenzial. Ob es in diesem Jahr zu Zinserhöhungen komme, sei offen. Potenzial für Zinssenkungen erwartet er hingegen in China. Dort seien 2026 jedenfalls keine Zinserhöhungen zu erwarten.
Trendwende im deutschen Immobilienmarkt
Dr. Pekka Sagner vom IW Institut der deutschen Wirtschaft sieht indes die Trendwende im deutschen Immobilienmarkt bestätigt. Nach der Preiskorrektur 2022 bis 2024 stabilisieren sich die Immobilienmärkte demnach, weitere moderate Preissteigerungen sind wahrscheinlich. Dabei bleiben Angebotsengpässe zentral: Niedrige Neubautätigkeit im Wohnungsbau und insbesondere ein qualitativer Neubaubedarf im Gewerbe.
„Die größte Marktanpassung liegt hinter uns – die nächste Phase des Immobilienzyklus hat begonnen“, betonte Sagner. Die „Aufhellungsdynamik“ wurde allerdings zum Jahresanfang wieder gebremst und die Lage trübe sich vor allem im Projektentwicklungsgeschäft schon durch den Zinsanstieg Ende 2025/Anfang 2026 wieder ein.
Politik und Regulierung bleiben ein Unsicherheitsfaktor und die regionale Spreizung nimmt zu. Wachstumsregionen mit starken Arbeitsmärkten profitieren sowohl bei Wohnen als auch bei Büro und Einzelhandelsimmobilien. Schwächere Regionen entwickeln sich moderater.
Kurzfristige Zinsvolatilität
Durch die globalen Krisen erwartet er eine kurzfristige Zinsvolatilität. „Die Kapitalmarktentwicklung bestimmt weiterhin Preise und Transaktionsmärkte – sowohl im Wohn- als auch im Gewerbeimmobilienmarkt“, sagte Sagner. So sind die Renditen von Bundesanleihen seit Anfang März bereits etwas gestiegen – und damit auch die Hypothekenzinsen.
Sollte der Iran-Krieg länger andauern oder weiter eskalieren, könnten die hohen Energiepreise allerdings einen weiteren Inflationsschub auslösen. Die EZB müsste in dem Fall eigentlich mit einer Zinserhöhung gegensteuern. Damit würde sie jedoch die Wirtschaft, die dann durch die hohen Energiepreise und eventuelle Lieferengpässe ohnehin stark belastet wäre, zusätzlich abwürgen. „Das ist ein Dilemma für die Zentralbank“, so Sagner, der aber offenbar nicht mit einer größere Zinserhöhung rechnet.
US-Fonds von Pangaea Life Capital Partners wird rückabgewickelt
Wichtige Nachricht aus dem Fondsmarkt: Der US-Fonds Pangaea Life Institutional Co-Invest US Residential der Pangaea Life Capital Partners AG wird rückabgewickelt, weil der Vertriebserfolg nicht ausreicht. Das kündigte Co-CEO Daniel Regensburger auf der Bit-Tagung an. Die bereits beigetretenen Anleger bekommen ihr Geld vollständig zurück und auch die Vertriebspartner dürfen ihre Provision behalten. Der Fonds war im April 2025 in die Platzierung gegangen. Pangaea will demnächst mit einem neuen Konzept wieder auf den Markt kommen.
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