Bund-Renditen auf 14-Jahres-Hoch: Was Anleger jetzt wissen müssen

Bundesanleihen
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Bund-Renditen erreichen 14-Jahres-Hoch. Iran-Konflikt und Ölpreise treiben Inflationserwartungen – Stagflationsrisiko für Deutschland wächst.

Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen hat erstmals seit 2011 die Marke von 3,1 Prozent überschritten. Treiber sind der Iran-Konflikt und steigende Ölpreise – beides befeuert Inflationserwartungen. Was die kommenden Einkaufsmanagerdaten für Deutschland verraten könnten, ist dabei entscheidend.

Viele stempeln den Anleihemarkt als langweilig ab, doch aktuell sendet genau dieser Markt deutliche Warnsignale. Die Rendite der 10-jährigen Bundespapiere steigt zu Wochenbeginn auf über 3,1 Prozent – den höchsten Stand seit 2011. Der Haupttreiber dafür sind der ungelöste Iran-Konflikt und der damit verbundene Anstieg der Ölpreise. Anleger rechnen zunehmend mit einer neuen Inflationswelle, was sich derzeit im Anleihemarkt widerspiegelt. 

Zusätzlich sind die Erzeugerpreise im April bereits um 2,5 Prozent gestiegen, der stärkste Anstieg seit 2022. Solange es keine Lösung im Iran-Konflikt und keine klaren Signale einer Entspannung gibt, bleiben diese Entwicklungen ernst zu nehmende Warnzeichen. Deshalb sind die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, die am Donnerstag veröffentlicht werden, derzeit noch wichtiger als sonst. 

Die Daten gelten als verlässliche Frühindikatoren und können eine drohende Stagflation oft Wochen oder sogar Monate früher anzeigen als offizielle Wirtschaftsdaten. Anleger sollten deshalb vor allem auf die Komponenten für Preise, Lieferzeiten und Auftragseingänge achten. Schwache Auftragseingänge bei steigenden Einkaufspreisen würden die Hinweise auf ein mögliches Stagflationsszenario in Deutschland verstärken.

Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.

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