Kommentar zur betrieblichen Vorsorge: Ein fataler Fehler

Foto: Florian Sonntag
Kim Brodtmann

Die Bedeutung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) für die Gewinnung und Bindung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist so groß wie nie: 37 Prozent der Arbeitnehmer haben sich wegen der bAV für ihren aktuellen Arbeitgeber entschieden. Für 50 Prozent ist sie ein wichtiger Grund, bei ihrem derzeitigen Unternehmen zu bleiben. Das zeigt die Studie „Future of Pensions“ der Unternehmensberatung WTW.  

Die betriebliche Vorsorge sei ein „nachhaltiges Benefit“, heißt es auch aus der Versicherungsbranche – mit Verweis auf die aktuelle Lage am deutschen Arbeitsmarkt. Mittlerweile dauere es regelmäßig mehrere Monate, eine neue Stelle zu besetzen. Bei einigen Berufen im Bereich Pflege, IT oder Handwerk könne es sogar noch viel länger dauern. Um qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen und zu halten, seien langfristige, sinnvolle Lösungen nötig. Es brauche Antworten auf die Frage, was Arbeitnehmern wirklich hilft, um sie während ihres Berufslebens oder im Rentenalter bestmöglich abzusichern. Dabei spiele auch die betriebliche Krankenversicherung (bKV) eine immer wichtigere Rolle. Die damit verbundenen Zusatzleistungen seien häufig beliebter als die klassische Gehaltserhöhung.

Daraus ergeben sich Chancen für den Vertrieb: Vermittlerinnen und Vermittler, die Arbeitgeber beraten, können das Thema betriebliche Vorsorge ganzheitlich angehen, weil sie die Möglichkeit haben, neben der bAV auch die bKV anzubieten. Dass der Beratungsbedarf groß ist, zeigt die oben zitierte WTW-Studie: Trotz eines hart umkämpften Arbeitsmarkts verstehen erst 30 Prozent der Unternehmen die bAV als wichtiges Differenzierungsmerkmal im „War for Talents“. Sie schöpfen das Potenzial der betrieblichen Vorsorge nicht aus – mit Blick auf den Fachkräftemangel ein fataler Fehler.  

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