Franke und Bornberg Erstrating Fahrradversicherungen: Nur sieben Tarife mit Bestnote FFF+

Michael Franke
Foto: Franke und Bornberg
Michael Franke: "Die Qualitätsunterschiede sind erheblich."

ahrräder und E-Bikes werden teurer – und damit auch attraktiver für Diebe. Ein neues Rating von Franke und Bornberg zeigt nun erstmals, wie groß die Unterschiede bei Fahrradversicherungen tatsächlich sind. Besonders bei Kasko- und Zusatzleistungen offenbaren sich teils deutliche Lücken.

Die Zahl gestohlener Fahrräder bleibt hoch, zugleich steigen die Schäden weiter an. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft wurden 2025 rund 115.000 versicherte Fahrräder gestohlen. Die Versicherer zahlten dafür insgesamt 150 Millionen Euro. Besonders auffällig: Der durchschnittliche Schaden pro Diebstahl erreichte mit 1.270 Euro einen neuen Höchststand.

Vor allem hochwertige E-Bikes, Rennräder und Mountainbikes geraten zunehmend ins Visier von Dieben. Gleichzeitig verlassen sich viele Verbraucher weiterhin auf den Fahrradschutz ihrer Hausratversicherung. Nach Einschätzung von Franke und Bornberg reicht dieser Schutz jedoch häufig nicht aus. Genau an dieser Stelle setzen eigenständige Fahrradversicherungen an. Sie kombinieren Diebstahlschutz mit Kaskoleistungen und ergänzenden Serviceangeboten.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Ratingagentur hat deshalb erstmals ein eigenständiges Rating für Fahrradversicherungen veröffentlicht. Analysiert wurden 83 Tarife von 36 Versicherern. Das Ergebnis fällt aus Sicht der Analysten durchwachsen aus: Nur sieben Tarife erreichen die Bestnote FFF+.

Weitere 28 Tarife erhalten die Bewertung FFF. 25 Produkte landen bei FF+, während 13 Tarife lediglich mit FF bewertet werden. Zehn Tarife schneiden mit F+ oder schlechter ab und gelten damit aus Sicht der Analysten als unzureichend oder mangelhaft.

Screenshot

„Fahrräder, insbesondere E-Bikes und hochwertige Räder, sind heute Wertgegenstände, die eine ernsthafte Absicherung verdienen. Unser Erstrating zeigt: Die Qualitätsunterschiede sind erheblich – von hervorragend bis mangelhaft ist alles vertreten. Wer nicht genau hinschaut, riskiert einen Tarif mit echten Deckungslücken“, erklärt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg.

Diebstahl bleibt das zentrale Risiko

Insgesamt bewertet das Rating 63 Detailkriterien in zwölf Kategorien. Die höchste Gewichtung entfällt auf den Bereich Diebstahl. Dort analysieren die Experten unter anderem Anforderungen an Fahrradschlösser, Vorgaben zum Abstellen des Fahrrads sowie den Schutz für Anhänger, Gepäck und Zubehör.

Mit 1.025 möglichen Punkten besitzt die Kategorie Diebstahl den größten Einfluss auf die Gesamtnote. Dahinter folgen die versicherten Schäden mit 775 Punkten sowie die versicherten Sachen mit 450 Punkten. Weitere Kriterien betreffen Schutzbriefleistungen, Entschädigungsregeln, grobe Fahrlässigkeit oder den Versicherungsschutz im Radsport.

Für die Bestnote FFF+ müssen Tarife mehrere Mindeststandards erfüllen. Dazu zählen unter anderem die Absicherung von Carbonrädern, der Verzicht auf Einschränkungen bei grober Fahrlässigkeit sowie eine Neuwerterstattung von mindestens drei Jahren. Auch Kinderanhänger müssen mit mindestens 500 Euro abgesichert sein.

Darüber hinaus darf der Versicherer beim Fahrradschloss keine überzogenen Anforderungen stellen. Nach den Kriterien von Franke und Bornberg genügt für die Höchstnote ein verkehrsübliches Schloss ohne zusätzliche Vorgaben zu Bauart oder Sicherheitsklassen.

Unterschiede zeigen sich oft erst im Schadenfall

„Beim Diebstahl trennt sich die Spreu vom Weizen: Viele Tarife stellen überzogene Anforderungen an das verwendete Schloss oder decken Anhänger, Gepäck oder Zubehör gar nicht oder nur unzureichend ab“, so Christian Monke, Leiter Ratings Private Risiken bei Franke und Bornberg.

Gerade bei hochwertigen E-Bikes mit Neupreisen von mehreren Tausend Euro können solche Einschränkungen erhebliche finanzielle Folgen haben. Nach Einschätzung der Analysten zeigt das Rating deshalb vor allem eines: Fahrradversicherung ist längst kein Nischenthema mehr, sondern entwickelt sich zu einem eigenständigen Beratungsfeld.

Die Spreizung der Ergebnisse verdeutlicht zudem, wie unterschiedlich die Leistungsqualität am Markt ausfällt. Während einige Tarife umfassenden Schutz inklusive Kasko- und Serviceleistungen bieten, bleiben andere Produkte auf einen reinen Basisschutz beschränkt.

Franke und Bornberg plant, das Rating künftig jährlich zu aktualisieren und die Kriterien weiterzuentwickeln. Die vollständigen Ergebnisse sowie die zugrunde liegenden Bewertungsmaßstäbe veröffentlicht die Ratingagentur auf ihrer Website.

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen